Gefängnismord Konsequenzen nach Gewalttat
Die Landesregierung reagiert mit disziplinarischen Maßnahmen auf die Ermordung eines Häftlings in Siegburg. Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Bonn.
Düsseldorf - Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) teilte in einer Sondersitzung des Rechtsausschusses im Düsseldorfer Landtag mit, dass disziplinarische Vorermittlungen gegen Justizvollzugsbedienstete eingeleitet worden seien.
Inzwischen ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Bonn gegen die Verantwortlichen der Justizvollzugsanstalt (JVA) Siegburg. Oberstaatsanwalt Fred Apostel sagte in der Online-Ausgabe des Magazin "Stern", dass zu den Verantwortlichen sowohl die Führung der JVA als auch Vollzugsbeamte zählen könnten.
"Tod hätte verhindert werden müssen"
Müller-Piepenkötter sprach von einem "tragischen Tod" in einer Justizvollzuganstalt, "den wir hätten verhindern müssen". Sie kündigte zugleich umfangreiche Überprüfungen zu dem Fall an. "Ich werde alle erforderlichen Schritte in die Wege leiten, um zu verhindern, dass sich so etwas wiederholt", versicherte sie. So wurden die Gefängnisse im Land aufgefordert, vor allem abends und in der Nacht überraschende Kontrollen der Zellen durchzuführen. Die Haftanstalten seien zudem angewiesen worden, an Wochenenden besonders wachsam zu sein.
Der Häftling war nach Angaben der Ministerin am Sonntagmorgen tot aufgefunden worden. Nachdem zunächst ein Arzt, ein Vertreter der Staatsanwalt und eine Rechtsmedizinerin von einem Selbstmord ausgegangen waren, seien bei der Obduktion der Leiche am Montag Verletzungen festgestellt worden, die auf "massive Misshandlungen" hingewiesen hätten.
Tod sollte als Suizid getarnt werden
- Datum 17.11.2006 - 11:04 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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auch im Justiz Vollzug gibt es einfach zu wenig gut geschultes Personal wodurch sicherlich die Arbeits-Moral leidet.Man kann nicht ueberall immer nur Unkosten verringern bei immer mehr Personal Abbau.
Ich bin kein Psychologe, aber, wenn ich bedenk, dass da vier junge Menschen, in ihrer wohl energetischsten und problematischsten Lebensphase und mit vermutlich stark belasteten Lebensbahnen in einer kleiner Zelle eingesperrt sind, da würde ich sagen, dass das Risiko solcher totalen Entgleisungen selbst dem gesunden Menschenverstand als geradezu vorprogrammiert erscheint. Ich habe mir bislang keine Gedanken zum Strafvollzug gemacht. Solche Vorgänge schreien geradezu danach diesen in seinen Grundzügen zu überdenken. Ich vermute hier einmal, dass daran auch die Personalsituation in den Haftanstalten eine große Schuld trifft. Es wird hier nicht anders sein als in den Krankenhäusern. Der 'Klient' ist nur noch Objekt und das Personal völlig überfordert.
endlich als das Betrachten was sie sind, Schwerstverbrecher am Anfang ihrer Karriere.
Vom Gutmenschenspuk hat sich wohl auch das JVA Personal anstecken lassen.
ProErwin, in Jugendstrafanstalten sitzen ausschließlich Schwerverbrecher - nein, Schwerstverbrecher - ein, die nur noch nicht dazu gekommen sind, jemanden umzubringen. Sorry, aber: So ein Blödsinn!
Klar gibt es ganz üble Fälle, psychopathische Charaktere, die schon vor der Pubertät überaus gefährlich sind und denen mit Heiteitei und ‚ich versteh’ Dich ja’ keinesfalls beizukommen ist. Um so wichtiger ist es doch, dass andere Jugendliche, die in ihrem sprichwörtlichen Leichtsinn mal über die Stränge geschlagen haben, diesen verunglückten Existenzen nicht über viele Stunden schutzlos ausgeliefert werden. Und da man den Menschen nur vor den Kopf schauen kann, bleibt keine andere Lösung, als alle Gefangenen nachts einzeln unterzubringen.
Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass der Staat quasi Schutzräume für organisierte Nötigung unterhält, dass er sich (wenn auch nicht grundlos) die Verfügungsgewalt über einen Jungen verschafft und diesen dann nachts fahrlässig zu potentiellen Mördern in eine Zelle sperrt. Dass er es noch nicht mal schafft, innerhalb eines eigentlich strengstens überwachten, durchaus übersichtlichen Gebäudes seiner Verantwortung gerecht zu werden, die er mit dem Gewaltmonopol übernommen hat.
Zwei Drittel derer, die nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, kommen nie wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Also etwas weniger Stammtisch, etwas weniger radikale Pseudolösungen bitte…
Warum beenden wir den Albtraum nicht? Hofft denn wirklich noch einer,
dass Knast Jugendliche erzieht?
Die „erziehen“ sich im Knast nur selbst... die Stärkeren die Schwächeren.
Und was dabei herauskommt, na ja, die Spitze des Eisbergs ist mal wieder in der Zeitung zu lesen.
Warum folgen wir nicht endlich dem schwedischen Vorbild? Investieren in Erziehung-
statt in Jugendknäste.
Nur Frieden schafft Frieden, wusste Luther - und wir?
Ein Tipp: Mein Roman: „Lauter“, Conte-Verlag, 2006
Peter Märkert, Bochum, Hugo-Schultz-Straße 38,
Mail: petermaerkert@web.de
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