Klima "Unsere Kinder zahlen"

UN-Generalsekretär Annan macht der internationalen Politik auf dem Klimagipfel in Nairobi schwere Vorwürfe, und kündigt Hilfe für den Umweltschutz in Afrika an

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat auf dem Klimagipfel in Nairobi das seiner Ansicht nach fehlende Engagement vieler Politiker kritisiert. Es herrsche ein "erschreckender Mangel an Führungswillen" sagte er. Die Regierungschefs sollten endlich ernst mit dem Kampf gegen den Klimawandel machen. Die globale Erwärmung müsse laut Annan genauso viel Beachtung finden wie Gefahren durch Krieg, Armut und die Verbreitung von tödlichen Waffen. "Der weltweite Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit", sagte der Generalsekretär. "Wenn wir scheitern, dann müssen unsere Kinder dafür zahlen."

Die UN-Umwelt- und Entwicklungsbehörden wollen Annan zufolge ein Programm starten, um armen Ländern zu helfen. Mit Unterstützung der UNEP sollen veränderte Klimabedingungen beim Bau von Infrastruktur und Gebäuden künftig berücksichtigt werden. Im Rahmen der angekündigten Kampagne sollen sechs UN-Behörden vor allem afrikanischen Entwicklungsländern unter anderem dabei helfen, mehr finanzielle Mittel für erneuerbare Energien wie Wind- und Wasserkraft zu erhalten, sagte Annan. Er forderte die Geberländer eindringlich dazu auf, die Initiative zu unterstützen.

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Konferenz und Rede Annans kommen zu einem wichtigen Zeitpunkt: Zuletzt zeichneten Studien der UN und der britischen Regierung ein alarmierendes Bild von der fortschreitenden globalen Erwärmung und ihren Folgen. Während die UN-Klimabehörde für 2005 neue Rekorde an Treibhausgasen in der Atmosphäre meldete, warnten britische Wissenschaftler nicht nur vor schweren Umweltkatastrophen, sondern auch vor einer weltweiten wirtschaftlichen Depression vom Ausmaß der 1930er Jahre.

Kenias Umweltminister Kivutha Kibwana hatte jüngst gesagt, der Treibhauseffekt gefährde die Entwicklungschancen für Milliarden Menschen in den ärmsten Ländern der Welt. Notwendig seien konkrete Schritte gegen die Erderwärmung, zu der das Verfeuern fossiler Brennstoffe durch Kraftwerke, Fabriken und Autos beiträgt.

Die weltweite Einführung einer Kohlendioxidsteuer hat der UN-Generalsekretär aber offenbar nicht gefordert. Entsprechende Agenturberichte, denen zufolge Annan gesagt haben soll, man könne die Ungerechtigkeit des Klimawandels durch eine solche Steuer lindern, blieben unbestätigt.

Leser-Kommentare
  1. Erst mal ... bekommt Günter Grass was auf den Deckel finden sich zu dem Bericht mühelos schnell und sofort 20 Kommentare zusammen,
    geht es ums Klima ... nur die üblichen paar an diesem Gemeinplatz.

    Es wird so lang nicht b egriffen, so lang stetig eine ökonomisierte Formel in erster Linie bemüht wird - bspw. 'unsere Kinder ZAHLEN'.

    Sehr gut immerhin, dass der Gabriel den Flugverkehr mit in den E-Handel nehmen will; das ist gut, weil der damit immerhin einen üblen übersehenen Hauptverursacher mit benennt --- manche Wettersendungen werden von Airlines präsentiert hmhmhm präsentierte Ihnen das Wetter - ... kein Kommentar.

    Die Lösungen aber sind nicht komplex genug. Und nicht radikal genug.

    Ein Wille ist so noch nicht erkennbar.

