Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap zitierte einen nicht näher genannten Vertreter Nordkoreas, der die Entschlossenheit seines Landes unterstrich, Raketen mit Atomsprengköpfen auszurüsten und weitere Atomtests zu unternehmen, "je nachdem, wie sich die Lage entwickelt". Nordkorea hatte am Montag nach eigenen Angaben einen unterirdischen Atomtest unternommen. Zahlreiche Staaten verurteilten dies als Gefahr für den Frieden.
Protestkundgebung in Seoul

Der nordkoreanische UN-Botschafter Pak Gil Yon bekräftigte die Bedingung der Regierung in Pjöngjang, nur dann zu den Sechs-Länder-Verhandlungen über sein Atomprogramm zurückzukehren, wenn die USA ihre bestehenden »Finanzsanktionen« aufheben. Von den Auswirkungen möglicher Sanktionen habe sich Pak in einem Interview unbeeindruckt gezeigt, schrieb die südkoreanische Zeitung Chosun Ilbo. »Wir lebten und wir leben immer noch mit solchen Sanktionen«, wurde er zitiert.

Der UN-Sicherheitsrat beriet in New York über eine von den USA vorgeschlagene Resolution gegen das kommunistische Land, die ein Waffenembargo und weitere Sanktionen vorsieht. Dazu gehört, Fracht von und nach Nordkorea auf Massenvernichtungswaffen zu untersuchen. Auch wird ein Einfrieren der Mittel vorgeschlagen, die im Zusammenhang mit dem nordkoreanischen Waffenprogramm stehen. Zudem ist ein Verbot von Luxusgütern geplant.

"Wir wollen eine sehr schnelle Reaktion des UN-Sicherheitsrats", sagte der amerikanische UN-Botschafter Bolton. "Notfalls werden wir rund um die Uhr arbeiten, um schnell zur Annahme einer Resolution zu kommen." Diplomaten erklärten indes, die Verabschiedung von Sanktionen könnte einige Tage dauern, da die Mitglieder des Sicherheitsrats mit ihren Regierungen beraten würden. Der Sicherheitsrat hatte den Atomtest bereits am Montag aufs Schärfste verurteilt und »angemessene Maßnahmen« angekündigt, die Nordkorea eine »scharfe und klare Antwort« auf seinen Atomtest geben sollten.

China - ein enger Verbündeter Nordkoreas - schloss Sanktionen nicht aus, kündigte jedoch an, Nordkorea zur Wiederaufnahme von Verhandlungen bewegen zu wollen. Das Außenministerium in Peking erklärte, die Vereinten Nationen sollten "angemessen" auf den Atomtest Nordkoreas reagieren. Die Regierung berate derzeit noch über mögliche Maßnahmen. Einen Militärschlag gegen das Land bezeichnete der Sprecher des Außenministeriums, Liu Jianchao, allerdings als einen "unvorstellbaren Weg". Liu sagte, sein Land unternehme "aktive Schritte", um Nordkorea zur Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomprogramm zu bewegen. Die multinationalen Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts um das Atomprogramm Nordkoreas liegen seit einem Jahr auf Eis.

Japan erwägt eigene zusätzliche Sanktionen. Davor wolle Japan jedoch eine Bestätigung für den Atomwaffentest, erklärte Außenminister Taro Aso am Dienstag in Tokio. Tokio hatte bereits nach den nordkoreanischen Raketentests im Juli unter anderem Finanzsanktionen gegen Pjöngjang verhängt.