Psychologie Die Wissenschaft des Verliebens
Wer im Internet nach einem neuen Partner sucht, kann sich mal im Kaufhaus umschauen oder sich den Richtigen wissenschaftlich vom Computer ausrechnen lassen. Ein Selbstversuch
Wie verliebt man sich eigentlich? Ist es der Blitz, der einschlägt? Der strahlende Blick? Müssen einfach die äußeren Umstände passen? Familie, Status, Geld, dann noch Aussehen und Alter, eventuell auch Interessen und Überzeugungen? So, wie früher Ehen vermittelt wurden – angeblich soll das gar nicht so schlecht funktioniert haben. Oder müssen Charaktereigenschaften und Psychomacken unbedingt auch zusammenpassen? Oder sucht man eher einen, der an vielen Stellen nicht wie angegossen sitzt, an dem man sich reiben will, der zu Neuem inspiriert, mit dem man sich verändern kann? Wahrscheinlich stimmt das alles, je nach Lebenssituation und Persönlichkeit. Bloß wie kommt ein Computer damit klar?
Es ist zumindest nicht mehr sehr peinlich, zuzugeben, dass man im Internet auf die Suche nach dem oder der Richtigen geht. Partnerbörsen haben im letzten Jahr viele neue Kunden gewonnen und viel Geld verdient. Nach Auskunft des Bundesverbands der Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) ist die Zahl der Deutschen, die in Kontaktportalen im Internet angemeldet sind, rasant gestiegen: 7,2 Millionen suchten dort im September diesen Jahres nach dem Mann oder der Frau fürs Leben, das sind rund 24 Prozent mehr als im September 2005 - damals waren es 5,8 Millionen. Jeder kennt jemanden, der auf diese Weise versucht, dem Zufall etwas nachzuhelfen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Auswahl an Menschen, denen man begegnen kann, wird viel größer als das, was man mit Volkshochschulkursen, Sportvereinen und Diskobesuchen erreichen könnte.
Es gibt viele und vielfältige Kontaktbörsen im Netz. Kaufhäuser, in denen man – so könnte man glauben - zwischen Hunderten von Fotos in der gewünschten Altersgruppe und der passenden Postleitzahl das hübscheste Gesicht wählen kann. Wenn man nur einen One-Night-Stand sucht, kann man auf gewissen Seiten sogar nach dem schönsten Po fahnden. Ob man damit erfolgreich ist oder professionellen Lockangeboten auf den Leim geht, das ist wohl Glückssache. Es gibt kleine dezente Läden für den gepflegten Seitensprung zwischen wohlhabenden Menschen über vierzig. Und im Hinterhof die Werkstatt, die gleich darauf den Partner auf seine Treue testet.
Und es gibt die High-Tech-Läden, die die Wissenschaft auf ihrer Seite haben. In Deutschland sind das Partnerbörsen wie Parship (die mit dem ZEIT-Verlag wirtschaftlich verbunden ist) und Elitepartner , die ihre Mitglieder viel Geld zahlen lassen, ihnen dafür aber einen umfangreichen Psychotest vorsetzen und sie mit Psychologen, die sich „Single-Coachs“ nennen dürfen, fit machen wollen für den Heiratsmarkt.
Der Computer vergleicht die ermittelten Persönlichkeitsmerkmale, sozialen Kompetenzen, Alltagsvorlieben und Interessen mit denen anderer Mitglieder und präsentiert die mit der höchsten Übereinstimmung – das sieht man dann an den so genannten „Matchingpunkten“. 100 Punkte, und der perfekte Partner müsste eigentlich gefunden sein. So viel wird es kaum geben. Schon ab 54 Prozent ist laut Parship „Paarpotenzial“ vorhanden, ab 70 Prozent empfiehlt der Computer, Kontakt aufzunehmen.
- Datum 24.08.2007 - 12:55 Uhr
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- Quelle ZEIT online, 22.11.2006
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und darauf fallen sie rein. Ich frage mich manchmal, wie unsere Eltern es vor 65 Jahren geschaftt haben, einen Partner zu finden, als man noch nicht einmal ein Telefongespraech zwischen Hamburg und Hannover problemlos herstellen konnte. Aber damals gab's ja auch noch intakte Grossfamilien, da wurden noch Gesellschaften zu Hause organisiert, da lebte keiner anonym in einer 50 m2 Wohnung am Stadtrand, da lernte man sich persoenlich kennen.
warum krampfhaft versuchen jemanden zu finden der zu einem passt? Ich habe Partner gehabt, die haben überhaupt nicht zu mir gepasst, ich habe gelitten, aber rückblickend hat es mein Leben bereichert.