    Das drunter ist per copy-taste zu einem anderen Artikel (ansonsten glaube ich, dass es auf Gemeinplätzen nicht viel weiter führt - es müsste ja von der Menge hier viel mehr stehen von vielen Leuten, wonach überghaupt ableiten könnte wie hoch das Engagement wäre - ist ja nicht - ist lieber bei Grass - ansonsten mit dem Klimawandel planen, wenn ohne keine Innovation entsteht - alle Technik ist bereits seit vielen Jahren vorhanden - vergeigt):

    die Sache mit dem E-Handel soll Kontrollierbarkeit des Co2 -Ausstoßes markieren ... nicht berücksichtigt werden die Kettenreaktionen, welche der C02-Ausstoß bereits verursacht hat, d.h. alles was man kontrollieren kann oder könnte soll unter den E-Handel fallen ... ... ein bischen so wie bei der Vogelgrippe,deren echter Grund sich ganz anders entwickelte wie angenommen (weniger bedrohlich) ... das Institut für Klimaforschung Potsdam formuliert in der Sache ebenso getrennt und rausgelöst von allen anderen Klimaparametern ... d.h. bei denen also nicht prozesshaft-holistisch, sondern in herausgenommen Teilen und Einzelfaktoren ... einer dieser herausgenommen Faktoren ist der E-Handel verbunden mit den Kraftwerken ... der gestzte Rahmen soll für Kalkulierbarkeit und für Anwendbarkeit stehen verbunden mit CO2-Regulierung ... innerhalb dieses Rahmens,der garniert wird mit der weltweiten -wieder Rahmen - Emmission von CO2 aus Kohlekraft etc ... man formuliert nicht besonders komplex (ökologisch),sondern ökonomisch ... das ist bereits sehr freundlich gegenüber der Industie, besonders der zentralen Stromversorgung gehalten (an der so gar nicht gerüttelt wird)-

    es könnte viel heftiger angedacht sein (gerade bei angebl 20 % gestiegenem Stromverbrauch allein der Privathaushalte) ... schmutzige Energie brutalst besteuern (eben regulieren) und das Steuervolumen dabei nicht erhöhen, sondern zur Regulierung einsetzen - d.h. Fördern bspw von dezentraler Solarenergie (dezentral bedeutet zudem keine Energieverluste durch Leitungsnetze) ... die brutal hohen Besteuerungen schmutziger Energie könnten bspw regulativ zum brutalen Senken der Krankenversicherungen verwendet werden - die Lebensqualität also doppelt verbessern -

    auffällig an Deutschland - Solarenergieproekte (also inkl Stromerzeugung) in Deutschland sind idR zentral (Kleinkraftwerke in Bayern bspw.) ... in Österreich oder Japan jedoch dezentral ... die Bewohner versorgen sich autark selbst inkl. kann überflüssige SolarEnergie ins zentrale Netz abgegeben werden ... solche autarken Häuser gibt es auch in Deutschland (offensichtlich spielt man lieber Emmissionsmonopoli als de facto effiziente Alternativen zu fördern, die dezentral wären und einen Abbau der Konzerne bedeuten würden, nachhaltig im doppelten Sinn) ... die Angst der Konzerne ist hier völlig unbegründet, an schmutziger zentraler Energieversorgung wird auch politisch geklammert (inkl der Energieverluste durch den Transport über die Leitungsnetze - auch diese Energie wurde CO2 - belastend produziert) ...

  2. Nachdem der „War on Terror“ trotz über 500 000 Millionen Dollar Subventionen versagt hat, wird es allerhöchste Zeit für ein „Neues Denken“. Nach dem
    ( r )evolutionären politischen Umschwung in den USA vor einigen Tagen, bietet das Jahr 2007 die allerbesten Chancen. Vielleicht kann Kofi Annans Vermächtnis, eine stark verbesserte UNO, die im September 2005 verhindert worden war, im Geiste eines „In larger freedom” ab 2007 durch eine Verantwortungseskalation im Geiste eines „Neues Denken“ doch noch in Fahrt kommen:

    Freiheit, ja, aber für alle und nicht nur für wenige, Freiheit von Klimabedrohungen und anderen ökologischen Katastrophen, Freiheit von Krieg, Terror und Gewalt, von Massenvernichtungswaffen , aber auch von „normalen“ Waffen, die doch schon menschenwürdig genug (!) sind, Freiheit von Armut, Hunger und globaler Apartheid, Freiheit von Seuchen und Krankheiten, .... ganz viel e Freiheiten braucht
    unser Heimatplanet.

    2007 feiert die internationale Pugwash-Bewegung, in der renommierte Wissenschaftler aus aller Welt sich seit Jahrzehnten gegen die atomaren Bedrohungen engagieren, ihren 50.Geburtstag. Schon Albert Einstein hatte sein ganzes Leben - Immanuel Kants Idee „Zum ewigen Frieden“ folgend - für die Abschaffung aller Kriege gekämpft und vom Sterbebett aus - zusammen mit Bertrand Russell - das Einstein-Russell-Manifest ins Leben gerufen. Dieses historisch bedeutsame Manifest fordert ultimativ ein „Neues Denken“, um den nuklearen Rüstungswettlauf aufzuhalten und um künftige Kriege als Mittel der Politik und Instrumente der Konfliktlösung rigoros zu verbannen. An dieses Manifest knüpft die 1995 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Pugwash-Bewegung 1957 an. Mit Veranstaltungen, die die Abrüstung nuklearer, biologischer und chemischer Waffen, die Nicht-Weiterverbreitung von Waffentechnologien und eine nachhaltige Entwicklung thematisieren, versuchen die Wissenschaftler seitdem ihren Beitrag zu einer globalen Verantwortung zu leisten.

    Am 12. April 2007 feiert auch die von dem Physiker, Philosophen und Friedensforscher Carl Friedrich von Weizsäcker initiierte „Göttinger Erklärung“ von 18 ehemaligen deutschen Atomwissenschaftlern, darunter auch die Nobelpreisträger Otto Hahn, Werner Heisenberg, Max Born, Max von Laue, ihren 50. Geburtstag. Von Weizsäcker, der 1938 bei Otto Hahn gearbeitet und als einer der ersten von der Kernspaltung erfahren hatte, stand 1945 neben diesem, als in englischer Gefangenschaft am 6.August die Nachricht von der Atombombe auf Hiroshima eintraf. Für den entsetzten Otto Hahn war es später ein schwacher Trost, dass die Uranspaltung das Energieproblem der Menschheit zu lösen versprach. Dazu C.F. von Weizsäcker: „Ich glaube, wir Atomphysiker haben anfangs alle so gedacht.“

    Mit ihrer Erklärung von 1957 brachten die 18 unterzeichnenden Atomforscher in Anbetracht der Pläne der damaligen Bundesregierung zur atomaren Bewaffnung der Bundeswehr ihre tiefe Sorge zum Ausdruck und fühlten sich verpflichtet, die Öffentlichkeit darauf hinzuweisen, dass die als „klein“ verharmlosten „taktischen“ Atomwaffen ähnliche Auswirkungen hätten wie die Hiroshima-Atombombe und sie nur deshalb als „klein“ bezeichnet würden, weil die „strategischen“ Atombomben, insbesondere die Wasserstoffbomben, im Falle ihres Einsatzes noch weitaus verheerendere Auswirkungen haben würden als die Hiroshima-Uran- und die Nagasaki-Plutonium-Atombombe: Während eine „taktische“ Atombombe „nur“ eine kleinere Stadt zerstören könne, würde eine strategische Wasserstoffbombe in der Lage sein, einen Landstrich von der Größe des Ruhrgebiets unbewohnbar zu machen. Sie wiesen auf die Gefahr hin, dass man schon damals die Bevölkerung der Bundesrepublik hätte ausrotten können, und hoben hervor, dass sie keine Möglichkeit sähen, größere Bevölkerungsgruppen vor dieser Gefahr zu schützen. Die Unterzeichnenden erklärten, dass keiner von ihnen bereit sei, „sich an der Herstellung, Erprobung oder dem Einsatz von Atomwaffen in irgendeiner Weise zu beteiligen“. Allerdings betonten sie gleichzeitig, „daß es äußerst wichtig ist, die friedliche Verwendung der Atomenergie mit allen Mitteln zu fördern“ und erklärten ebenfalls: „wir wollen an dieser Aufgabe wie bisher mitwirken.“

