Nobelpreis"Ein großer Sohn"

Ein Gesetz in Frankreich über den Genozid an den Armeniern im osmanischen Reich stärkt in der Türkei die Nationalisten. Da kommt der Nobelpreis für Orhan Pamuk zur rechten Zeit.

Ankara Eine riesengroße Freude für die Türkei, aber nicht für jeden Türken. Die Verleihung des Literatur-Nobelpreises an Orhan Pamuk hat im türkischen Parlament ein gespaltenes Echo gefunden. Ein Abgeordneter der regierenden muslimisch-konservativen AKP zappte am Donnerstagmittag in seinem Büro durch die Kanäle, als er auf CNN Türk die Botschaft hörte. Erst schwieg er, dann stand er langsam auf, schluckte trocken, weil er wegen des Fastenmonats Ramadan den Tag über nichts getrunken hatte, und sagte: „Ein großer Sohn der Türkei.“

Wenige Türen weiter in einem Büro der Oppositionspartei CHP läuft der Fernseher, eine Gruppe nimmt die Nachricht wie gelähmt auf. Alle schweigen, keiner erhebt sich. Ein Politiker murmelt in seinen Bart: „Und diesem Bastard geben sie den Nobelpreis.“

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An Orhan Pamuk scheiden sich die Geister. Der Schriftsteller hat das Bild der Türkei in der Welt geprägt. In seinem Roman „Schnee“ hat er das Vielvölkermosaik der Türkei beschrieben, in seinem Buch „Rot ist mein Name“ den Gegensatz von östlichen Dogmen und westlichen Einflüssen im Osmanischen Reich illustriert. Und er hat in Interviews die Massenmorde an den Armeniern im späten osmanischen Reich thematisiert, wofür er vom Staatsanwalt angeklagt und vor Gericht freigesprochen wurde. Seine Interviews haben ihn aus der Sicht türkischer Nationalisten, auch mancher Kemalisten, zu denen die oppositionelle CHP zählt, zu einem Verräter gemacht. Liberale Türken aber, die prowestlichen Bildungsschichten, die Intelligenz, aber auch sehr viele Türken aus den Mittelschichten lieben Pamuk für seine großartigen Parabeln auf die türkische Geschichte, die stets viel über die Türkei von heute erzählen.

Der Tag, an dem der erste Türke überhaupt einen Nobelpreis erhält, ist in Ankara in jeder Hinsicht ein besonderer. Doch hatten die türkischen Medien davor weniger auf die Entscheidung in Stockholm gestarrt, sondern vielmehr auf die Abstimmung in der französischen Nationalversammlung. Dort wurde am Donnerstag mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet, das jeden mit einer Gefängnisstrafe belegt, der leugnet, dass das Osmanische Reich 1915 einen Genozid an den Armeniern verübt habe. Dies hat im türkischen Parlament einen Aufschrei ausgelöst, Rufe nach Sanktionen, nach Verdammung, nach Vergeltung für Frankreich. Einstweilen folgenlos. Auch ein in den Medien angedrohtes Gesetz über die Leugnung französischer Massaker an den Algeriern hat es nicht durchs Parlament geschafft.

Natürlich ist die Aufregung dennoch groß. „Warum bloß verbeißen sich die Franzosen in Details unserer Geschichte?“, fragt ein türkischer Journalist auf dem Korridor des Parlaments. „Weil sie um die Stimmen der französischen Armenier für das Wahljahr 2007 buhlen“, sagt ein türkischer Abgeordneter. Diese Lesart gehört zu den rationalen in der Türkei. Andere, hitzigere Kommentare reden von Verschwörung, gezielter Beleidigung und dem französischen Versuch, die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei auf diesem Weg zu stoppen. Niemand in der Türkei indes kann dem französischen Genozid-Gesetz etwas Positives abgewinnen. Der armenisch-türkische Intellektuelle Hrant Dink, der ob seiner Einlassungen zur osmanischen Historie in der Türkei auch schon vor Gericht stand, sagt sogar: „Ich fahre sofort nach Paris und leugne dort den Genozid.“ Er sei gespannt, was sie mit ihm, dem türkischen Armenier, dann machen.

