Al-Dschasira "Osama-TV"?
Neue Konkurrenz für BBC und CNN: Vor einem internationalem Fernseh-Publikum sucht al-Dschasira Englisch erst einmal eine eigene Identität
Zum zehnjährigen Geburtstag hat sich der arabische Sender al ein ganz besonderes Geschenk gegönnt: „Dies ist Tag Eins einer neuen Ära der Fernseh-Nachrichten.“ Mit diesen Worten ging heute pünktlich um 13 Uhr der englischsprachige Schwesterkanal al-Dschasira Englisch auf Sendung.
Von den vier Sendeorten in Doha, Kuala Lumpur, London und Washington hat al-Dschasira Englisch den Anspruch, die Nachrichten-Landschaft zu verändern. Vor allem wird über Regionen und Themen berichtet, die von den westlichen Networks wie BBC und CNN vernachlässigt werden – so widmeten sich die ersten Reportagen der Armut und Korruption in Brasilien, Zimbabwe und Afghanistan. Mit einer auf diese Weise neu gezeichneten Landkarte der globalen Berichterstattung will al-Dschasira Englisch den etablierten Sendern Marktanteile abnehmen.
Gegründet 1996, revolutioniert al-Dschasira schnell die Medienlandschaft des Nahen Ostens. Zum ersten Mal können Oppositionelle, Menschenrechtler und sogar Zuschauer in neuen Formaten frei ihre Meinung sagen. Nach dem 11. September 2001 deckt al-Dschasira den Krieg in Afghanistan ab und strahlt Bin Ladens Videobänder, die auch im Westen bekannt und in den USA gefürchtet sind, aus.
Von Beginn an erreicht der Sender weltweit 80 Millionen Haushalte über Kabel und Satellit. „Diese Zahl ist doppelt so hoch wie unser ursprüngliches Ziel. Kein anderer internationaler Nachrichten-Sender hat mit so vielen Haushalten weltweit angefangen“, freute sich Wadah Khanfar, der General-Direktor von al-Dschasira. Doch die große Zahl der Haushalte ist Segen und Fluch zugleich. Denn wenn es Zuschauer von CNN und BBC einholen will, hat al-Dschasira International einen schwierigen Spagat vor sich. Drei Viertel der weltweit 1,2 Milliarden Muslime sprechen kein Arabisch. Dies gilt vor allem in Asien – ein Publikum wie gemacht für al-Dschasira Englisch. Aber Zuschauer in Kabul, Jakarta oder Lagos sehen die Ereignisse der Welt ganz anders als Zuschauer in Manchester, Rom oder Frankfurt.
Der Härtetest für den Sender ist der palästinensisch-israelische Konflikt, über den die Meinungen zwischen der muslimischen und der westlichen Welt am weitesten auseinander klaffen. So sagte der Geschäftsführer des englischen Senders, Nigel Parsons, man werde Selbstmordattentäter nicht als Märtyrer bezeichnen wie das arabische Pendant. „Das Wort Selbstmord beinhaltet im Arabischen ein moralisches Urteil, das in anderen Sprachen nicht existiert.“
Um dem teilweise feindseligen westlichen Publikum vertraute Gesichter zu bieten, hat der Sender kräftig bei den westlichen Networks eingekauft. Die Liste der Korrespondenten und Moderatoren von al-Dschasira Englisch liest sich wie ein Who’s Who des internationalen Fernseh-Journalismus. Der Prominenteste ist der Brite Sir David Frost, der in der Talk-Show Frost over the World einmal pro Woche das Geschehen in der Welt begleiten soll. Doch selbst Frost erzählte dem Guardian in einem Interview freimütig, er habe sich erstmal bei seinen Kontakten in London und Washington umgehört, ob al-Dschasira etwas mit Terrorismus zu tun habe.
- Datum 15.11.2006 - 05:56 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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konkurrenz belebt das geschäft, und der markt regelt alles - von arbeitslosenzahlen bis zur zahnspange. soweit das credo. damit ist alles gerechtfertigt, die ausplünderung der so genannten dritten welt, waffenexporte, prekärer schichtkäse und anderer quark.
nur eines führt natürlich zu weit - geht es um die deutungshoheit des westens ist schluß mit den liberalistischen attitüden. propaganda kann kriegsentscheidend sein.
al - dschasira English ist gerade gestartet, schon spricht der bush-funk von osama-tv.
Wieso komme ich immer auf die Anmelde-Seite, wenn ich einen Kommentar lesen will?
Wieso komme ich immer auf die Anmelde-Seite, wenn ich einen Kommentar lesen will?
/# Sarkasmus on/
darf ich Sie zum neuen Kommentarsystem beglückwünschen? Die Farben sind wohl ausgewählt und hinterlassen einen bleibenden Eindruck.
Sie haben es erfolgreich geschafft die Komplexität des Systems aufzublähen, die Handhabung durch kleiner Schaltflächen nur noch dem geschulten PC User Zugang zu gewähren. Nicht das es schön ist das man sich gleich anmelden muß, nur es irritiert mich ein wenig warum ich zum lesen eines Kommentares meine Identität hier lassen muß.
Können wir das alte Sytem zurückhaben?
kann jemand erklären, warum hier nix mehr geht? von der ZEIT gibt es keine antwort, bei einigen lesern scheint es jedoch offenbar zu funktionieren. wer also kann, der helfe. bitte.
danke schön
Ich kenne kaum islamisches Land welches nicht zutiefst arm und korrupt ist. Aber schon klar, das der Sender über Brasilien und Afganistan berichten will. ist ja auch nicht gefährlich dort die Korruption anzuprangern.
Wäre ja auch zu dumm wenn man über die Geldverschwendung des saudischen Königshauses, die Korruption in den indonesischen Ministerien oder das zuschieben von Posten im Gazastreifen berichten müßte.
ich denke, das alte, bewährte system der kommentierung hat für alle beteiligten sehr gut funktioniert.
eine änderung muß also einen zusatznutzen bringen. wie sieht der aus? ermöglicht das neue system eine identifikation der kommentatoren? wer hängt drin im neuen infopool.
es hacke nun wer hacken kann - da stinkt etwas.
ich denke, das alte, bewährte system der kommentierung hat für alle beteiligten sehr gut funktioniert.
eine änderung muß also einen zusatznutzen bringen. wie sieht der aus? ermöglicht das neue system eine identifikation der kommentatoren? wer hängt drin im neuen infopool.
es hacke nun wer hacken kann - da stinkt etwas.
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