Bundeswehr Deutsche Soldaten mit Totenkopf

Die schockierenden Fotos aus Afghanistan: Was sind die Folgen? Ein Kommentar

Fünf Fotos in Bild , die Geschichte machen könnten, ob sie nun echt sind oder nicht: Sie zeigen deutsche Soldaten in Afghanistan, die makabre und obszöne Späße mit einem Totenschädel treiben. Die an diesem Mittwoch veröffentlichten Aufnahmen sollen nach Aussage eines Bundeswehr-Angehörigen vor drei Jahren auf einer morgendlichen Patrouillenfahrt unter dem Kommando eines Feldwebels entstanden sein, schreibt das Blatt. An dem Vorfall waren angeblich auch zwei Stabsunteroffiziere und zwei weitere Soldaten beteiligt. Unklar sei die Herkunft der Gebeine.

Wer auch immer die Hand der Redaktion führte, der Zufall oder die Absicht, der Zeitpunkt der Veröffentlichung hätte genauer gezielt nicht sein können. Am gleichen Tag berät das Bundeskabinett über die Fortführung der Afghanistan-Mission der Bundeswehr sowie über das Weißbuch zur Verteidigungspolitik, und im Bundestag herrscht Aufregung über die Vorwürfe des ehemaligen Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz an die Adresse deutscher Militärs, diese hätten ihn in Afghanistan misshandelt.

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Nun gibt Berlin sich überrascht und schockiert. Die offiziellen Äußerungen variieren das Gestammel des Bild -Kommentators: „Der erste Gedanke beim Anblick der abscheulichen Fotos vom widerwärtigen Treiben einiger Bundeswehrsoldaten in Afghanistan ist: Das kann nicht wahr sein, das darf nicht wahr sein!“

Doch wie verblüffend ist es, dass Menschen im militärischen Einsatz verrohen? Überhaupt nicht. Wer auch nur ein bisschen Nähe zum Militärischen erlebt hat, und sei es bloß aus Lektüre, weiß das; der Umgang mit Waffen, erst recht derjenige unter Gefahr, legt archaische, aggressive Reaktionen frei. Schon in friedlichen Geländemanövern kam und kommt es immer wieder zu derartigem Verhalten. Weshalb jede Armee vor die Frage gestellt ist, wie sie mit diesem dunklen, unausweichlichen Hintergrund ihrer Existenz umgehen soll. Ihre Kultur muss derartigen Handlungen entgegengesetzt sein, das ist die Prävention. Und wenn so etwas dennoch geschieht, muss sofort korrigiert werden.

Die Bundeswehr ist eine zivilisierte Armee. Ihre Präventions- und Aufklärungskultur ist nicht die Schlechteste. Und auch dieser Fall wird ermittelt und aufgeklärt werden; es werden Sanktionen folgen. Nein, die interessante Frage ist eine andere: Wieso Bild ? Gesund wäre es gewesen, die Information über das Treiben der Uniformierten wäre eine korrekte Meldekette hinaufgewandert. Über diesen Mangel muss die Bundeswehrführung sich und dem Parlament nun Rechenschaft leisten.

Eine weitere Frage ungleich schwereren Gewichts folgt: Was werden die Wirkungen sein? Weit verbreitet in der muslimischen Welt sind die Fotos aus Abu Ghraib. Sie feuern den heiligen Zorn des islamistischen Terrorismus an. Die Bild -Bilder geben ihm nun neue Nahrung. Und ein neues Ziel.

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Leser-Kommentare
    • Karaya
    • 25.10.2006 um 10:06 Uhr

    die fotos sind 3,5 jahre alt.
    warum wird gerade heute diese sau durchs dorf getrieben?

    • Anonym
    • 25.10.2006 um 9:23 Uhr

    Die Bundeswehr ist eine zivilisierte Armee, schreiben Sie. An welche Märchen glauben Sie eigentlich? Eine Armee ist nur so lange zivilisiert, solange sie nicht im Einsatz ist. Ja, ich stelle sogar in Frage, dass sie in den Kasernen "zivilisiert" ist. Das ganze Militärgedöns baut ursprünglich und letzlich auf Dehumanisierung auf. Kein Wunder bricht diese feine Membran von Zivilisation im Kampf auf und quillt Eiter, Blut und Krebs hervor.

