Die Bundesregierung hat den nordkoreanischen Atomwaffentest scharf kritisiert. "Der heutige Nukleartest gefährdet Frieden und Sicherheit in der Region und darüber hinaus", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Montag in Berlin. Die nordkoreanische Regierung setze "ihren Irrweg in die Selbstisolation fort". Südkoreaner protestieren gegen den Atomtest.

Steinmeier forderte das Land auf, sein Nuklearwaffen- und Raketenprogramm unverzüglich einzustellen und weitere Tests zu unterlassen. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sei gefordert, dieser "nordkoreanischen Provokation eine entschlossene Reaktion entgegenzusetzen", sagte der Minister.

Steinmeier kündigte an, Deutschland werde alle Bemühungen unternehmen, um zu einer friedlichen Lösung der angespannten Situation und zur Sicherung von Frieden und Stabilität beizutragen. Ziel müsse eine nuklearwaffenfreie koreanische Halbinsel sein.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes teilte mit, man werde den Botschafter Nordkoreas einbestellen. Damit wolle man Nordkorea ganz deutlich machen, dass sein Verhalten nicht akzeptabel sei.

Abgesehen von dieser deutlichen Reaktion kann Deutschland auf Nordkorea nur wenig Druck ausüben. Die Bundesrepublik gehört nicht zu den ständigen Mitgliedern des Weltsicherheitsrates, derzeit gehört sie auch nicht zu den zehn rotierenden Mitgliedern. Auch an den Sechser-Gesprächen, in denen die USA, Russland, China, Japan und Südkorea mit Nordkorea über den Verzicht auf Atomwaffen verhandelten, ist Deutschland – anders als an den Verhandlungen mit Iran - nicht beteiligt.

Die Regierung hofft nach Angaben ihres Sprechers gleichwohl, dass die Sechser-Gespräche, die Nordkorea 2004 verlassen hatte, bald wieder aufgenommen würden. Der Sprecher kündigte an, dass Deutschland Sanktionen gegen Nordkorea unterstützen werde, wenn es eine entsprechende UN-Resolution gäbe.

Der Proliferationsexperte der einflussreichen Stiftung Wissenschaft und Politik, Oliver Thränert, gab sich im Hinblick auf Sanktionen allerdings skeptisch. „Es gibt schon eine Vielzahl von Sanktionen gegenüber Nordkorea und die Bevölkerung ist sowieso restlos verarmt“, sagte er ZEIT online . Sinnvoll seien deswegen nur Schritte, mit denen man direkt die Führungsclique treffen könnte. Dabei gehe es vor allem um Geldtransfers, die man komplett unterbinden müsse.