Spielen Beruf: PokerspielerSeite 2/2
Mehr als 80 Prozent aller Spieler verlieren. Sie spielen Sugardaddy und träumen weiter von Casino Royale, in dem der grüne Filz voller gebündelter Dollarscheine liegt, sich langbeinige Schönheiten über den Tisch räkeln und der strahlende Sieger Sonnenbrille trägt. Über diese dunkle Seite des Business erfährt man in der Öffentlichkeit wenig, aber wer regelmäßig in ein Casino geht, dem fällt bald auf, dass trotz des Spielbankengesetzes, das den Spielbanken eine aktive Rolle in der Suchtprävention vorschreibt, ein gutes Dutzend Süchtiger mit Vollgas ihr Vermögen verjubeln. Im Internet, wo das Geld nur virtuell sichtbar ist, ist die Gefahr noch größer.
Und die Profis? Das Geschäft verlangt lange Nachtschichten in der Spielbank oder stundenlange Sessionen vor dem Bildschirm. Die Nerven werden bisweilen arg strapaziert und das soziale Leben auf den Prüfstand gestellt. Nach eigener Erfahrung sind die sharks überdurchschnittlich suchtanfällig. Vielen ist durch das Spielen um hohe Beträge der Umgang mit Geld fremd. Der wohl größte Pokerspieler aller Zeiten, Stu Ungar, starb 1998 im Alter von 45 Jahren an einem Herzinfarkt.
Vor einem guten Monat wurde in den USA ein Gesetz verabschiedet, das Geldinstituten wie Banken und Kreditkartenfirmen die Einzahlung von Geld auf Gambling-Seiten verbietet. Im Repräsentantenhaus fiel der Entscheid dabei fast einstimmig aus. Einige große Online-Casinos haben reagiert und lassen niemanden aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten mehr spielen, andere warten noch ab. Doch die Internet-Poker-Anbieter werden sich wohl auf Europa konzentrieren, hier ist das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Die Profis wird es freuen - mehr Fische im Haifischbecken.
* Der Autor ist professioneller Pokerspieler in der Schweiz und möchte nicht namentlich genannt werden.
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- Datum 21.11.2006 - 04:42 Uhr
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Das der Autor dann auch noch behauptet er sei selber Pokerprofi gibt dem Artikel noch den Rest....mir drängt sich dabei der Eindruck auf der Autor war mal bei der Bild
Endlich werden einmal entgegen der gängigen Meinung, Poker sei ein Glücksspiel, deutlich die strategischen Aspekte betont, die das Spiel eben zum Geschicklichkeitsspiel machen.Poker ist langfristig gewinnbar, für den guten Spieler!
So weit so gut.
Aber: Die meisten Spieler verlassen die niedrigen Limits nie, sie spielen um ein paar Cents, betrachten Poker als Hobby, haben einfach Spaß. Nicht jeder verlierende Spieler verprasst sein ganzes Vermögen (und nicht jeder gewinnende Spieler kann davon leben) und wird zum Süchtigen, das Internet hat ja erst das Spielen um Centbeträge ermöglicht. Warum hier die Suchtgefahr, die zweifellos besteht ,größer sein soll, bleibt unklar.
Die anschließende 'Milieuschilderung', die überraschenderweise gängige Klischees zu bestätigen sucht, gipfelt in der völlig zusammenhanglosen Erwähnung des Todes von Stu Ungar, offenbar repräsentiert er das typische Ende einer Online-Poker -Karriere. Welchen Stellenwert Poker für den Durchschnittsspieler erhält, entscheidet dieser durch sein Verhalten in ersten Linie immer noch selbst: Sucht ist nicht der Regelfall, sondern Ausnahme.
Die modernen Zocker kaufen Optionen auf die Futures von Schweinebäuchen, Paladium und den 'Bund'. Da kann man all sein Geld auf einmal loswerden oder viervielfachen. Ist auch nicht so anrüchig wie Poker oder Pferdewetten, denn man ist ein 'Investor' und kein Spieler. Man muss sich auch nicht extra herrichten, sondern kann noch um die mittagazeit im Bademantel vor dem Monitor sitzen und mitspielen ohne dass es einem auffällt.
Und für die Unterschicht gibts ja Lotto und Klassenlotterie. Da muss man gar nichts wissen oder können. Dafür behält der Staat auch die Hälfte des eingegangenen Geldes für sich. Fällt hier eh niemandem auf.
'Der wohl größte Pokerspieler aller Zeiten, Stu Ungar, starb 1998 im Alter von 45 Jahren an einem Herzinfarkt.'
Was will der Autor uns damit sagen?
Es gibt sehr viele Pokerlegenden wie Doyle Brunson die noch sehr fit sind..
Mir erschliesst sich der zusammenhang zwischen seinem herzinfakt und Poker einfach nicht...
Ausserdem sind Pokerspieler keineswegs nur suchkranke Sharks und Suchtkrüppel die zig tausende Schulden machen....hier wird nur schwarz weiss gemalt und ich bin als Pokerspieler mehr als entäuscht von diesem Bericht.
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