Stromausfall Blackout in Europa
Eine Störung im deutschen Netz hat in der Nacht zu Sonntag in weiten Teilen Westeuropas den Strom ausfallen lassen. Auslöser war womöglich eine Abschaltung für die Durchfahrt eines neuen Kreuzfahrtschiffes
Der E.on-Konzern teilte am Sonntag mit, möglicherweise bestehe ein Zusammenhang mit der Abschaltung einer Höchstspannungsleitung des Unternehmens in Niedersachsen. Dies könnte zu Überlastungen im nordwestdeutschen Netz geführt haben. Die genaue Ursache der Netzstörung, die gegen 22.10 Uhr eintrat sich dann wie im Dominoeffekt durch halb Europa fortsetzte, werde noch untersucht.
E.on hatte eine halbe Stunde vorher planmäßig eine Leitung durch die Ems abgeschaltet, um die gefahrlose Durchfahrt des Schiffes zu ermöglichen. "Solche Abschaltungen sind in der Vergangenheit bereits mehrfach problemlos erfolgt", hieß es. Die Abschaltung könne aber nicht die alleinige Ursache für die Störung sein, da diese zeitlich verzögert eingetreten sei, sagte ein E.on-Sprecher.
In Deutschland saßen unter anderem Menschen in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem nördlichen Saarland bis zu einer Stunde im Dunkeln. Auch in Teilen Frankreichs, Belgiens, der Niederlande, Österreichs, Italiens und Spaniens fiel der Strom bis zu eindreiviertel Stunde aus. Berichte über Schäden gab es zunächst nicht.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos forderte von E.on "eine rückhaltlose Aufklärung des Vorfalls und seiner Ursachen". Umweltminister Sigmar Gabriel verlangte von den deutschen Konzernen einen forcierten Ausbau der Netze. "Alte Hochspannungsleitungen müssen schnellstens saniert werden", fordert der SPD-Politiker. Er erwarte eine klare Verpflichtung der Stromkonzerne zum Netzausbau und die Vorlage eines Zeitplans, dessen Einhaltung regelmäßig überprüft werde.
Glos erklärte, Stromausfälle seien nicht nur für die Menschen ein Ärgernis, sondern auch ein erhebliches Risiko für die Wirtschaft. Sein Ministerium werde von E.ON einen Bericht über die Netzstörung erhalten. "Wir werden diesen Bericht zügig analysieren, um gemeinsam mit den Unternehmen sicherzustellen, dass sich solche Vorfälle wenn irgend möglich nicht wiederholen", sagte der CSU-Politiker.
"Es war zu wenig Kraftwerksleistung im Netz", sagte ein Sprecher von RWE Rhein Ruhr. Da die Versorgung über ein Verbundnetz laufe, habe sich der Ausfall auf weitere Netze übertragen. Im Gebiet von RWE Rhein Ruhr seien vermutlich mehr als eine Million Menschen betroffen gewesen, darunter Einwohner von Köln, Essen, Gelsenkirchen und in Rheinland-Pfalz. In Köln riefen während der Störung über 1000 verunsicherte Bürger bei der Feuerwehr an, was nach Angaben eines Sprechers die Bearbeitung der echten Notrufe erheblich behinderte.
In Deutschland kam es durch den Stromausfall zu Störungen im Bahnverkehr. Die Deutsche Bahn teilte mit, bei deutlich mehr als 100 Nahverkehrszügen und bei einzelnen Fernverbindungen habe es Verspätungen von bis zu einer halben Stunde gegeben. Vereinzelt seien auch ICE und Eurocity-Züge betroffen gewesen. Die Fernzüge hätten bis zum Ende der Stromausfälle in den Bahnhöfen gewartet. Vor allem im Raum Berlin-Brandenburg sei der Bahnverkehr beeinträchtigt gewesen. Zu Verzögerungen kam es unter anderem auch in Nordrhein-Westfalen und in Hessen.
