Gewalt gegen Kinder Erschreckender Befund
Jede Woche sterben in Deutschland zwei Kinder an den Folgen von Misshandlungen. Bundesministerin von der Leyen plant Frühwarnsysteme gegen diese Gewalt
Die Ergebnisse der ersten weltweite Studie über Gewalt gegen Kinder, die am Freitag in Berlin vorgestellt wurde, sind alarmierend. In Deutschland sterben wöchentlich zwei Kinder an den Folgen von Gewalt und Misshandlungen. Dabei ist diese Zahl noch nicht einmal außergewöhnlich hoch. In Frankreich sind es drei Kinder, in den - natürlich viel größeren - USA sogar 27 Kinder in der Woche, die die Misshandlungen, die sie erleiden müssen, nicht überleben. Weltweit sterben nach Angaben der Kinderhilfsorganisation UNICEF, in deren Auftrag die Studie durchgeführt wurde, jährlich über 50.000 Kinder an den Folgen von Gewalt und Missbrauch.
Trotz dieser traurigen Zahlen erfüllt Deutschland, was die Wahrung der Rechte von Minderjährigen angeht, nach Ansicht der Leiterin des UNICEF-Forschungszentrums, Marta Santos Pais, sogar eine Vorbildfunktion. Als eines von wenigen Länder weltweit hat die Bundesrepublik das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung gesetzlich verankert. In 106 Staaten sei die Prügelstrafe in Schulen dagegen noch heute nicht ausdrücklich verboten. In diesem Zusammenhang lobte Santos Pais auch die Bemühungen der Bundesregierung, ein soziales Frühwarnsystem für Kleinkindern und Säuglingen einzurichten.
Erste Ansätze dazu stellte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen am Freitag in Berlin vor. In den letzten drei Jahren habe es in Deutschland laut Kriminalstatistik 2900 Fälle von Kindesmisshandlung gegeben, die Dunkelziffer sei aber noch um ein Vielfaches höher, sagte von der Leyen. Aus diesen Zahlen und aus den "großen Katastrophen“, wie dem Tod des Bremer Jungen Kevin, müsse man nun lernen. Es habe „Fälle sträflichen menschlichen Versagens“ gegeben, so die Ministerin. Die offensichtlichen Fehler im deutschen Gesundheitssystem und in der Kinder- und Jugendhilfe müsse man „ausmerzen“.
Zu diesem Zweck will die Bundesregierung in den kommenden Jahren mehrere Modellprojekte fördern. Deutlich sprach sich die Ministerin jedoch dagegen aus, Eltern, die die Kooperation mit Erziehungsbehörden verweigern, zu sanktionieren, wie dies manche Landesregierungen angedacht hatten. „Wenn man den Eltern zehn Euro streicht, kriegt das Kind mehr Prügel“, sagte von der Leyen. Besser sei es in solchen Fällen, die Kinder aus den Familien herausnehmen.
Die geförderten Modellprojekte setzen beispielsweise bei der Beratung und Beobachtung von so genannten Risikogruppen an. Dazu zählen etwa sehr junge oder psychisch kranke Mütter aber auch Migrationsfamilien.
Sozialarbeiter sollen in neuen Methoden geschult werden, etwa in der Benutzung von „Video-Feedback“. Dabei filmt sich die Mutter beim Windelwechseln oder Füttern ihres Kindes selbst. Die Szene wird dann gemeinsam mit einem Sozialarbeiter ausgewertet, um sofort „direkte Verhaltensanweisungen zu geben“.
- Datum 04.11.2006 - 13:10 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 4.11.2006
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Ich habe selbst mehrmals erlebt, wie Kinder bei einem Umzug durchs Raster der Behörde fallen. Sie gehen keiner Behörde, keiner Schule ab (auch deshalb: Kindergartenpflicht!). Wenn alle zuständigen Ämter, Kinderärzte, Erzieher und auch Nachbarn einfach nur die Augen offenhalten und ihre Arbeit gewissenhaft und engagiert erledigten wäre schon viel gewonnen. Darüberhinaus muß Schluß sein mit zu langem Zuwarten und Überbewertung der Elternrechte: Kinder sind früher und endgültiger aus auffälligen Familien rauszunehmen. Das spart den Kindern Leid und der Gesellschaft mittel- und langfristig auch Geld.
Die Zahlen, wie viele Kinder pro Woche an Misshandlungen sterben in verschiedenen Ländern sind nichtssagend, weil keine Bezugsgröße (Einwohnerzahl) genannt wird. Lediglich wird erwähnt, dass die USA ja wesentlich größer seien, tatsächlich!
Warum nun plötzlich bei Kevin sich alle aufregen, die vorher so gelassen zusahen, das kann ich nicht nachvollziehen.
Die Programme, bei denen "Risikomüttern" unter die Arme gegriffen werden soll, klingen vielversprechend. Moralisieren wird nicht weiter helfen, sondern nur dazu führen, dass die "Risikomütter" das Vertrauen zu den zuständigen Sozialarbeitern verlieren und die Hilfe nicht mehr in Anspruch nehmen, oder nur noch der Form halber, was letztlich weder Müttern noch Kindern zu Gute kommt.
Es gibt "gute Mütter" und "schlechte Mütter"? Zumindest setzte sich dieser Zeitartikel vom Stammtischniveau ab. Gibt es übrigends auch "gute Stammtische" und "schlechte Stammtische"?
Leute wie Sie sind meine schlimmsten Gegner. Aus teilweise richtigen Analysen leiten Sie menschenverachtende Vorschläge ab. Welch eine Vorstellung, in einem der reichsten Länder der Welt Kinder verhungern zu lassen, um deren Eltern nachträglich für ihre Zeugung zu bestrafen und ein Exempel zu statuieren.
Indem Sie diskussionswürdige (kostenlose Verhütung) und unannehmbare Vorschläge (Zwangssterilisierungen etwa) vermischen, desauvoieren Sie nicht nur die ersteren, sondern die ganze Analyse. Wie Kästner richtig schrieb: die Mittel entheiligen den Zweck
Ich befürchte nicht, daß viele Leute auf Sie hören werden - gottlob! Doch Leute wie Sie sind es, die es selbsternannten Gutmenschen und Realitätsverweigerern leichtmachen, mit dem Finger auf Kassandra zu zeigen und sie zu diskeditieren. Sie sind, was finsterte Brutalkapitalisten und Ausbeuter für die kommunistischen Regime waren: eine Ausrede, vor allem vor sich selbst, jede unbequeme Wahrheit als Propaganda aus dem Reich des Bösen abzutun.
Es geht nicht nur um die spektakulären, aber eben doch seltenen Totesfälle. Sie sind lediglich die oberste Spitze eines ständig wachsenden Eisbergs aus Vernachlässigung und Kulturlosigkeit.
Auf ein totes Kind kommen hunderte, die zwar überleben, aber fürs Leben geschädigt sind. Die ohne emotionale Sicherheit, ohne Werte und ohne eine Erziehung aufwachsen, die diesen Namen verdient. Auf ein verhungertes Kind kommen tausend, die als Erwachsene noch nicht wissen, daß man eine Suppe auch selber kochen kann (ohne Fertigpulver). Auf ein totgeschlagenes hunderte, die elterliche Zuwendung nur in Form von Schlägen erlebt haben. Auf einen "Ehrenmord" kommen ungezählte Fälle von Zwangsverheiratung, von gewaltigem physischem und psychischem Druck auf junge Frauen.
Die Geschichte hat immer wieder, gerade auch in Deutschland, gezeigt, daß der Staat ein schlechter Ersatzvater ist - daher ist das Elternrecht ein so heiliges Gut. Leider haben wir immer mehr Eltern, die so katastrophal versagen, daß massivste staatliche Einmischung als das kleinere Übel erscheint. Wenn sich nichts ändert, wird die sich anteilig immer stärker vermehrende Unterschicht wird über kurz oder lang die liberale Gesellschaft unterminieren, ihre Existenzgrundlage untergraben. Am Ende steht im Zweifel die nächste braune Diktatur. In Ostdeutschland regen sich schon die ersten Pflänzchen. Was wird wohl geschehen, wenn der Daueralimentator Westdeutschland eines Tages wegfällt, weil er unter denselben Problemen leidet: einer schrumpfenden Mittelschichten, unfähig, die Eliten, die explodierenden Sozialkosten noch länger zu erwirtschaften, und deren Kiner dem Land den RÜcken kehren?
