Am Ende sei man sich einig gewesen: Maßnahmen zum Energiesparen müssten her, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin, und sprach von einem konstruktiven und kooperativen Treffen zwischen Regierung und Industrie.

Die Energieeffizienz solle "in der Gesellschaft thematisiert" werden, hieß es am Ende des ersten Gipfeltags weiter, die Maßnahmen zum Energiesparen sollten zudem "marktfreundlich" umgesetzt werden. Mit Maßnahmen sind unter anderem die Wärmesanierung von Gebäuden und effizientere Kraftwerke gemeint, die neben Strom auch Wärme liefern. Die Regierung sieht in diesem Bereich sogar mehr als nur eine Sparmöglichkeit und spricht von "Exportchancen für deutsche Technologien."

Merkel nannte aber auch den Wettbewerb "eine Schlüsselfrage im Energiesektor". Auch Bundeswirtschaftsminister Michael Glos sprach sich für mehr Wettbewerb aus, denn dieser führe zu günstigeren Preisen. Notfalls könnten geringere Abgaben aber auch kartellrechtlich umgesetzt werden. Glos hatte den vier deutschen Energieriesen E.on, RWE, EnBW und Vattenfall vorgeworfen, die Preise künstlich in die Höhe zu treiben. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erklärte, die Regierung habe "klargemacht, dass es mehr Wettbewerb geben soll."

Die kommende EU-Präsidentschaft will die Regierung nutzen, um beim Thema Energieeffizienz auf internationaler Ebene "Ziele zu vertreten," sagte Merkel. Bis März will Bundesforschungsministerin Annette Schavan ein Konzept für den wirkungsvolleren Einsatz von Energie ausarbeiten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier unterstrich auch die internationale Bedeutung der Energiepolitik. Der Atomstreit mit dem Iran zeige, wie wichtig es sei, den Energieimport zu "diversifizieren." Neben Erdgas und erneuerbaren Energien soll nach Merkels Aussage auch der Import von Flüssigerdgas, dem so genanntem Liquefied Natural Gas (LNG) gefördert werden.

In der Kernenergie-Frage sprach sich die Bundeskanzlerin dafür aus, alle Diskussionen innerhalb der Koalition "auf rechtlicher Basis" zu führen. Kurz vor dem Gipfel hatte CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla den Atomausstieg der rot-grünen Bundesregierung noch indirekt in Frage gestellt. Umweltminister Gabriel sprach nach dem Gipfel jedoch von "weitgehender Einigkeit." Thematisiert werden soll die Kernenergie erst wieder auf einem kommenden Gipfel im März 2007.

Die Umweltverbände unterdessen kritisierten die Ergebnisse des Gipfels. Wichtige klimapolitische Entscheidungen seien weiter nach hinten verschoben worden. Verbindliche Maßnahmen zum Stromsparen fehlten. Angesichts des voranschreitenden Klimawandels dauerten die Diskussionen schon viel zu lange. "Statt weiterer Gipfelgespräche sollte die Bundesregierung energisch und konsequent handeln," sagte die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt.