Datenklau Ausgezeichnete DiebeSeite 2/2

Das Schwarzbuch Datenschutz gewährt zum Beispiel auch Einblick in das Schicksal von Adressen, die der unbedarfte Kunde beim Beantragen einer Kundenkarte angibt. Oder wenn er an einem Gewinnspiel teilnimmt. Dass sich der heimische Briefkasten täglich bis zum Rand mit Werbebriefen oder das elektronische Postfach mit Spam füllen, sind da noch die harmlosen Folgen. So werden über Benutzer von Bonus-Karten dezidierte Konsumprofile erstellt und weitergegeben. Die Post übrigens verkauft auch die per Nachsendeaufträgen gesammelten Adressen.

Das Paradebeispiel für den Datenkraken aber dürfte die Firma Loyalty Partner sein, die schon im Jahr 2000 für ihre so genannte »Payback«-Karte den Award erhielt. Unter dem Deckmantel eines Rabattsystems, früher machte man so etwas mit einem Sammelheft, türmt die Firma Massen von Daten über ihre Kartenbenutzer auf. Nach jedem Einkauf mit der Karte bekommt der Kunde Bonuspunkte gutgeschrieben, die Details über seinen Einkauf werden registriert und an zentraler Stelle gesammelt. Die meisten dieser Daten aber sind für den Betrieb eines Rabattsystems nicht nötig. Trotzdem hat das System seither viele Nachahmer gefunden.

Der FoeBud e.V. fand nach der Preisverleihung seinen eigenen Umgang mit dem Rabattsystem. Der Verein beantragte eine »Payback«-Karte und kopierte den Inhalt des Magnetstreifens auf viele andere Karten, die man im Bekanntenkreis verteilte. So kauften mehrere Tausend Menschen auf demselben Einkaufsprofil ein - die Daten waren für Loyalty Partner mithin nutzlos. Das Gebaren der Firma im nachfolgenden Gerichtsprozess zeigte deutlich, dass es der Firma nicht ums Rabattgeschäft, sondern ausschließlich um die Daten ihrer Kunden ging.

Die »BigBrotherAwards« zerren diese und andere im Dunkeln agierende Datenkraken ans Licht der Öffentlichkeit, und das mit großem Erfolg. Die Ausrichter der Awards indessen können sich vor Vorschlägen für eine Nominierung kaum noch retten. Insofern scheint die Einsicht in die Notwendigkeit des Datenschutzes zu steigen. Das mag optimistisch stimmen, die Auflistung der einschlägigen Datenschutzverletzungen der letzten fünf Jahre im Schwarzbuch allerdings macht eher Angst.



Das Buch ist bereits im Handel erhältlich:
Rena Tangens und padeluun (Herausgeber):
"Schwarzbuch Datenschutz - Ausgezeichnete Datenkraken der BigBrotherAwards"
Edition Nautilus, 2006
Preis: 13,90 Euro





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Leser-Kommentare
  1. Die  Zahl  der  Schäden  durch  Computerausspähungen  und  Manipulattionen  gehen  fast  unbemerkt an  der  Führungsebene  vorbei. Kaum  eine  Unternehmensführung  ist ausreichend  auf  dieses Thema  sesibilisiert. Aus  unserer  Täglichen  Beschäftigung  können  wir  zum Thema  Datenklau+Datendiebstahl  nur  anmerken  das  wir  auf  diesem Gebiet  ein  Entwicklungsland  sind. Die  Schäden auf  diesem Gebiet  sind  kaum  absehbar  und  eine  Grundsätzliche  Änderung  ist auch  in der  nächsten Zeit  nicht  in Sicht.(entfernt. Bitte verzichten Sie auf Schleichwerbung dieser Art. Die Redaktion/jk)Marco Pandera

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