Leserkommentare
    • hayasg
    • 29.10.2006 um 2:10 Uhr

    hallo theturk,
    wie es scheint, siehst du keinerlei logischen gründe dafür, den genozid an uns armeniern anzuerkennen.
    naja weisst du, dass deine denkweise aber gegen jegliche logik spricht???
    ich weiß es(100%), dass du und alle anderen türken die wahre geschichte kennt und im innern, auch wenn ganz bisschen, uns armeniern und vielen anderen organisationen und staaten in bezug auf den genozid recht gebt.
    so und nun zu deinen missverständlichen aussagen...
    als erstes will ich mich zu deiner äußerung in bezug auf das wort genozid äußern...
    du meintest das war kein völkermord und sagst es gäbe keine beweise und offiziel entsprächen die taten nicht einem völkermord, zu dem tust du besserwisserisch und meinst, die ''türkei gurus'' hätten keine ahnung.
    hmm...dazu sage ich du bist ein türke, aber die gurus scheinen besser informiert zu sein , so weit ich das mitbekomme, denn du belegst meine aussage mit deiner falschen angabe, denn das genozid wurde OFFIZIEL nach den GENFER KONVENTIONEN 1948 als VÖLKERMORD eingestuft.
    viele staaten haben dies auch anerkannt, andere aber auch nicht, und nicht weil diese staaten es nicht glauben oder leugnen, nein nein nein, weil sie gute wirtschaftliche beziehungen mit der türkei pflegen wollen!
    die damaligen jungtürken haben 1,5-2 mio. armenier systematisch, kategorisch und unmenschlicher weise getötet und gefoltert, ich muss nich sagen dass es beweise dafür gibt und dass es zeugen dafür gibt, das ist allen klar.
    und wenn man logisch nachdenken würde, würde man wissen, warum diese massaker nicht gleich verurteilt worden sind, obwohl es doch soooooo viele internationale mitwisser gab und sogar deutsche offiziere teils das oberkommando über türkische soldaten hatten, es wurde nich verurteilt oder gar publik gemacht, weil die deutschen türkei für den krieg brauchten! und andere türkei für die wirtschaft.
    die türkei konnte deshalb ruhig seine massaker vollenden, bis dann zum glück die russen armenien in schutz nahmen, jedoch die türkei den größten teil armeniens in sich integrierte.
    die türkei lebt bis heute in lügen und verleumdnungen(auch in sachen kurden) und will seine jungtürkische geschichte aufarbeiten.man geht dem thema aus dem weg, man verbietet das thema genozid, die neue generation kennt nicht mal armenien haha(liegt ja nur mal neben der türkei) und dann will man sagen armenien und die mehrheitliche welt und hochgeachtete wissenschaftler sind nich glaubwürdig , weil sie den völkermord anerkennen???
    ich sage, die türkei stellt sich nicht seiner dunklen vergangenheit, sie wählt die primitive art der problemlösung: das VERGESSEN der GESCHICHTE.
    das ist unehrbar falsch, denn die geschichte , das wort geschichte ist definiert dadurch, dass es die vergangenheit bedeutet und man ohne das wissen der vergangenheit nicht leben kann, denn die vergangenheit prägt unser heutiges sein, die gegenwart und stellt die grundvorraussetzung für das zukünftige werden der menschen.
    nun möchte ich noch etwas zu dem ARMENIEN GESETZ frankreichs sagen:
    viele türken finden das ja beleidigend und nehmen das persönlich...hmmm...dazu sage ich, ihr seid nicht betroffen, wieso sooooooo eine helle aufregung????