    Von Weizsäcker selbst blieb bis 1985 Kernenergiebefürworter, weil er wie die anderen Atomwissenschaftlern der Göttinger Erklärung glaubte, dass Otto Hahns Entdeckung auch zum Segen der Menschheit dienen könne, obwohl folgende Grundfragen offen blieben, wie er selbst zu bedenken gab:

    1. Wie muß der Umgang mit Plutonium in einer Gesellschaft gesichert sein, in der es Terrorismus gibt ?

    2. Hat man jemals ernstlich den Schutz der Kernenergieanlagen gegen Kriegseinwirkungen durchgedacht ?

    3. Und wer ist leichtfertig genug zu glauben, dort, wo ein Reaktor, eine Wiederaufarbeitungsanlage oder eine Endlagerung steht, werde nie mehr ein Krieg stattfinden ?

    In seiner Einleitung vom 30.11.1985 zum Buch „Die Grenzen der Atomwirtschaft“ von Klaus Meyer-Abich und Bertram Schefold formuliert der 73-jährige von Weizsäcker, wenige Monate vor der Tschernobyl-Katastrophe vom April 1986 seine Abkehr vom Befürworter der Kernenergie und seine Hinwendung zur Sonnenenergie und zum Energiesparen:

    „Unterdessen hat, wenn ich richtig sehe, die Technik der Solarenergie Fortschritte gemacht, die sie als hauptsächliche Energiequelle des kommenden Jahrhunderts möglich erscheinen lassen. Der Pfad S dieser Studie ist dann, technisch gesehen, keine Träumerei; und sozial ist er vorzuziehen. ..... Unter dieser Voraussetzung trete ich nunmehr entschieden für Sonnenenergie als hauptsächliche Energiequelle, unterstützt durch technisch ermöglichte Energieeinsparung, und gegen die Entscheidung für Kernenergie als Hauptenergiequelle ein;“

    Der „Sonnenenergie- und Sparweg“ könnte der Menschheit Kriege, um Öl und um andere Energieträger! ersparen!

    Afrika hat ganz viel Sonne! Die Sonnenenergie müsste nur so ko-finanziert werden wie der Irak- und der Afghansistan-Krieg: 500 000 Millionen Dollar müssten für die nächsten 5 Jahre als innovativer Anschub zum Ausweg aus der Energiekrise genügen. Da das Energieproblem so wichtig ist, können wir durchaus noch einige Milliarden Dollar/Euro drauflegen, die ja nun wirklich im Übermaß an nicht optimalen Stellen vorhanden sind.!

    Mit der „Göttinger Erklärung“ übernahmen die Wissenschaftler jedenfalls zum ersten Male Verantwortung, nachdem die meisten, wie Albert EInstein bitter beklagte, in den beiden Weltkriegen in dieser Hinsicht so schrecklich versagt haben!

    Der Mitunterzeichner des Russell-Einstein-Manifestes Max Born , Carl Friedrich von Weizsäcker, der als erstes deutsches Pugwash-Mitglied an der 2. Pugwash-Konferenz teilnahm, Otto Hahn, Werner Heisenberg und weitere deutsche Physiker gründeten zwei Jahre später die „Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW)“ als Ausdruck eines neuen Verantwortungsbewusstseins von deutschen Wissenschaftlern im Atomzeitalter, deren Mitglieder sich verpflichtet fühlen, „in ihrer wissenschaftlichen Arbeit - auch in der Grundlagenforschung - die möglichen militärischen, politischen, sozialen und ökonomischen Implikationen und Mißbrauchmöglichkeiten in Forschungsfragestellungen und Lehre einzubeziehen“. Mittlerweile sind in der VDW neben Natur- auch Geistes- und SozialwissenschaftlerInnen versammelt, so dass ein weites Spektrum von Themen kompetent behandelt werden kann. Mit den Ergebnissen ihrer Arbeit wendet sich die VDW ebenso an eine interessierte Öffentlichkeit wie an Entscheidungsträger auf allen Ebenen von Politik und Gesellschaft.
    Hier können andere Wissenschaftler sich an der 'Verantwortungseskalation' beteiligen!