Der Stromausfall führte im europäischen Ausland zu einer Kettenreaktion. In Frankreich war es nach Angaben der für die Energiebranche zuständigen Gewerkschaft CGT der größte Stromausfall seit 30 Jahren. Nach Informationen der ARD waren dort fünf Millionen Menschen ohne Strom. Das Innenministerium in Paris teilte mit, es seien vor allem der Osten aber auch Teile von Paris von den Ausfällen betroffen gewesen. In Belgien waren nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Belga Gemeinden in Wallonien fast zwei Stunden ohne Strom. Italiens Ministerpräsident Romano Prodi sagte, der Stromausfall zeige, wie nötig eine europäische Energiepolitik und -behörde sei.
- Datum 06.11.2006 - 13:07 Uhr
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@ dunnhaupt
Sind Sie etwa ironieresistent? Wenn es irgendwann in kunterbunter Zukunft keinen Bush mehr geben sollte, sind es eben wieder die Juden, die ja heute schon nur auf Gewinnmaximierung aus sind und nach Ansicht "bedeutender" Politikwissenschaftler ohnehin zuviel Einfluss auf die Politik und die (Energie)wirtschaft haben.
auf "Teufel komm raus" privatisiert, bekommt eben die Quittung!
Die Politiker, die noch vor einigen Jahren die angeblichen Vorteile von Privatisierungenund die höhere Effizienz von Unternehmen propagierten, schreien jetzt wieder am lautesten nach mehr Überwachung und staatliche Regulierung im Energieversorgungsbereich.
So ist das eben, wenn man seine verfehlte und schlampige Haushaltspolitik durch Einmalerlöse aus Verkauf von "Volkseigentum" zu verschleiern versucht.
Ich bin mal gespannt, wann die erste Meldung kommt, dass das Trinkwasser eines privaten Wasserversorgers in einer größeren Stadt verunreinigt worden ist, weil irgendwo Geld eingespart wurde.
Falls so etwas wirklich mal passieren sollte, wette ich:
- erst wird alles abgestritten
- dann ein bißchen zugegeben
- dann "es bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Gesundheit der Menschen"
- nach ca. 2 Wochen erfährt man dann den ganzen Umfang
Vor geraumer Zeit kollabierte an der amerikanischen Ostküste und in Kanada das Stromnetz.
Sofort waren sich Politik und Medien einig: Bei uns kann das nie passieren. Wir sind anders. Wir pflegen unsere Leitungen. Wir organisieren unsere Versorgungen dezentral.
Old, stupid Europe eben.
korfstroem
Es besteht ein Zusammenhang von Sonnenaktivitäten!
Sehr schön ist es anhand der grafischen Darstellung der
(X-Ray flux)zu sehen!
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Das gleiche gilt auch für Erdbeben!
Wer Deregulierung und Privatisierung predigt, muss eben wissen, was die Konsequenzen sein können. Die wesentliche Aufgabe eines privatwirtschaftlichen Unternehmens ist es, den Gewinn zu maximieren alles andere ist nur ein Mittel zum Zweck ( Produktqualität, Arbeitsplätze etc.) Das kann bittere Folgen haben, wenn es sich bei dem Produkt, um die lebensnotwendigen Versorgungsleistungen ( Strom, Wasser etc.) einer Gesellschaft handelt.
Noch vor zwei Jahren konnte so etwas nur in den chaotischen USA und unter G.W.Bush passieren!
..gibt es, weil im Deltaquadranten der Andromedagalaxie ein Pulsar kollabierte.
Es erscheint logisch, dass Abschaltungen von Verbrauchern zu geringe Kraftwerksleistungen kompensieren können.
Es erscheint NICHT logisch, dass diese Abschaltungen das Problem (lt. Netzbetreiber RWE: zu geringe Kraftwerksleistung) nicht lösen sondern sogar verschlimmern.
Das war ja wohl der schwarze Freitag der europäischenb Energiewirtschaft - hoffentlich werden solche Domino-Effekte bald unterbunden.
Bis dahin warte ich weiter auf schlüssige Erklärungen.
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