    verstehen sie nicht, dass die heutige zeit damit NIX zu tun hat, sondern dass man mit diesem gesetz, eine tat die vor fast 100 jahren geschehen ist, verurteilen will????
    im gegenteil, die heutigen türkein sollten dies auch verurteilen, denn sie sind moslems und wollen nach dem koran friedlich mit der menschheit zusammenleben ohne duldung von jegliche art von GEWALT.
    aber 1915 war mehr als gewalt, es war eine fast ausrottung von einem volk und auch wenn man es nich so sehen will und sagt nein, es waren nur 100000 tote, sollten die türken von heute doch auch diese zahl verurteilen und die vorfahren kritisieren! SELBSTKRITIK ist sehr wichtig, es bildet die grundlage dafür, andere kritisieren zu dürfen.
    aber die türkei hat keine anzeichen von selbstkritik und kritisiert stets andere, die die türkei kritisieren.
    aber was sollen wir machen, wenn keine selbstkritik da ist, müssen andere es für die türkei übernehmen, oder seh ich das falsch?????
    frankreich hat sehr vorbildlich meiner meinung nach gehandelt und eine sehr bedachte konsequenz daraus gezogen, dass sich die türkei immernoch weigert den genozid anzuerkennen.
    die türkei fühlt sich nun beleidigt und sagt was hätte frankreich damit zu tun.
    also ich weiss nicht was ich sagen soll...
    ALLE haben etwas damit zu tun! ALLE.
    denn diese geschichte kann nicht einfach nur unter türkei und armenien behandelt werden, da es nichts bringen würde und die türkei armenien einfach ignorieren würde, denn wir sind ein kleines unmächtiges land, türkei hätte keine probleme mit uns!
    und genau deshalb MUSS die INTERNATIONALE welt eingreifen , damit türkei den druck erfährt, um der sache entsprechend sorgfälltig und konzentriert nachzugehen.
    türkei muss nich sagen , frankreich schlecht gemacht, sondern frankreich gut gemacht(sofern man selbst an eine aufarbeitung der geschichte interessiert ist!), denn:
    die juristisch-politische anerkennung eines genozids ist die notwendige voraussetzung seiner historischen erforschung, da sonst jede Beschäftigung in einen zirkel von Leugnung und ihrer widerlegung gezwungen wird.
    also ohne solche gesetze würde man nur in einer''kreisrunde'' versuchen das problem zu lösen, jedoch würde es niemals zu einer offenen tür kommen, die zur lösung führen könnte!
    ahh genau, noch zu der aussage das armenien gesetz sei hindernd für die meinungsfreiheit.
    hehe wenn man so will, kann man ja alle gesetze als solche ansehen, da jeder andere meinungen über gesetze hat.
    außerdem ist das ein völkermord , wie die judenvernichtung hitlers(zu info, hitler hat in einer ansprache die taten der jungtürken auch als völkermord bezeichnet) und da gibt es keine geteilten meinungen, es IST GESCHEHEN ohne zweifel,(wenn zweifel dann ohne jegliche beweise) und wer dies leugnet ist zu bestrafen.
    ich finde es sehr sehr schade, dass ein von islam sooooo geprägtes land, so vorgeht.
    die türkei sollte endlich anfangen seine geschichte aufzuarbeiten und nachzuholen was man versäumt hat bislang, denn mit der zeit wird es zu spät sein und die grundlage für die zukuknft wird mit das leugnen der EIGENEN vergangenheit zerstört werden.
    ich bitte um kommentare, danke.

    • EROL
    • 14.10.2006 um 12:39 Uhr

    Mutter aus armeinen, Vater aus frankreich oder umgekehrt, stimmts?

  1. mit der die Strafandrohung bei Verleugnung des Genozides der Armenier in Frankreich vom Parlament angenommen wurde, ist eher lächerlich...und selbst in der Türkei verbreitete die linke Zeitung "Radikal" ein Foto des fast leeren Parlaments - die Mehrheit der Abgeordneten (mehr als zwei Drittel) ist erstmal gar nicht zur Abstimmung erschienen. Und die Kandidaten auf die Präsidentschaft - schweigen.

    Das die Meinungs- und Pressefreiheit in Frankreich noch funktioniert, zeigt sich allein in den Diskussionen in den Medien - fast durchweg wurde der von den (dem Türkeibeitritt zur EU zugeneigten !) SOZIALISTEN ! eingebrachte Vorschlag ( der nur eine Folge eines 2001 verabschiedeten Gesetzes über die Anerkennung des Genozides darstellt) als unsinnige Wahlkampftaktik verurteilt und als kontraproduktiv für die durchaus stattfindenen Diskussionen zwischen Türken und Armeniern angesehen !

    Übrigens sind Schulen,Forschungseinrichtungen u. ä. von dieser Restriktion ausgenommen...woran man den Unsinn der Lage erkennen kann.

    Man kann sich fragen, ob es Aufgabe eines Staates ist, über Geschichte zu urteilen und eine Geschichtsvision per Gesetz zu dekretieren. Nun, diese Variante haben wir ja in Deutschland, im Gegensatz zu anderen Ländern, auch.

    Zum ersten Kommentatoren : Frankreich setzt sich seit Jahren mit seiner kolonialistischen Vergangenheit auseinander. Das was Sie heute als Restriktion verurteilen, war der Vorstoss eines rechten Abgeordneten, der meinte, dass Frankreich seinen Kolonien auch etwas gebracht habe ( Infrastrukturen, Schulsystem)und das bitte auch in den Geschichtsbüchern erwähnt werden könnte. So nach dem Motto : es ist nicht alles schwarz, es ist nicht alles weiss ! Darüber gibt es durchaus seriöse Diskussionen.

    Die Aufnahme des Kinofilmes "Indigènes" sowie ein gerade mit Erfolg gezeigter Fernsehfilm über das Schicksal einer Harki-Familie zeigt deutlich, dass auch im Volk ( in Forschung und Rechtsprechung schon seit mehreren Jahren) die Tabous in punkto Algerien aufgebrochen sind und die Franzosen zu ihrer Geschichte Stellung beziehen.

    Ich freue mich, dass ein kritischer Türke den Nobelpreis bekommen hat - ein Türke, der übrigens auch vom Genozid an den Armeniern spricht. Die geteilte Aufnahme dieser Nachricht in seinem Heimatland weist auf die Schwierikeiten und Hürden dort hin...leider und immer noch. Das Wahlkampfgetümmel in Frankreich erscheint daneben lächerlich. Wen könnte dieses Gesetz treffen ? Vor allem die in Franreich lebenden Türken, die regelmässig zum Gedenktag an den Genozid ihre Banderolen herausholen um dagegen zu demonstrieren...(was wieder zurück auf die Türkei verweist). Aber ich habe Zweifel, dass es da je zu einem Prozess kommen wird...

    • simten
    • 13.10.2006 um 9:20 Uhr

    Ohne gerichtliche Entscheidung kann doch keiner so sicher sagen ob es damals um ein Genozid geht oder nicht. Nur Meinungen kann man äußern. (In Europa darf man das jetzt auch nicht...)

    Ablauf:
    Die Geschichtler müssen erst recherchen, die Argumente beweisen, und ein internationales Gericht entscheidet ob es ein Genozid war oder nicht. Das läuft doch so. Es ist doch rein politisch, wenn ein Parlament ohne eine Gerichtsentscheidung solche Gesetze beschließt.

    Dann kann jedes Land in seinem Parlament beliebige umstrittene Genozid Gesetze abschließen.

    • Vitae
    • 12.10.2006 um 22:42 Uhr

    Hier wird die Freiheit der Menschen eingeschränkt,
    jene, die man in einem Land wie die Türkei noch vor zwei Jahren vermisst hat.

    Jetzt geht Frankreich mit bestem Beispiel voran.
    Ist das verantwortungsvoll?