    Der Einstein-weiterdenken-Kongress im Einstein-Jahr 2005 in Berlin und das Potsdamer Manifest 2005- von über 100 renommierten WissenschaftlerInnen und Persönlichkeiten aus aller Welt unterzeichnet - haben die Forderungen des Einstein-Russell Manifests nach einem Neuen Denken als Grundlage für das 21. Jahrhundert in aktualisierter Form erneuert.

    Michael Gorbatschow hebt in seiner Einführung in das Albert Einstein gewidmete Buch „Frieden Heute“ hervor, dass seine Politik, die zur friedlichen Beendigung des Kalten Krieges geführt hat, sich an Einsteins Forderung nach einem friedlichen „Neuen Denken“ orientiert habe:

    “Als 1955 das berühmte „Russell-Einstein-Manifest“ veröffentlicht wurde, war es noch schwierig, die Idee des neuen Denkens in der Politik auch in die Praxis umzusetzen. Der „Kalte Krieg“ war in vollem Gang und die Großmächte, besessen von geopolitischem Konkurrenzdenken, wurden immer stärker in das tödliche Wettrüsten hineingetrieben. Das brachte Einstein auf den bitteren Gedanken: „Die entfesselte Atomenergie hat alles verändert, nur nicht das Denken des Menschen selbst.“
    30 Jahre später, zu Beginn der Umgestaltung (Perestroika) des sowjetischen Systems, haben wir die Idee des neuen Denkens aufgegriffen (deren Vorreiter in Russland solche Wissenschaftler wie Wernadski und Sacharow waren), um sie weiter zu entwickeln und die neue Denkweise in die Praxis internationaler Beziehungen einzubringen.“

    Im Geiste eines „Neuen Denkens“ hatte Gorbatschow als sowjetischer Staatspräsident bereits 1986 die Abschaffung aller Atomwaffen bis zum Jahre 2000 vorgeschlagen, dieser Vorschlag ist leider am Festhalten der USA am SDI-Weltraumwaffen-Projekt gescheitert. Die Süddeutsche Zeitung berichtet in einem Beitrag vom 18.10.06 unter dem Titel „All for Bush“ über die neue US-Weltraumdoktrin: „Die US-Regierung betrachtet den Weltraum künftig offiziell als Teil ihres Einflussbereichs: In einem neuen Regierungsdokument erheben die USA Anspruch auf uneingeschränkten Handlungsspielraum im All.“ Einen Tag später titelt „DIE ZEIT“: „Kritik an den USA - Rüstungsdebatte im Bundestag: Die nukleare Gefahr wächst“.

    Ex-US-Vizepräsident Al Gore engagiert sich seit Jahrzehnten für die Abwehr der globalen ökologischen Bedrohungen. Nach seiner Niederlage im US-Wahlkampf um das Präsidentenamt im Jahre 2000 hielt der „Klimapräsident“ (DIE ZEIT) über 1 000 Vorträge, um an einem „Bewusstseinswandel“ mitzuwirken. Sein Film „Eine unbequeme Wahrheit - Die drohende Klimakatastrophe und was wir dagegen tun können“ und sein Buch zu diesem Film sollen seine Bemühungen mediengerecht verstärken. Während Al Gore nach der Überwindung des Kalten Krieges einen globalen Marshallplan zur Lösung vor allem auch der ökologischen Weltprobleme als neues, die Welt leitendes Organisationsprinzip gefordert hat, scheint seit den Terroranschlägen vom 11.9.2001 der „war on terror“ den Kalten Krieg als weltbeherrschendes Gestaltungsprinzip abgelöst zu haben. Die (asymmetrischen) Kriege in Afghanistan, im Irak, im Libanon und in mehreren afrikanischen Staaten, der sich zuspitzende Iran-Syrien-Libanon-Palästina-Israel-USA-westliche-Welt-Konflikt und die Weiterverbreitung der Atomwaffen über Israel, Indien, Pakistan hinaus nun auch noch in Nordkorea lassen - nach dem brutalsten Jahrhundert der Weltgeschichte mit 2 Weltkriegen und einem vom irrsinnigen Rüstungswettlauf beherrschten Kalten Krieg – die Hoffnungen für das 21. Jahrhundert auf ein von Immanuel Kant, Albert Einstein, der Pugwash-Bewegung, der VDW, von Michael Gorbatschow auf dem Prinzip „Kriegsfreiheit“ und von Al Gore auf dem Prinzip eines „Globalen Marshallplans“ gefordertes „Neues Denken“ eher schwinden, insbesondere auch deshalb, weil die Weltprobleme und damit auch die Konfliktursachen wachsen. Die zunehmende Schärfe der Konflikte geht z.B. aus einem Interview der Süddeutschen Zeitung vom 3. August 06 mit dem israelischen Ministerpräsidenten Olmert hervor, der ausführte:

