Airbus Bundesbeteiligung an Airbus?

Hamburg und Niedersachsen fordern, dass sich Deutschland an EADS beteiligt, um die Arbeitsplätzen in den deutschen Airbus-Werken zu sichern. Ist das sinnvoll? Diskutieren Sie mit!

Nach Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) schließt nun auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) nicht mehr aus, dass der deutsche Staat sich an dem in die Krise geratenen Flugzeugkonzern Airbus beteiligen könnte. Seitens des Bundes wäre dies über die bundeseigene KfW-Bank möglich, seitens der Länder über deren öffentliche Institute, sagte Wulff am Freitag. Jedoch dürfe dies kein Thema zur öffentlichen Spekulation sein, weil es den Aktienkurs beeinflussen und "die Sache teurer machen" würde.

Widerstand gegen eine solche Beteiligung regt sich dagegen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt sich noch unentschieden. Allerdings schloss Sie während der Konsultationen mit Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac am Donnerstag nicht aus, dass Deutschland sich am Airbus-Mutterkonzern EADS beteiligen könnte. Daimler-Chrysler hält derzeit 22,5 Prozent der EADS-Aktien, will diesen Anteil aber auf 15 Prozent reduzieren. Der französische Staat hält gemeinsam mit der Lagardere-Gruppe ebenfalls 22,5 Prozent. EADS ist an der Börse knapp 18 Milliarden Euro wert. Wenn Daimler-Chrysler von seinem Aktienpaket wie geplant 7,5 Prozent veräußert, müsste die KfW rund eine Milliarde Euro aufwenden.

Anzeige

Ihre Meinung
Die Krise bei Airbus erreicht die Politik. Darf Deutschland abwarten, ob der neue Chef Gallois die Probleme in den Griff bekommt? Oder muss sich der Staat an dem Flugzeugbauer beteiligen, damit der deutsche Einfluss nicht zu klein wird? Diskutieren Sie mit! »

Mehr zum Thema:

Der Vogel fliegt nicht. Politische Machtspiele haben Airbus ins Trudeln gebracht. Eine Analyse

Gebremster Eifer. Airbus kann zu einem neuen Höhenflug ansetzen, wenn sich die Politik heraushält. Ein Kommentar

Der Fall Airbus. Ein Schwerpunkt

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service