Ist es nicht eine Erniedringung, daß wir es einem Computer erlauben über uns zu urteilen?
Wollen wir uns irgendwann als Nullen und Einsen in einem Computer gespeichert sehen?
Was wird aus uns?
ein Dipl.-Inf.
Im wirklichen Leben weiß ich aus eigener Beobachtung einiges über eine Frau, die mich interessiert: Wie sie spricht, lächelt, aussieht, sich in bestimmten Situationen verhält, wo sie arbeitet, wohnt, politisch steht und so fort. Bloß, ob sie sich für mich interessiert, das weiß ich nicht.
Bei den Partnerbörsen ist es umgekehrt: Ich weiß nur, daß die Frau sich für mich interessiert. Über sie weiß ich ansonsten gar nichts, von ihrer Selbstdarstellung mal abgesehen.
Das macht die virtuellen Begegnungen merkwürdig anders als die im wirklichen Leben.
Ich hatte schon gedacht, daß man aus diesem Grund dem Glück nicht elektronisch nachhelfen könnte. Bis es beim letzten Versuch dann wie ein Blitz einschlug. Mit Übereinstimmungen hatte das wenig zu tun. Sie mögen für ein dauerhaftes
Beieianderbleiben wichtig sein. Für die Frage, ob man sich in jemanden verliebt, sind sie durchaus unerheblich.
So bleibt als Vorteil des Netzes: in kurzer Zeit auf viele Suchende zu treffen. Und wer robust genug ist, etliche latent peinliche Gespräche zu überstehen, könnte sein Glück durch die große Zahl schneller finden als jemand, der sich dieser Tortour nicht unterzieht.
Ob dieses schnellere Glück dann länger währt als das herkömmlich herbeigeführte: das wäre eine lohnende Frage für eine wissenschaftliche Studie.
Eigentlich eine weitere Üerversion unseres Lebens. Vergleichbar ist die Partnersuche im Netz mit einem 'Markt'. Was gibt es? Welche Eigenschaft hat die Person, wie hoch ist die Laufleistung? Ist das Aussehen noch in Ordnung? Gibt es kratzer an der Karosserie? Wie hoch ist der Wert?
Nicht ohne Grund habe ich Fragen genommen, die eher zu einem Fahrzeugmarkt passen. Oder war die Partnersuche in der Geschichte der Menschheit schon immer so?
Was nur auf der Strecke bleibt ist der Mensch mit seinen Macken. Denn in solchen Börsen sind Macken 'unsexy'. Bloss Perfekt sein, wie so vieles in unserer Welt...
Ich hab's auch mal so versucht. Und die Liebe meines Lebens gefunden. Ohne Foto. Ohne ausgefülltes Profil. Bei einem der Umsonst-Flirtportale. Den Mann hätte ich sonst nie kennengelernt. Dabei wohnen wir nur 30km auseinander. Ich denke, es geht nur ums Kennenlernen. Den Rest besorgt der Zufall. Das kann klappen - oder eben auch nicht. Und warum nicht? Dümmer, als sich total aufgebrezelt auf jede Ü30-Party zu begeben, ist das auch nicht.
Ich hab's auch mal so versucht. Und die Liebe meines Lebens gefunden. Ohne Foto. Ohne ausgefülltes Profil. Bei einem der Umsonst-Flirtportale. Den Mann hätte ich sonst nie kennengelernt. Dabei wohnen wir nur 30km auseinander. Ich denke, es geht nur ums Kennenlernen. Den Rest besorgt der Zufall. Das kann klappen - oder eben auch nicht. Und warum nicht? Dümmer, als sich total aufgebrezelt auf jede Ü30-Party zu begeben, ist das auch nicht.
bleibt nur zu erwaehnen:
ohne 40,- EUR / monat laeuft bei parship gar nichts!
aber das erfaehrt man erst, wenn man sich durch saemtliche fragen gequaelt hat..
kostenlos darf man sich ausschliesslich anmelden und die kundendatenbank erhoehen, kontakte anschreiben bleibt den zahlenden kunden vorbehalten.
irgendwie kann ich mich an eine klausel aus vergangener zeit erinnern: 'abrechnung erfolgt bei erfolgreicher vermittlung...'
mathilde
Ich habe den Artikel nicht zu Ende lesen koennen. War mir zu langweilig. Und jetzt will ich Euch mal was sagen:
der ganze Internet-Kram ist ein Modeartikel. Als es den noch nicht gab, haben die Leute auch ihre Partner gefunden. Auf der Uni, im Klub, in der Nachbarschaft, im Buero, im Freundeskreis. Wer auf normalem weg keinen Partner findet, schafft das auch uebers Internet nicht.
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