    "Es gibt für jedes Problem eine andere Lösung, doch jede Lösung fängt mit einem Dialog an"

  2. armeniermord hin ode her, gerdstenkamp hat bereits geurteilt. hören wir auf den mann der besonnen, weisen worte prophetischen beigeschmacks!
    zeig du nur auf andere, um dich selbst moralisch zu erheben.

  3. ...vor dem 1.Weltkrieg und während des 1. Weltkrieges an der Seite der russischen Armee gegen die Osmanen gekämpft. Viele Loyale TürkenArmenier wurden von Terroristen- Armenier umgebracht. Das osmanische Reich musste handeln: Alle Armenier müssten raus, weil sonst wären die Osmanen vernichtet worden. Hier ging es um Leben und Tod.
    Aber auch nach 60Jahren ging es weiter mit terroristischen Aktivitäten seitens Armenier (von 20.01.1975 bis 25.10.1981) besser gesagt von ASALA Terroristen. Die brutalen, herzlosen Armenierterroristen haben auf die grausamste Weise in der genannten Zeit über 64 Botsschafter ermordet und über 300 schwer verletzt (insgesamt 110 Anschläge in nur 6 Jahren; fast jeden Monat ein Anschlag auf türken und das über 6 Jahre...). Diese terroristischen Anschläge müssen mit einem Faktor von 100 multipliziert und auf die damalige Aktivitäten der Armenier im osmanischen Reich projeziert werden. Nochmal, ( für die Leute, die die Wahrheit leugnen), die Armenier haben gegen die Osmanen gekämpft nicht umgekehrt. Die Osmanen hatten ein Recht sich zu verteidigen. Basta, alles andere ist Musik. So nochmal die Anschläge an den türkischen Botschafter (Quelle: Wiki) mit Namen und Datum:
    -7 Januar 1973 Los Angeles Generalkonsul Mehmet Baydar und Konsul Bahadır Demir, wurden vom 78 jährigen Gurken (Karakin) Yanikiyan Amerikaner armenischer Herkunft ermordet. Yanikiyan beging den hinterhältigen Mord, indem er Baydar und Demir unter dem Vorwand die Türkisch-Armenische Freundschaft zu verbessern zu sich nach Hause zum Essen einlud.

    -22 Oktober 1975 (Österreich) Wien Der türkische BotschafterDaniş Tunalıgil wurde von 3 Attentätern in der türkischen Botschaft ermordet.

    -24 Oktober 1975 (Frankreich) Der türkische Botschafter in Paris Ismail Erez und sein Fahrer Talip Yener wurden in einem Hinterhalt in der Nähe der Botschaft ermordet.

    -16 Februar 1976 (Libanon) Beirut Der türkische Diplomat Oktar Cirit wurde während er in einem Salon saß ermordet. Die ASALA bekannte sich erstmalig zu einem Anschlag.

    -9 Juni 1977 (Italien) Der türkische Botschafter im Vatikan Taha Carım wurde vor seiner Residez durch zwei Terroristen erschossen. Die ASALA bekannte sich unter dem Namen "Armenischer Genozid Gerechtigkeits Kommando".

    -2 Juni 1978 (Spanien) Durch den Beschuss von drei Attentätern auf den Dienstwagen des türkischen Botschafters in Madrid Zeki Kuneralp wurden seine Frau Necla Kuneralp und der pensionierte Botschafter Beşir Balcıoğl ermordet und der spanische Fahrer Atonyo Torres verwundet.

    -12 Oktober 1979 (Holland) Ahmet Benler der Sohn des türkischen Botschafters Özdemir Benler in Den Haag wurde durch den Gebrauch von Schusswaffen ermordet. Die ASALA bekannte sich unter dem Namen "Armenischer Genozid Gerechtigkeits Kommando".

    -22 Dezember 1979 (Frankreich) Der türkische Turismusattaché Yılmaz Çolpan fiel einem Mordanschlag zum Opfer. Die ASALA bekannte sich unter dem Namen "Armenischer Genozid Gerechtigkeits Kommando".

