Integration Französische Verhältnisse?
In Berlin häufen sich die Konflikte zwischen Immigranten und der Polizei. Mit Zuständen wie im Nachbarland hat das aber nichts zu tun.
Für die einen ist es ein Beleg dafür, dass es bis zu den gewalttätigen Aufständen von Immigranten-Jugendlichen wie im vergangenen Jahr in Frankreich auch in Deutschland nicht mehr weit ist; für die anderen sind es Einzelfälle. Seit am Dienstag in Berlin-Kreuzberg der Versuch der Polizei, zwei junge Diebe zu verhaften, im Tumult und Krawallen mit einer Gruppe Türken endete, wird in der Hauptstadt wieder über die massiven Integrationsprobleme debattiert. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Eberhard Schönberg, spricht von rechtsfreien Räumen, der innenpolitische Sprecher der CDU-Abgeordnetenhausfraktion, Frank Henkel, sorgt sich um das staatliche Gewaltmonopol. Dagegen warnen Quartiersmanager vor „Panikmache“, und Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch betont, es gebe für seine Leute keine No-Go-Areas in der Stadt, die Polizei sei in jedem Winkel präsent.
Trotzdem: selbst der grüne Kreuzberger Bezirksbürgermeister Franz Schulz ist erschreckt von den Ereignissen in seinem Kiez. Für kommende Woche hat er einen Runden Tisch einberufen, um mit Experten zu erörtern, wie die Gewalt eingedämmt werden kann.
Fakt ist: Die Konflikte zwischen der Polizei und Immigranten häufen sich in Berlin. Allein seit Mai diesen Jahres wurden neun spektakuläre Fälle dokumentiert, in denen Beamte von größeren Immigrantengruppen angegriffen, an ihrer Arbeit gehindert und bedroht wurden. Mehrfach wurden dabei festgenommene Straftäter wieder befreit.
Jetzt ist das Entsetzen groß. Plötzlich stellt Berlin fest, nicht nur bei der Bildung und im Sozialen hat die Stadt riesige Integrationsprobleme, sondern auch bei der Akzeptanz der staatlichen Ordnung und ihrer Repräsentanten. Und dies betrifft mitnichten nur die Polizei, sondern auch Feuerwehr und Sanitäter. Fast täglich gibt es Vorfälle. Im Bezirk Tiergarten beispielsweise versuchte am Mittwochabend eine Gruppe von Türken und Arabern den Abtransport eines fünfjährigen Kindes, das bei einem Autounfall verletzt worden war, durch die Rettungssanitäter zu verhindern. Warum, konnte anschließend niemand mehr erklären. Vor ein paar Wochen wurde die Feuerwehr bei einem Einsatz von aufgebrachten türkischen Anwohnern bedrängt und bei ihrer Arbeit behindert, weil diese angeblich nicht schnell genug einen Wohnungsbrand löschte.
Nicht nur die Gewalt gegen Polizisten, sondern auch die Missverständnisse und Vorurteile nehmen auf beiden Seiten zu. Die Polizei fühlt sich latent bedroht, weil sie immer damit rechnen muss, dass sich in den Immigrantenquartieren der Stadt Umstehende mit den Tätern solidarisieren. Eigensicherung wird für sie deshalb immer wichtiger, ihr Auftreten martialischer. Bei Einsätzen in bestimmten Straßen der Stadt rückt die Polizei mittlerweile in der Regel sofort in doppelter Stärke aus.
Dagegen haben viele Immigranten das Gefühl, sie würden benachteiligt und alleingelassen. Die Bereitschaft, die Dinge besser untereinander und ohne Polizei zu regeln, ist groß. Hinzu kommen die enormen Sprachprobleme. Manche Betroffene verstehen nicht einmal die Anweisungen der Polizei oder der Feuerwehr bei Notfalleinsätzen, geschweige denn, dass sie im Dialog ihre gegenseitigen Vorurteile ausräumen könnten.
- Datum 23.11.2006 - 03:31 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Das ist wohle kaum ein Problem der Ethnie. Betrachtet man Jugendgruppen deutscher Abstammung in Köpenick oder anderswo, so zeigt sich die gleiche Problematik.
fürn A. ist. Aber Sie können versuchen unten, neben der Uhrzeit das >> Symbol zu drücken.
dass 'Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch betont, es gebe für seine Leute keine No-Go-Areas in der Stadt, die Polizei sei in jedem Winkel präsent.' Dass es für den normalen Bürger inzwischen solche No-go-areas gibt, scheint ihn nicht zu interessieren...
so, jetzt mal aufgepasst: der Rest der Vorhersagen kommt auch noch!
Die Deutschen sollen sich dumm fuehlen! Dann schreiben Sie nicht mehr!
Ich kann keinen Kommentar nach der dritten Zeile lesen!
wieso kann ich diese Kommentare nicht lesen?
muss ein Grünen-Politiker sein, der über soviel südländische Aggressivität in seinem Kiez 'staunt'. Ich jedenfalls staune über soviel bornierte Naivität. Als ob dieses Problem plötzlich vom Himmel gefallen ist. Entweder der Kerl wohnt in Zehlendorf oder er kommt erst abends aus seiner Schickimicki-Luxuskneipe nach Hause, im Taxi oder Dienstwagen.
Es ist die bodenlose Naivität der Linksgrünen, die unsere Gesellschaft in dieses Schlamassel gebracht haben. Sollen doch die Trittins Becks und Roths jetzt ran. Seltsam, auf einmal hört man von denen nichts mehr. Aber warten wir doch bis zum nächsten Neonaziübergriff....
Allein in Berlin sind etwa 6.000 Gewerbetreibende mit türksicher Herkunft aktiv, die im Schnitt vier ArbeitnehmerInnen beschäftigen. Hinzu kommt, dass Migranten in Berlin, so die Ergebnisse aus dem im Juni 2002 veröffentlichten Gründerindex der Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg, derzeit die aktivsten Firmengründer in der Region sind. Mit einer Quote von 87 pro 1000 Erwerbstätige laufen sie den deutschen Gründern mit einer Kennzahl von 78 eindeutig den Rang ab.
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