Spendenaffäre
Minenfeld für Koch
Das Urteil wegen "schwarzer Konten" gegen den Ex-Innenminister Manfred Kanther ist nur teilweise rechtskräftig. Das könnnte für Roland Koch böse Folgen haben. Adrian Pohr kommentiert das aktuelle Meinungsbild

Rückblick: Manfred Kanther hört am 18. April 2005 sein Urteil im Landgericht Wiesbaden.
Die Verurteilung des Ex-Bundesinnenministers Manfred Kanther (CDU) wegen Untreue ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof bestätigte am Mittwoch ein Urteil des Landgerichts Wiesbaden vom April 2005 gegen Kanther und seinen Wirtschaftsprüfer Horst Weyrauch wegen der Führung einer „schwarzen Kasse“ .
Allerdings hob der Bundesgerichtshof die Verurteilung Kanthers zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung und einer Geldauflage in Teilen auf und verwies das Verfahren an das Landgericht Wiesbaden zurück. Für den neuen Prozess bleibt zwar der Vorwurf der strafbaren Untreue als ein Teil der Anklage bestehen. Dass die CDU infolge des Skandals rund 21 Millionen Euro an staatlichen Fördermitteln zurückerstatten musste, wird ihm aber in der Neuauflage des Verfahrens voraussichtlich nicht mehr angelastet.
Kanther, in den Neunzigern hessischer CDU-Vorsitzender und davor Generalsekretär und Geschäftsführer der Landespartei, hat sich dem Bundesgerichtshof zufolge wegen Untreue strafbar gemacht. Er hatte mehr als 10 Millionen Euro Schwarzgeld ins Ausland transferiert. Mit diesem Geld wurden unter anderem Wahlkämpfe finanziert.
Seine Verurteilung wegen der Mitwirkung an falschen Rechenschaftsberichten der Hessen-CDU ist dagegen aus Sicht des 2. Bundesgerichtshof-Strafsenats rechtlich nicht haltbar. Kanther sei in diesem Punkt keine vorsätzliche Schädigung des CDU-Vermögens vorzuwerfen, weil er zwar das Risiko von Rückforderungen erkannt habe, dessen Realisierung aber vermeiden wollte. Wegen der Berichte, in denen die Gelder aus den schwarzen Kassen nicht auftauchten, forderte der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) Anfang 2000 Gelder aus der Parteienfinanzierung zurück. Das Bundesverfassungsgericht hat diese Entscheidung inzwischen auch bestätigt.

Die Bestätigung der Untreue Kanthers durch den Bundesgerichtshof findet die Rhein-Neckar-Zeitung richtig, denn „Moral verjährt nicht“, schließlich war er vor allem moralisch im Unrecht als er das CDU-Vermögen ins Ausland schaffte und die Herkunft als »jüdische Erbschaft« verschleierte. Und diese Moral verjähre nicht.
Enttäuscht ist dagegen das Offenburger Tageblatt über das Urteil des Bundesgerichtshofs – nicht, weil Kanther eine Strafe bevorsteht, sondern weil er darauf noch warten darf. Er sei „von einem wohlverdienten Aufenthalt im Gefängnis (...) nun meilenweit entfernt.“
- Datum 19.10.2006 - 12:39 Uhr
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für MP Koch ist sein Inkompetenzminister Jung.
korfstroem
.. kann ich da nur zu Koch sagen,
mir wär er jedenfalls 1000 mal lieber als die handlungsunfähige Merkel.
In Hessen hat sich doch was bewegt.
"In Hessen hat sich doch was bewegt": Jawohl, und zwar Schwarzgeld in die Schweiz. Ansonsten: Wann waren Sie das letzte Mal in Hessisch-Sibirien?
Was mich an diesen hessischen Konservativen - gelinde gesagt - ankotzt, ist ihre Grabenkämpfer-Mentalität: Sie kämpfen um die Macht nur für sich selber, nicht etwa zum Wohle des Volkes, und versuchen, mit diesem "Kampf" auch noch illegale Machenschaften zu entschuldigen.
Wenn ich ein CDU-Mann wäre, würde ich mich für solche "Parteifreunde" schämen: Diese "Konservativen" sind dem Totalitarismus näher als alle anderen politischen Gruppen in Deutschland, selbst Lafontaines Kasperletheater ist dagegen harmlos. Demokraten jedenfalls sehen anders aus...
bestätigt sich hier ja trefflich, nur an Argumenten mangelt es leider,
ja wirklich sehr "undemokratisch", dass er nicht zurücktritt, weil seine völlig maßlosen Feinde das ständig fordern. Nur wer von demokratisch redet sollte die Wähler, das heißt die Mehrheit respektieren, sogar die absolute Mehrheit in Hessen.
Fremdenhass war immer ein politisches Kampfwort, das ich nicht verstanden habe, eher ein Problem des Ostens und nicht der braven Hessen. Die wichtigsten Einwanderungsbeschränkungen stammen von rot/grün unter Min. Schily.
Also die Haushaltssanierung des Staates, Wirtschaftwachstum und sinkende Arbeitslosigkeit von Hessen, das ja noch aufhohlen muss, könnte durchaus ganz Deutschland gebrauchen. Ich würde es ihm zutrauen.
Und Merkel gegenüber war er loyal, vielleicht lest ihr mal weiter Zeitung, dass er gerade jetzt für Angela Mekel mit dem SPD-Finanzminister kontruktiv die Unternehmenssteuerreform aushandelt. Also bitte keine blindwütigen inhaltleeren Schlagwörter.
Sie haben einen merkwürdigen Ehrbegriff...
Kanther könnte bis zum neuen Urteil doch wieder als Saubermann für Frau Merkel tätig werden. Mit den korruptionsbelasteten CDU-Ministern Jung und Schäuble wäre er doch in einer sehr guten Gesellschaft. Irgendwo müssen auch noch die DM 100.000 rumliegen, die Schäuble vergessen hat.
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