Bekleidung An uns und an sichSeite 7/7

Die vehementesten Kritiker dieser Entwicklung verbinden ihre Klage mit heftigen Vorwürfen gegen die Exportpolitik der Vereinigten Staaten. Die »kulturelle Amerikanisierung«, die Verbreitung von T-Shirt, Jeans und Baseballkappen bildet sozusagen den Grundakkord in den aktuellen Diskussionen um jene Globalisierung und gilt bereits als empirisches Argument jenseits aller Kritik. Die ökonomisch und technisch am weitesten entwickelte Macht dieser Erde, so lautet die Botschaft, sei willens und imstande, ihre eigenen Normen der Kultur weltweit durchzusetzen. Ich kann dieser Klage nur schwer folgen. Denn wer sind eigentlich die großen Gewinner dieses Prozesses der Globalisierung, und wer sind die Verlierer?

Auf dem Gebiet der Kultur, und zu ihr zähle ich die Mode, kann ich mir – anders als in der Wirtschaft – vielmehr eine größere Zahl von Gewinnern vorstellen. Denn der vorhin beschriebene Trend zur Uniformierung der Kultur wird zweifelsohne eine Gegentendenz zur Nischenbildung befördern. Das Auskleiden der Nischen wird durch die neuen Techniken der Verbreitung und der Reproduktion erleichtert. Monopole auf Kultur werden sich nicht sichern lassen. Das Elitäre, soll heißen: das Neue und Unbequeme, das Ungesicherte und Provokative, das Phantasievolle und Verrückte, also all das, was immer noch Kunst und Mode konstituiert, wird ein anderes Versteck suchen und finden. Ob dieser Vorgang zu begrüßen ist oder ob wir die Hände über dem Kopf zusammenschlagen sollten (ein kultureller Vorgang, der auch ziemlich aus der Mode gekommen ist), wollen wir erst dann entscheiden, wenn es soweit gekommen ist. Voraussagen, Hochrechnungen gar haben in der Kultur stets unverschämt kurze Beine. Wer wüsste das besser als die Mode-Designer und ihre Auftraggeber ...

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Den Einfall des Globus verdanken wir dem griechischen Philosophen Anaximander. Ptolemäus hat später dann die Einzelheiten hinzugefügt. Anaximander, der im fünften vorchristlichen Jahrhundert lebte, obwohl er das natürlich nicht wusste, glaubte an einen Urstoff und an eine endlose Aufeinanderfolge von Weltbildungen. Diese Urmaterie war ihrer Beschaffenheit nach unbestimmt, ihrer Ausdehnung nach unend1ich. Klingt uns das nicht vertraut? Können wir uns eine schönere Definition von Kultur, aber auch von Mode an sich vorstellen als jene, die auch noch von dem Erdenker des Globus stammt?

Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Geduld.

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