Kunst
Wir brauchen eine realistische Revolution
Die Ausstellung iran.com in Freiburg zeigt die iranische Kunstszene zwischen Tradition, Imitation des Westens und Eigensinn. Eine Bildergalerie mit Texten Eines dieser hässlichen Teheraner Neubauviertel nah bei einer Stadtautobahn. Ein trostloses Hochhausskelett, tiefe, schwarze Fensterhöhlen. Es wird Abend. Da leuchten in den breiten Fensteröffnungen Gesichter auf, die den ganzen Rahmen ausfüllen. Frauen, Männer, Junge, Alte - 120 Gesichter erscheinen, verschwinden, bewegt in einem nicht erkennbaren Takt. Sie lachen oder schauen ernst, fragend, selbstbewusst. Die Menschen auf der Straße gucken neugierig nach oben und kommen miteinander ins Gespräch. Eigentlich sind nur Wandgemälde von Märtyrern oder die der geistigen Führer, von Ayatollah Khomeini bis Khamenei, im Stadtbild gestattet, und die sieht man überall, aber dies hier sind überdimensionale Porträts ganz normaler Leute. Einer sagt, dass er sein Abbild auch gern da oben sähe.
- Datum 13.11.2006 - 08:13 Uhr
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Kompliment an Sie, Frau Kiderlen, für den dichten Begleittext, aber auch Gratulation für die redaktionelle Aufbereitung des Bildmaterials. So kann der Mehrwert der ZEIT-Online aussehen.
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