Afghanistan Absage an BrüsselSeite 2/2
Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums sind derzeit 21 Fernmelder auf dem ISAF-Stützpunkt in Kandahar im Süden Afghanistans eingesetzt. Die Bundesrepublik ist mit mehr als 2800 Soldaten der drittgrößte Truppensteller der ISAF, die insgesamt rund 31.000 Soldaten umfasst. Im Süden haben bislang besonders Briten und Kanadier erhebliche Verluste zu verzeichnen. SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte, er rechne mit zunehmendem Druck aus den USA. Das deutsche Engagement in Afghanistan sei aber groß genug. Die Beruhigung der Situation im Norden sei kein Zufall, sondern habe auch etwas mit den deutschen Fähigkeiten dort zu tun.
Bei einem Panzerfaustangriff auf eine Bundeswehrpatrouille im nordafghanischen Kundus wurden unterdessen zwei afghanische Polizisten verletzt. Deutsche Soldaten seien bei dem Vorfall am Sonntagabend nicht zu Schaden gekommen, teilte das Verteidigungsministerium am Montag mit. Die Angreifer hätten eine Panzerfaust russischer Herkunft auf die drei Fahrzeuge abgefeuert. Bei Kämpfen in der südostafghanischen Provinz Paktika wurden nach Armeeangaben mindestens 60 radikal-islamische Rebellen getötet.
Afghanistan durchlebt derzeit die schlimmste Phase der Gewalt seit dem Sturz der Taliban, der sich am Montag zum fünften Mal jährte. Nach einem Bericht von Vertretern der Regierung in Kabul, der Vereinten Nationen und wichtiger Geberländer hat der radikal-islamische Aufstand in diesem Jahr bereits mehr als 3700 Todesopfer gefordert, vier Mal so viele wie im vergangenen Jahr. Die Rebellion drohe, manche der in den vergangenen Jahren erreichten Fortschritte wieder zunichte zu machen.
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- Datum 15.11.2006 - 10:06 Uhr
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