Lebenslagen Stetig erfolgreich
Immer mehr Anleger fliehen die Aktienfonds und investieren in Zertifikate. Sind sie die bessere Altersvorsorge? Eine Einschätzung
Zwei Zahlen haben in den vergangenen Tagen die Finanzbranche bewogen: Zum Ersten wurde bekannt, dass im ersten Halbjahr 2006 Derivate im Volumen von unvorstellbaren 370 Billionen Dollar gehandelt worden sind. Zweitens zogen deutsche Anleger allein im Oktober über 1,1 Milliarden Euro aus Aktienfonds ab.
Derivate sind keine Wertpapiere im eigentlichen Sinne, denn sie verkörpern kein Vermögensrecht, so wie etwa eine Aktie ein Miteigentum an einem Unternehmen oder eine Anleihe eine Darlehensforderung. Derivate sind im Grunde nichts anderes als eine Kurswette auf einen bestimmten Vermögensgegenstand. Das kann eine Aktie sein ebenso wie ein Goldbarren oder eine Forderung aus einem Handelsgeschäft.
Der praktische Nutzen der Derivate besteht darin, dass es mit ihrer Hilfe möglich ist, Preis- beziehungsweise Kursrisiken auf andere zu übertragen - zum Beispiel von einem vorsichtigen Anleger, der sich absichern will, auf einen Spekulanten. Beide schließen eine Wette ab - entweder, dass der Preis steigt oder fällt oder vielleicht auch, dass das ursprüngliche Geschäft platzt. Alles in allem jedenfalls nicht das, was Otto Normalanleger unter einer üblichen Geldanlage versteht.
Es gibt jedoch eine vergleichsweise zahme Variante von Derivaten, die auch für breite Anlegerschichten geeignet ist: Zertifikate. Ihr Anteil an den besagten 370 Billionen Dollar ist zwar nicht unbedingt der größte, aber er steigt stetig und vor allem stabil, wobei Deutschland sozusagen das Mekka der Derivatebranche ist.
Zertifikate sind es denn auch, die in indirektem Zusammenhang mit jenen 1,1 Milliarden aus Aktienfonds genommenen Euro stehen, von denen der deutsche Fondsverband BVI berichtet.
Der Hauptgrund dafür liegt nicht etwa in der schlechten Wertentwicklung. Im Gegenteil: Die Aktienbörsen laufen in diesem Jahr vergleichsweise gut oder sogar sehr gut. Nein, es ist die zunehmende Konkurrenz der Zertifikate, die die Fondsbranche bedrängt. Denn genau in diese Anlageform fließt ein Großteil des Geldes, das die Anleger bei Fonds flüssig gemacht haben.
- Datum 21.11.2006 - 06:40 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT online
- Kommentare 1
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








'Zertifikate sind [...] in vielen Fällen auch deutlich billiger als Fonds. '
Also, wenn das so ist, dann dupliziere ich einfach die Zertifikate und werden stinkereich :-).
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren