Weltaidstag "Größte Herausforderung"Seite 2/2

Die Versorgung HIV-infizierter Kinder mit Aidsmitteln hinkt nach Angaben der Stiftung des früheren US-Präsidenten Bill Clinton hinterher. "Nur eines von zehn Kindern, das eine Behandlung braucht, bekommt sie", sagte Clinton in Neu Delhi. Seine Stiftung wolle daher mit einem neuen Programm im nächsten Jahr 100.000 zusätzliche Kinder in Entwicklungsländern mit Medikamenten versorgen. Die beiden indische Pharmafirmen Cipla und Ranbaxy würden ihre Aidsmittel dafür 45 Prozent billiger verkaufen. Unterdessen kündigte die thailändische Regierung laut Medienberichten an, wegen Versorgungsengpässen das Patent des US-Pharmaherstellers Merck für dessen Aidsmedikament Efavirenz zu brechen und ein eigenes Nachahmerpräparat (Generikum) herzustellen.

Aids behindert auch die wirtschaftliche Entwicklung: Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind die wirtschaftliche Entwicklung und die Arbeitsproduktivität in den Ländern mit einem hohen Anteil HIV-infizierter Menschen stark eingeschränkt. Derzeit lebten etwa 36,3 Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter mit der Krankheit, die meisten davon in Afrika südlich der Sahara, heißt es in einem ILO-Bericht.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) kündigte erneut an, dass Deutschland 2007 für die Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose insgesamt 400 Millionen Euro bereitstellen werde. Das seien 100 Millionen mehr als bisher. Zudem werde Aids ein zentrales Thema der Präsidentschaften Deutschlands bei der EU und den G8 im nächsten Jahr sein.

Unter dem Symbol der roten Schleife lenkt der Weltaidstag die Aufmerksamkeit jeweils am 1. Dezember auf die Opfer von HIV. Nach UN- Angaben leben derzeit rund 40 Millionen Menschen mit dem Virus. Bis zum Jahresende werden sich weltweit 4,3 Millionen Menschen neu angesteckt haben. 2,9 Millionen Menschen werden 2006 an den Folgen sterben.

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Leser-Kommentare
  1. Man sollte erst einmal schauen, wo es die meisten HIV-Infektionen gint, und dann auch warum.
    Wenn gewisse Gesellschaften sich um ihre eigene gesundheit einen Dreck kümmern und Regelungen als Eingriff in ihre persönliche Freiheit sehen,kann doch die Weltgemeinschaft nicht dafür verantwortlich gemacht werden!
    Manche leben schon bald 20 Jahre mit der Infektion, also woher die Hysterie.
    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pietätlose Bemerkungen. Die Redaktion/sc

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