Eine merkwürdige Formation der sechziger Jahre sind The Monks : eine Beat-Kapelle aus in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten mit Mönchsfrisuren. Ein Album nur haben sie eingespielt, Black Monk Time , 1966. Art Brut als Rock’n’Roll mit Titeln wie We Do Wie Du oder Boys Are Boys And Girls Are Choice . Roher, karger klang Rockmusik nie. The Monks waren ihrer Zeit zehn, 20 Jahre voraus. Punk, Krautrock, Lärm, Energie. Sie beinflussten The Fall wie The Gossip , Jon Spencer und manche mehr.

Auch David-Ivar Herman Düne vom Lo-Fi-Folk-Duo Herman Düne mag die Mönche. Seine Passion koppelt er mit einer ungewöhnlichen Plattensammelleidenschaft. Das Größte sei es, schreibt er in seinem Online-Tagebuch , Alben von Bands in Städten zu erstehen, in denen sie entstanden sind. Für Black Monk Time bedeutet dies Hamburg. Im Top Ten Club gastierte die Band seinerzeit. Polydor veröffentlichte das Album. Heute erzielt das Original gut und gerne 1000 Dollar. David-Ivar Herman Düne wurde in Hamburg fündig.

Am 23. Oktober werden die wiedervereinten Monks in Berlin auftreten. Einige ihrer größten Fans – unter ihnen Mark E. Smith, Schorsch Kamerun und Peter Hein – werden da sein. Der Anlass ist ein Dokumentarfilm ( Monks – The Transatlantic Feedback ) und der Tribute-Sampler Silver Monk Time , der in diesen Tagen erscheint.

Thomas Meinecke berichtete darüber in der ZEIT . Die Spex widmet dem Ereignis einen Schwerpunkt in der aktuellen Ausgabe.

Bassist Eddy Shaw gibt Einblicke in das damalige Konzept: „Wir haben acht Akkorde hier, können wir auf nur zwei kommen? Lasst uns nur einen nehmen. Wie viele Worte haben wir hier? 15? Können wir das auf drei runterkriegen?“

Vom Titelbild der Spex lächelt im Monat Oktober Evan Dando. Dando sei ein „Brian Wilson des Grunge, (…) ein Pete Doherty der Neunziger“. Drogen und Rock’n’Roll hätten ihn beinah das Leben und den Verstand gekostet. Seine Band The Lemonheads löste sich 1997 auf. Allen Exzessen zum Trotz habe sich der amerikanische Musiker noch einmal berappelt, schreibt die Spex. Heute strahle er „die Aura eines beneidenswert gealterten Hippiesurfers aus“. Das neue Lemonheads-Album bündle seine Stärken.