    'Olmert: Präsident Ahmadinedschad hat gesagt, Israel solle von der Landkarte gelöscht werden. Das kommt aus dem Munde eines Staatsführers, der die atomare Option anstrebt. Das ist gefährlich. Und ich empfehle, dass das keiner auf die leichte Schulter nimmt. Für Israel ist Iran die größte strategische Bedrohung. Ich sitze nicht hier und warte, bis Iran eine Atomwaffe besitzt.“

    In einem Artikel vom 17.4.06 in der amerikanischen Zeitung „The New Yorker“ enthüllte der in den USA sehr angesehene Journalist Seymour Hersh, dass in den Planspielen seiner Regierung zu einem Angriff auf den Iran auch der Einsatz von Mini-Nuklearbomben vorgesehen sei. Sollen in Zukunft mögliche Atombomben durch reale Atombomben weggebombt werden?

    Das Jahr 2007 bietet noch weitere Anlässe zum tieferen Nachdenken über ein Handeln in globaler Verantwortung:

    2007 wird Carl Friedrich von Weizsäcker 95 Jahre alt. Sein Begriff „Weltinnenpolitik“, sein jahrzehntelanges Engagement für die Abschaffung aller Kriege und seine Unterstützung von Hans Küngs Weltethosidee könnten inspirierend für die Ausbildung einer zivilgesellschaftlich verstärkten moralischen Macht sein, die dem geforderten „Neuen Denken“ zu mehr Wirksamkeit verhilft.

    2007 feiert der „Marshall Plan“ (European Recovery Program: ERP) seinen 60. Geburtstag. Der Marshall Plan hat ganz entscheidend dazu beigetragen, dass Deutschland und Europa zu dem Wohlstand erblüht sind, den wir genießen dürfen. An dieser historischen „Erfolgsstory“ orientieren sich Al Gore mit seinem „Marshall Plan für die Erde“ und die Global Marshall Plan Initiative, die in einer weltethisch- und weltinnenpolitisch-basierten weltweiten Ökosozialen Marktwirtschaft eine Möglichkeit sehen, die globale soziale Apartheid mit ihrer Kluft zwischen einem verschwenderischen Reichtum und einer unmenschlicher Armut zu überwinden, die gefährlichen Belastungen der Biosphäre zu mindern und dadurch die Voraussetzungen für ein nachhaltiges und friedliches Leben im 21.Jahrhundert zu stärken.

    2007 will der InterActionCouncil (IAC), eine Vereinigung ehemaliger Staatschefs, die über Weltprobleme beraten, versuchen, eine mit der Weltethosidee eng verbundene 'World Charter on responsibility' als moralische Grundlage für das Zusammenleben auf unserem Planeten in der UNO-Ebene zu verankern.
    2007 wird Deutschland den Vorsitz der Europäischen Union innehaben und als Gastgeber des nächsten G 8 Gipfels im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit stehen. Nachdem sich Deutschland bei der letzten Fußballweltmeisterschaft so gastfreundlich präsentiert hat, sehen viele zivilgesellschaftliche Institutionen die Chance, auf Möglichkeiten für ein gerechteres, friedlicheres und naturfreundlicheres 21.Jahrhundert hinzuweisen und es einzufordern.