    Ich empfehle die Lektüre des Buches "Die Geschichte des Krieges" von John Keegan. Wer es dann noch nicht begriffen hat, darf ruhig zu Ernst Jüngers "Stahlgewitter" greifen.

  1. Keiner weiß bisher, wo der Totenschädel herstammt, den ein Soldat auf dem Foto in der Hand hält. Wenn er bei einer Patrouillenfahrt durch menschenleeres Gebiet am Weg gefunden wurde, dann ist niemand in seiner Totenruhe geschändet worden. Es gibt in disesem Land sicherlich tausende von Totenschädel aus den inzwischen jahrzehntelangen Kämpfen mit Millionen von Toten. Was erwartet man eigentlich von den jungen Soldaten, die in dieser Einöde ihren Dienst tun und die davon ausgehen können, daß ein solch makabres Erinnerungsfoto nicht an die Öffentlichkeit gelangt.

    Allerdings muß ich Fritzfernando zustimmen, daß derjenige, der solche an sich in Kriegsgebieten alltäglichen Bilder an die Öffentlichkeit lanciert, um einen heuchlerischen Medienhype zu provozieren, keinen Deut besser ist, als diejenigen, die sich in solch geschmacklosen Szenen ablichten lassen.

    • belua
    • 25.10.2006 um 10:08 Uhr

    Hier haben in erster Linie Elternhaus und Schule versagt. Schauen Sie sich mal um, was alles auf Abitur-und ähnlichen Schulfahrten geschieht. Junge Menschen, die gut erzogen und charakterlich in Ordnung sind,können in ihrem Soldatenberuf mit Waffen umgehen, ohne dass archaische und aggressive Reaktionen gewissermaßen automatisch freigesetzt werden.

  2. Merkt denn niemand was wirklich los ist?

    Der schwerste Vorwurf gegen die KSK lautet nicht, das sie Menschen getötet hätten. Das wäre übrigens normal bei einem echten Kampfeinsatz.

    Der härteste Vorwurf lautet, das KSK Soldaten einen Terrorverdächtigen an den Haaren gezogen hätten, als die Amerikaner zugesehen haben. Nun sollen die KSK Soldaten Fotos gemacht haben, die sie als harte Antiterrortruppe präsentieren, der es vor gar nichts graust.

    Das ist eine reine Show mit der sich Rot-Grün als große Terror/Islamisten Bekämpfer verkaufen wollten. Eine gute Show abliefern aber gleichzeitig niemandem weh tun. Genau das hat die KSK gemacht. Warum war der KSK Einsatz wohl so geheim? Wieso sollte die Öffentlichkeit nicht erfahren dürfen, wie viele Al-Qaida Leute die KSK zur Stecke gebracht hat?

    Andersrum passt es zusammen. Wir sollten nicht erfahren das Rot-Grün keine Lust hatte ernsthaft Terroristen zu bekämpfen. Man munkelte übrigens schon 1972 nach dem Olympia Attentat das Deutschland einen Separatfrieden mit den islamistischen Terroristen suchte.

    Im übrigen wissen wir ja nicht mal ob die Fotos nicht gestellt worden sind. J.S.

  3. Wenn, dann hat das weniger mit Computerspielen als dem Kontakt mit dieser brutalen Taliban Unkultur zu tun. Die Soldaten werden eben auch durch ihr Umfeld beeinflusst.
    Für Afghanische Verhältnisse ist sowas wohl kaum aufregend. Die Taliban haben Hinrichtungen im Fussballstadion vor vollen Tribünen regelrecht zelebriert. J.S.

    • Anonym
    • 25.10.2006 um 12:24 Uhr
    7. \N

    Interessant erklärt im Gegensatz zum Spiegel, wo man mit der Nachricht alleine ist.

  4. >Wer auch nur im entferntesten ahnt, was es für Moslems bedeutet, mit Toten einen "Schabernack" zu treiben, muss wissen, was daraus wird.

    Gähn, das Moslems sich immer gut künstlich aufregen können wissen wir spätestens seit den Mohamed-Karikaturen. Who cares!

    Afghanistan befindet sich seit fast 30 Jahren im Krieg, im Land liegen 100.000de Leichen rum, den Grad der Verrohung der dort (unter den Moslems) herrscht, den wollen sie gar nicht kennenlernen lieber Volker Remy.

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