    -31 Juli 1980 (Griechenland) Der türkische Verwaltungsattaché Galip Özmen in Athen und seine 14 jährige Tochter Neslihan Özmen fielen einem Mordanschlag zum Opfer. Die Frau des Attachés Sevil Özmen und ihr gemeinsamer Sohn Kaan Özmen wurden verwundet. ASALA erklärte sich verantwortlich.

    -17 Dezember 1980 (Australien) Sidney, Der türkische Konsul Şarık Arıyak und der Leibwächter Engin Sever wurden ermordet.

    -6 Februar 1980 (Schweiz) Der türkische Botschafter Bern Doğan Türkmen überstand den Mordanschlag auf ihn ohne zu Schaden zu kommen.

    -17 April 1980 (Vatikan) Der türkische Botschafter Vecdi Türel und sein Leibwächter Doğan Türkmen wurden bei einem Mordanschlag im Dienstwagen des Botschafters verwundet.

    -26 September1980 (Frankreich) Der türkische Botschafter und sein Presseberater Selçuk Bakkalbaşı konnten einem Anschlag verwundet entkommen.

    -4 März 1981 (Frankreich) In einem vor dem Attachégebäude verübten Anschlags auf den türkischen Arbeitsattaché Reşat Moralı und dem Religionsbeauftragten der Botschaft Tecelli Arı, starb Moralı sofort und Arı im Krankenhaus an den Folgen seiner bei dem Anschlag zugezogenen Verwundung. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm die ASALA.

    -9 Juni 1981 (Schweiz) Bei einem auf das türkische Konsulat in Genf verübten Anschlags starb der Botschaftsangestellte Sekretär Mehmet Savaş Yergüz. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm die ASALA. Nach dem Anschlag wurde derLibanesische Staatsbürger armenischer Herkunft Mardiros Camgozyan festgenommen und für den Terroranschlag zu 15 Jahren Haft unter erschwerten Bedingungen verurteilt.

    -24 September 1981 (Frankreich) 56 türkische Beamte und Staatsbürger wurden bei einer Botschaftsbesetzung in Paris von 4 Terroristen als Geiseln genommen. Die Terroristen ermordeten dabei den sich zu wehr setzenden Sicherheitsbeamten Cemal Özen und verwundeten den Konsul Kaya İnal. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm die ASALA. Die Täter Vasken Sakosesliyan, Kevork Abraham Gözliyan, Aram Avedis Basmaciyan und Agop Abraham Turfanyan wurden in Frankreich am 31 Jannuar 1984 zu jeweils 7 jahren Haft verurteilt. Das Urteil des Gerichts führte zu Protesten in der Türkei.

    -2 April 1981 (Dänemark) Der türkische Arbeitsattaché Cavit Demir konnte einem Anschlag, verübt im Fahrstuhl seines Wohnhauses, verwundet entkommen.

    -25 Oktober 1981(Italien) Rom Der türkische Diplomat Gökberk Ergenekon entkam einem während eines Spaziergangs verübten Anschlags mit leichten Verletzungen.

  4. Als Christoph Kolumbus den „Neuen Kontinent“ America entdeckte betrug allein die Zahl der „Arawaks“ ca. 8 Millionen Menschen. Nach acht Jahren waren es nur noch 23.000.

    Am Vorabend des Nationalsozialismus herrschte auch in Skandinavien eine rassistische Politik. So wurden Mädchen aus der Volksgruppe der Tater, Abkömmlinge der Ureinwohner Nord-Norwegens, zum Teil Zwangssterilisiert.

    Großbritannien hat während seiner Regierungszeit in Australien (1788-1938) mit allen Mitteln versucht seine Kolonie von den Aboriginies zu säubern. Dies reichte sogar bis hin zur Vergiftung von Lebensmitteln. Heute leben noch von den 750.000 Ureinwohnern des Kontinents nur noch 31.000.