    2007 könnte zu dem Jahr werden, in dem der „Schmetterlingseffekt der Chaostheorie“ seine heilsame Zukunftsgestaltung zu entfalten beginnt. Während die Terroranschläge vom 11.9.2001 sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit einbrannten und im komplexen System der Weltgesellschaft als „Schmetterlingseffekt“ im noch jungen Jahrhundert eine unheilvolle Gewalteskalation auslösten, steht eine heilsame historische Eskalation an globaler Verantwortung noch aus: Mit den Vorbildern Albert Einstein, Bertrand Russell , den Göttinger 18, der Pugwash-Bewegung, den Unterzeichnern des Potsdamer-Manifestes könnte solch eine positive Eskalation gelingen. Die weltweit vernetzten Medien bilden ein mächtigeres Verstärkungssystem, das während der letzten Fußballweltmeisterschaft demonstriert hat, wie das Interesse und die Freude eines großen Teils der Weltgemeinschaft entfacht werden können. Von den Medien hängt es in erster Linie ab ob die „Verantwortungseskalation“ gelingen kann und wird!

    Geben wir der „Verantwortungseskalation“ als positive historische Erscheinungsform des „Schmetterlingseffekts“ eine Chance, indem wir in dem bedeutsamen Jahr 2007 unsere Verantwortungsaktivitäten zu Gunsten von mehr globaler Gerechtigkeit, von einer Bewahrung der Natur vor dramatischen lebensbedrohlichen Veränderungen und eines Friedens mit friedlichen Mitteln verstärken.

  3. Deutschland hat genug Sonne um die Stromversorgung solar abzudecken -

    Problem wäre in erster Linie staatlich der Steuerausfall durch Strom (daher Lobbies und uninformierte Ökofreaks auf einer Seite im Verbreiten von Unwissen), wenn nämlich und nur so wäre es effektiv, der Strom pro Haus vom eigenen Dach bspw. kommt (dezentral statt zentral) Wie das bspw. in Modellsiedlungen in vergleichbaren Breitengraden usw usw usw.

    Weder der Artikel der Zeit zu dem Kommentar hier, noch der Kommentar verändern etwas ... der Artikel wird bezahlt. Lohn ist immer auch eine Entschädigungszahlung.

    Der Weise handelt nicht.

    Er schreibt auch keine Artikel - er kommentiert sie auch nicht.

    PS

    Die Rahmen, die politisch bspw mit dem E-Handel machbar sind, sind wenigstens etwas - Innovation wird gefördert, dummerweise wird bereits vorhandene Innovation übersehen.
    Ansonsten sollte man nicht gegen den Wandel leben -

    - Innovation gab es bereits, bspw. Autos mit geringem Verbrauch bspw von VW - die Wagen wurden nicht gekauft - Zulassungszahlen ansehen und sehen wo die Tendenz hin geht (Deutschland strotzt vor Armut wird dabei nicht gerade glaubwürdig).

    Solar-Best-Seller im Buchbereich haben nichts geändert - nu r für wenige, die das angenommen haben, für sehr wenige somit. Dinge die informell zu Werten werden brauchen keinen Anschub - anscheinend läuft dort was schief. Weder Medien noch Politik sind daran schuld.

    Die Leute laufen eher von heut auf morgen stone washed rum oder hören Techno, tragen Umhängetaschen statt Rucksack als ähnlich Solarmodule aufs Dach zu setzen. Von aussen sieht das lächerlich aus - ich meine so von aussen wie wenn man sich bspw vorstellt, auf dem Mars steigen die Marsianer in ein Flugzeug um dann aus großer Höhe aus dem Flugzeug zu springen, um mit Fallschirmen runter zu fliegen.

    Vielleicht brauchen die Leute bloß gute Geschichten -

  4. dezentrale Solarenergieversorgung stärkt übrigens den Mittelstand

    - dass mer Sie auch ma anrufen tät Frau Kanzlerin

    - mein gott, wo haben die meine nummer/ der mittelstand so naja

    - ned wahr

    - was ist das begehr

    - ned wahr, wo mir han ebbes ned ebbes aber ebbes ned wahr

    .... jedenfalls scheint der Mittelstand schuld zu sein

    dobranoc

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