Ich weiß, Sie halten das für Panikmache. Sie kennen ja das Beispiel vom Frosch im Wasserglas... es ist wie beim Klimawandel. In 30 Jahren will es dann niemand gewußt haben.
Wer die UNICEF- Studie und deren Erhebungsweise analysiert, der wird die Zahlen mit etwas mehr Vorsicht interpretieren. Die Autoren haben nämlich zu den Zahlen der tatsächlich erfassten Kindstötungen und Totschlägen an Kindern, die Zahlen für ungeklärte Kindstote einfach hinzugenommen. Daher deckt sich der statistische Wert von 106 toten Kindern im Jahr/80 Mio. EW auch nicht mit den amtlichen Kriminalitätsziffern, die niedriger liegen. Bei Verdacht auf ein Gewaltverbrechen (Mord, Totschlag, Körperverletzung mit Todesfolge) wird in Deutschland grundsätzlich ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Kriminalitätsstatisitiken arbeiten mit Angaben auf
je 100 000 Einwohner, oder gar mit der Ziffer pro 100 000 stafmündigen Einwohnern.
Um das Sterberisiko von Kindern richtig einzuschätzen und vor allem das Risiko tatsächlich in großer Zahl vermeidbarer Kindstode zu verstehen, sollte sich jeder Leser einmal die Zahlen der jährlich verunfallten Kinder anschauen. Ca. 280 Kinder sterben jährlich im Verkehr, noch viel höher liegt das Todesrisiko für Kinder im Haushalt, insbesondere vom ersten bis vierten Lebensjahr, durch Sturz vom Wickeltisch, Verbrennungen, Treppensturz u.ä., in höherem Alter dann der Spiel und Wegeunfall.
Jedes tote Kind, dessen Sterben nicht schicksalhaft, sondern durch Gewalt oder fehlende Aufmerksamkeit zustande kam, ist eines zu viel. Aber hoffentlich fordern wir nicht, einigen populistischen Politikern folgend, die falschen Maßnahmen, die die Zahl der Kindertodesfälle überhaupt nicht oder nur wenig senken. Derzeit wollen wir nämlich weder an der Verkehrstruktur in den Städten, noch an den Sicherungen im Haushalt grundsätzliche Änderungen vornehmen, obwohl dort
hunderte Kinder gerettet werden könnten.
Es gibt Momente, da sollte man nicht mehr kommentieren, sondern nur noch schweigen.
Das undifferenzierte Kindergeld und die gesetzlich garantierte Übernahme von vielen anderen Leistungen durch den Staat, also andere, führt, verführt manche, leider schon zur Leichtfertigkeit bei der Kinderzeugung. Ja, man sieht, dass es in der - für das funktionieren der Gesellschaft ja dcoh so wichtign Unterschicht, verantwortliche und nichtverantwortliche Eltern auch im Zeitalter der sicheren Verhütung gibt. Warum aber nur setzt man hier immer auf die teuere Sekundär- und Tertiärprävention bzw. auf die Reparatur bereits eingetretener, heute aber eben vermeidbarer, Schäden?
M.E. müsste man hier mehr in kostenlose Verhütungsprogramme und -Mittel investieren, für Leute, die nicht reif für Kinder sind, und in eine Bildung und Beratung junger Paare und Frauen darüber, wie die eigenen Zukunftschancen und die evtl. Kinder sind - und wie hoch deshalb ihre Chancen für den Erhalt von Kinderunterstützungsleistungen, z.B. Kindergeld aus einer an die Alterversorgungsversicherug der kinderlosen Alten gekoppelten Jungelternunterstützungsversicherung sind. Der Grundsatz muss doch - wie schon früher und in großen Teilen der Welt und großen Teilen von Mittel- und Oberschicht, sein, dass diejenigen, die Kinder in die Welt setzen, für die ersten Jahre, und länger, auch dafür aufkommen können sollten. Wer das nicht kann, der sollte die Finger davon lassen und ansonsten damit rechnen, dass er mit diesen dann eben ziemlich alleine dasteht, bzw. bei anderen nur mit freiwilliger(!) caritativer Hilfe rechnen kann, die eben nur solange gezahlt werden wird, wie manche etwas übrig haben und auch Verständnis für die Situation der Kinderzeuger und ihrer Not. Ein gesetzlich garantierter existenzsichernder Unterhalt vergisst, dass einen Gesellschaft, die nur aus solchen Rest-Familien bestehen würde, nicht überleben kann. Der Umschlagspunkt liegt hier aber früher.
