BenQ Probleme verschleiert
Schon Mitte August war das Aus von BenQ in Deutschland besiegelt. Das Management wusste Bescheid, verbreitete aber dennoch weiter Durchhalteparolen
Offenbar wusste das Management des insolventen Handy-Herstellers BenQ Mobile schon Wochen vor der Pleite Bescheid über die finanziellen Probleme des erst vor einem Jahr von Siemens übernommenen deutschen Unternehmens. Die
Süddeutsche Zeitung
zitiert aus internen Dokumenten, unter anderem einem Schreiben von BenQ Mobile-Finanzchef David Wang vom 14. August an seine Kollegen: "Wir haben null Budget mehr", gab Wang da zu - rund sieben Wochen vor der Insolvenz.
Sämtliche Gelder, welche die taiwanesische Mutter BenQ für das gesamte Geschäftsjahr zur Verfügung gestellt habe, seien schon nach dem ersten Halbjahr aufgebraucht gewesen, heißt es in dem Papier weiter, und es gebe keinen Verhandlungsspielraum mehr. Fazit: "Unsere Liquidität könnte bald erschöpft sein." Das Schreiben ging an mehrere Spitzenmanager von BenQ und BenQ Mobile, darunter deren Chef Clemens Joos und den zuständigen Vorstand der Mutter, Jerry Wang.
Dennoch gaben die Verantwortlichen weiter Durchhalteparolen aus. Am 24. August bezeichnete BenQ-Chef Kuen-Yao Lee die deutsche Mobiltochter vor Journalisten in Taipeh als "wichtige Säule unseres Unternehmens".
Ungefähr zur gleichen Zeit wurde eine Finanzspritze aus Taiwan in Höhe von 400 Millionen Dollar öffentlich angekündigt - dabei war völlig unklar, ob das Geld jemals fließen würde. BenQ Mobile-Chef Clemens Joos sprach währenddessen von "erheblichen Fortschritten beim Unternehmensumbau" und teilte mit, "optimistisch in das Weihnachtsgeschäft" zu gehen. Als dann Ende September die Insolvenz angemeldet wurde, beteuerten die BenQ-Manager, sie seien völlig überrascht und "geschockt".
Unterdessen drängt Bayerns IG-Metall-Chef Werner Neugebauer den Elektrokonzern Siemens zu weiteren finanziellen Zugeständnissen für die Beschäftigten des insolventen Handy-Herstellers. Wenn es in den nächsten 14 Tagen keine Lösung gebe, müsse darüber nachgedacht werden, den Rücktritt von Siemens-Chef Kleinfeld und dessen Vorgänger, des heutigen Aufsichtsratschef von Pierer "auf die Tagesordnung zu setzen".
Siemens wies die Forderungen zurück. Sie entbehrten jeglicher Grundlage. "Siemens hat bereits auf freiwilliger Basis umfangreiche Hilfsmaßnahmen für die Mitarbeiter von BenQ Mobile zugesagt", erklärte das Unternehmen unter anderem mit Blick auf den zugesagten Hilfsfonds von 35 Millionen Euro.
- Datum 07.11.2006 - 11:42 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Siemens lügt, hat gelogen, wird lügen. Ganz einfach.
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