Klimapolitik Geldmaschine Braunkohle

Eigentlich soll der Emissionshandel das Klima schützen. Stattdessen belohnt er die größten Luftverschmutzer und verschafft den Stromkonzernen Profite in Milliardenhöhe, sagen Kritiker. Was ist schiefgelaufen?

Die Idee ist bestechend simpel: Weil das Treibhausgas Kohlendioxid für einen Großteil der von Menschen gemachten Erderwärmung verantwortlich ist, soll zahlen, wer es in die Luft pustet. Dadurch werden die schädlichen Abgase teurer. Ab einem gewissen Preis lohnt es sich für den Verursacher, Geld in neue, sauberere Technologien zu stecken, statt weiterhin für die Verschmutzung der Umwelt zu zahlen.

Handelbare Emissionsrechte, wie sie im vergangenen Jahr von der Europäischen Union eingeführt worden sind, bewirken noch mehr. Durch sie setzt der Staat den Unternehmen eines Landes eine Emissions-Obergrenze. Jede Firma erhält eine gewisse Menge an Verschmutzungsrechten. Alles Übrige regelt der Markt ganz elegant: Je nachdem, was für sie günstiger ist, kaufen die Unternehmen entweder Emissionsrechte hinzu oder investieren in neue, umweltschonende Technologien. So wird der Ausstoß an Kohlendioxid ganz automatisch genau dort gesenkt, wo es am wenigsten kostet.

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So weit, so einleuchtend. Leider ist die politische Praxis komplizierter. Für sie ist in Deutschland Bundesumweltminister Sigmar Gabriel verantwortlich, der im Sommer darlegte, wie er den Handel mit den Verschmutzungsrechten in Zukunft zu regeln gedenke. Zusammengefasst hatte er seine Absichten im „Nationalen Allokationsplan II“, der für die Zeit von 2008 und 2012 gilt. Spätestens seither wird der Umweltminister von allen Seiten kritisiert. Er belohne die schmutzigsten Stromerzeuger, statt ihnen die Kosten ihres Verhaltens aufzubürden, und fördere neue Braunkohlekraftwerke; er schenke den Stromkonzernen zusätzliche Profite in Milliardenhöhe, und lasse die Verbraucher die Zeche zahlen, beanstanden die Kritiker. Zu ihnen gehören Ökonomen, Umweltschützer, Oppositions- und auch Regierungspolitiker.

Die Debatte kreist um zwei Probleme. Problem eins: Gabriel verschenkt die Verschmutzungsrechte. Die Energiekonzerne müssen für die Zertifikate keinen Cent zahlen, schlagen aber deren Marktwert auf den Strompreis obendrauf. Dem Verbraucher bleibt kaum eine andere Möglichkeit, als zu zahlen. Den Versorgern bringt diese Praxis jährliche Extraprofite in Milliardenhöhe ein, so genannte Windfall Profits .

Den Stromkonzernen darf man ihre Preispolitik nicht vorwerfen. Das klingt zwar zunächst widersinnig, doch die Unternehmen handeln nach einem grundlegenden ökonomischen Kalkül: Die Zertifikate stellen aus Sicht der Unternehmen einen Vermögenswert dar, ganz gleich, ob sie gekauft oder gratis erworben wurden. Dieser Wert geht bei der Stromerzeugung verloren, es entstehen also betriebswirtschaftliche Kosten. Die fließen in die Preiskalkulation ein wie andere Kosten auch. „Höhere Zertifikatspreise führen also ganz zwangsläufig zu höheren Preisforderungen“, sagt Axel Ockenfels, Volkswirt und Leiter des Energiewirtschaftlichen Instituts der Universität Köln.

Leser-Kommentare
  1. Und so wird die Erde dann wohl an unseren (staatlich subventionierten) Abgasen ersticken, super! Danke, liebe Umwelt-Politiker, der Atom-Ausstig war wirklich eine feine Sache, zwar nicht für die Umwelt, aber doch wenigstens für die Konzerne - das ist doch was!

    Und wenn alles schief läuft, können wir ja immer noch auf die bösen Amerikaner schimpfen oder wahlweise auf die Entwicklungsländer. Daß die sich einfach weigern, unserem hervorragenden Beispiel zu folgen, tss tss...

    Na und die Bundes-Bürger? Die nutzen weiter eifrig die tollen Billig-Flieger und freuen sich auf ihren neuen 8-Zylinder-Geländewagen, der macht richtig was her. Und man muß ja schließlich auch an die Arbeitsplätze (und sei es in Korea) denken, gelle?

    Für die Umwelt haben wir ja genug getan, schließlich haben wir rot und grün gewählt. Hat ja auch alles super geklappt, oder?

    Wer kommt angesicht solcher Lemmings-Politik noch ohne Sarkasmus aus?!

    R.Jonasson

  2. Emmisionsrechtehandel und Atomkraftausstieg dienen eigentlich dem Marsbesiedelungsprojekt mit dem Deutschland ökonomisch punkten will.

    Die Förderung der Braunkohleförderung ist nur Mittel zum Zweck. Die eigentliche Herausforderung ist das Sammeln von Erfahrungen für die (Re) Kultivierung der Landschaft, die Schaffung von künstlichen Seenlandschaften und Wäldern.

    Gleichzeitig wird die Umsiedlung, Besiedlung von neuen Lebensräumen für die Bewohner weggebaggerter Dörfer geübt.

    Mit den dabei erworbenen technologischen Wissen über Terraforming will die Bundesrepublik sich dann bei der Besiedlung des Mars als Marktführer einbringen.

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