Genauso wie wir letztlich zusehen (können), oder eben wegsehen, wie anderswo, in Afrika, aber sicher auch in solchen Problemfamilien, Kinder verhungern oder an gut behandelbaren Krankheiten sterben, so können wir auch zusehen, wenn Leute ihre Kinder nicht durchbringen, die wir vor der Kinderzeugung massiv gewarnt haben, denen wir vorher gesagt haben, dass wir ihnen und ihren Kindern keine weitere Unterstützung geben können und wollen. Wenn ein Amokfahrer in Folge eines Verkehrsunfalls stirbt, wir man auch nur beschränkt darüber trauern können.
Die Stärkung der Selbstverantwortung muss endlich wieder auch den Bereich der Entscheidung und Verantwortung der Kinderzeugung und Elternschaft umfassen, sonst kann der. bzw. diejenige, der ehrlich seine Steuern zahlt, leicht zum genetischen Verlierer werden, wohingegen der- und diejenige, der bewuss oder eher unbewusst auf die Unterstützung durch andere setzt, hier der Sieger ist.. Noch mal und immer wiedere: Gerechte und sinnvolle Rahmenbedingungen, die auf Eigenständigkeit und Selbstverantwortung setzen, und die Unterstützung bei Maßnahmen zur Verhütung und bei der individuellen Entscheidungsfindung zur Sinnhaftigkeit und verantwortlichen Realisierbarkeit eines Kinderwunsches. Es ist wie bei der AIDS-Prävention: Wenn man erst die Schwangere (bzw. die HIV-positiven) berät, ist es eigentlich schon zu spät! Die AIDS-Plakate hängen überall - wo sind aber nur die Plakate, die junge Leute vor unverantwortlichen und leichtfertigen Schwangerschaften mahnen?!
Dass ganze ist vor allem auch eine erzieherische Maßnahme, die eben auch eine Steuerungsfunktion haben soll. Gut, wenn hier auch dann noch 1 oder 2 Kinder pro Woche sterben, z.B. wegen verhungerns, weil die Mutter das Geld nicht hat, so haben wir hier dann aber sicher nicht oder wesentlich geringer den, wie auch Frau v. d. Leysen sagte, heute noch großen Graubereich det lieblosen Kindheiten, als auch die sich fortsetzenden Sozialhilfe-Karrieren, die das Potential zur Sprengung dieses Sozialstaates haben könnten.
Die Eltern der heutigen Kinder und die Kinder selbst, sind z.T. auch Opfer des falschen Welt- und Menschenbildes eines Teils unserer Politiker. Nur damit diese die Welt schönreden können, von der großen Zukunft schwafeln können, wird uns etwas vorgegaukelt - und manch einfach gestrickter Geist ist hier sei anfällg und fällt dann auch gern darauf rein. Später erst merkt er, dass das Leben viel härter ist, dass er hier zu leichtgläubig, zum Opfer falscher Versprechungen und Garantieren geworden ist.
... dass die Zahl der tödlichen Kindesmißhandlungen bei uns niedriger ist als......
mir fehlt allerdings der Hinweis, wo sie noch niedriger ist und warum etc..
Weiterhin fehlt es mir bei aller demonstrierten Besorgnis an einer ausreichenden Kritik an den Tätern, das wird dann irgendwie etwas scheinheilig. Ist es denn so schwer, festzustellen, dass wie ein zunehmendes "Mütterproblem" haben. Das muss doch endlich mal öffentlich ausgesprochen werden, gerade auch zur moralischen Unterstützung der vielen guten Mütter. Das fängt mit der massenweisen Abtreibung an, ach ja, im Ausland noch schlimmer, es gibt aber auch hier Vorbilder. Statt dessen wird immer entschuldigend von "Überforderung" gesprochen oder gar der Psychiater bemüht.
Na klar Kinder gehören nicht in die Hände von Süchtigen, das fängt mit dem Rauchen an! Also Rauchverbot für Mütter oder Kinderverbot für Raucherinnen, das müßte selbstverständlich sein!
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