    1891 hat das Deutsche Kaiserreich das heutige Namibia als Deutsch-Südwestafrika zu seiner Kolonie erklärt. Vor allem die Goldminen, aber auch andere wertvolle Rohstoffe waren das Ziel der Kolonialherren. Um diese ohne Gegenwehr zu schürfen mußte sich das Deutsche Reich allerdings der Ureinwohner, namentlich den Herero und den Nama entledigen. Dabei wurde die Bevölkerung in den Schürfgebieten samt Kindern und Alten niedergemetzelt. Von den ursprünglich 132.000 Herero und Nama überlebten nur 15.000 den Genozid.

    Der Genozid an den Juden und Zigeunern und der Tod von 21 Millionen vor und während des 2. WK, verursacht durch das 3. (Deutsche) Reich muß hier nicht detailliert aufgeführt werden.

    Die Große Chinesische Kulturrevolution führte zu Millionen Toten. Die genaue Zahl kann in allen seriösen Quellen nachgeforscht werden.

    Als die Alliierten den 2. WK bereits gewonnen hatten, übten sie an verschiedenen Orten Vergeltungsschläge gegen ihre „Feinde“. So wurde auf Dresden, was sich gegen Ende des Krieges zu einer Flüchtlingshochburg entwickelt hatte, innerhalb von nur 3 Tagen 3.900 Tonnen Bomben abgeworfen. Hinzu kamen 200.000 Napalmbomben. Dieser Auslöschung der Stadt fielen 200.000 Deutsche zum Opfer. Mehrheitlich Kinder und Alte aus den ostdeutschen Fluchtgebieten.
    Wenn man bedenkt, daß den Atomwaffenangriffen auf Hiroshima und Nagasaki unmittelbar 135.000 Menschen zum Opfer fielen (Nachwirkungen nicht mitgerechnet), ist das Ausmaß der Auslöschung von Leben erst nachvollziehbar.

    Auf der Flucht vor der Roten Armee flüchteten 250.000 Deutsche nach Dänemark. Die Skandinavier pferchten die Flüchtlinge in Gefangenenlager. Ein Drittel dieser war noch unter 15 Jahren. Tausende von ihnen starben an Typhus, Durchfall und Darminfektionen. Die dänische Regierung unterließ dabei medizinische Hilfeleistungen.

    Zwischen 1912 und 1974 starteten radikale Zypern-Griechen eine ethnische Säuberung Zyperns um den Anschluß an Griechenland zu vollziehen. Besonders der Akritas-Plan wurde dabei versucht unter Absprache mit griechischen Einrichtungen realisiert zu werden. Den Anschlägen der EOKA fielen tausende Menschen zum Opfer. Erst die Invasion türkischer Truppen beendete den Genozid-Versuch und teilte die Insel de facto in Nord und Süd.

    Der Völkermord Rußlands, sei es in der Zarenzeit, der Sowjet-Ära oder in heutiger Zeit, an verschiedenen Ethnien ist viel zu umfangreich um es hier aufzuführen. Einige Beispiele sind die Deportationen von Krimtataren, Tscherkessen und anderen Kaukasus-Völkern nach Sibirien und Kasachstan, wobei allein auf wem Weg in ihre Lager 500.000 Menschen starben.
    Zwischen 1994 und 2004 wurden in Tschetschenien (Ursprünglich ca. 500.000 Einwohner) über 200.000 Menschen getötet. Zusätzlich wurden 100.000 Tschetschenen vertrieben, wodurch die Zahl der heutigen Tschetschenen nur noch 40% der Vorkriegsära beträgt.
    Die stalinistischen, leninistischen oder zaristischen Säuberungsaktionen auf dem Baltikum, in Zentralasien oder dem Kaukasus sind in vielen seriösen Quellen aufgeführt.

    In irakischen Felluca wurden 1.5000 Zivilisten von US-Soldaten getötet. 250.000 vertrieben. Die Leichen der Toten wurden von Hunden und Aasfressen gefressen. EU und UN hielten sich in der Anfangsphase des Irak-Krieges darauf beschränkt, den Krieg als ganzes mit wenig Gegenwehr zu akzeptieren.

    Während der Besatzungs- und Kolonialisierungszeit Algeriens durch Frankreich wurden 1,5 Mio. Algerier getötet. Französische Legionäre entvölkerten ganze Landstriche, um die Unterstützung der Unabhängigkeitskämpfer zu verhindern. Die Politik der „Verbrannten Erde“ beinhaltete auch das Töten von Kindern und Alten. Da die Umsiedlung zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde erschoß man die Zivilisten und verscharrte sie in Wüstengräbern.

    Hier eine Top-8 – Liste der größten Genozidverursacher der Neueren Geschichte

    1. Stalin (UdSSR, nur zwischen 1934-1939) 15 Mio. Deportierte, Millionen Tote (Die Zahl ist noch heute nicht mit Gewißheit feststellbar),
    2. Adolf Hitler (Deutschland, 1939-1945) 12 Mio. Flüchtlinge, über 2 Mio. Tote,
    3. Mao Tse Dong (China, 1966-1969) 11 Mio. Menschen die getötet, kulturell Assimiliert oder in Umerziehungslagern gefangen gehalten wurden,
    4. Spanische Conquestadoren und englischsprachige Eroberer Amerikas (1492-1800) 7.972.000 Tote,
    5. Hideki Tojo (Japan, 1941-1944) 5 Mio. Tote & Vermißte,
    6. Pol Pot (Kambotscha, 1975-1979) 1,7 Mio. Tote & Vermißte,
    7. Kim Il Sung (N. Korea, 1948-1994) 1,6 Mio. Tote, Vermißte & Flüchtlinge,
    8. Menghits (Äthiopien 1975-1978) 1,5 Mio. Tote & Vermißte,
    etc. etc.

    Kommen wir nun zum gegenseitigen Konflikt zwischen Armeniern und Osmanen (- nicht nur Türken, sondern auch Kurden und Araber waren daran beteiligt und sollen hier unter dem Oberbegriff der Osmanen, wie dies auch während dieser Zeit üblich war aufgeführt werden).
    Es wird behauptet, die osmanische Regierung habe den Tod von 1,5 Millionen Armeniern zu verantworten. Aus den osmanischen Archiven geht hervor, und das haben nach dem 1. WK auch die britischen Besatzer erkannt, das INSGESAMT ca. 1,5 Millionen Armenier auf osmanischem Territorium lebten. Es muß erwähnt werden, daß die osmanischen Demographieerhebungen durch das umständliche Steuersystem zu einem der straffesten und besten der damaligen Zeit gehörte. Bedenkt man die Zahl der armenischen Flüchtlinge und Deportierten, ist die vom Westen aufgestellte Zahl von 1,5 Mio. Toten unmöglich. Vielmehr gehen OBJETIV betrachtet historische Quellen von etwa 680.000 Armeniern aus, die den Auseinandersetzungen zum Opfer gefallen sind. Ein tragisches Ereignis; doch verschwiegen werden 520,000 tote Osmanen, die von den armenischen Organisationen der Taschnak und Hindschak getötet wurden. Außerdem säuberten armenische Freiwillige, die im Krieg innerhalb der russischen Armee in den eroberten Gebieten eingesetzt wurden ganze Landstriche von Türken und Kurden. Somit ist die Diskussion in diesem Falle keine Völkermords-Diskussion, sondern ein blutiges Kapitel des 1. WK. Osmanen haben Armenier getötet, doch auch haben Armenier Osmanen getötet. Dieses gegenseitige Töten gehört zum dramatischen Verlauf des 1. WK auf der ganzen Welt. Die Konzentration auf den sogenannten „Genozid“ an den Armeniern durch die Türken ist hier eher politischer Natur.

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