Lebenslagen Richtig Gutes tunSeite 2/2

Das Problem der Auswahl stellt sich dabei indes in gleicher Weise wie beim Spenden. Denn es gibt in Deutschland mittlerweile viele Banken, die ökologische und ethisch orientierte Investments anbieten – Öko- und Naturbanken genauso wie herkömmliche Institute. Die Palette reicht dabei von konventionellen Sparanlagen, über spezielle Fondsprodukte bis hin zu unternehmerischen Beteiligungen. Schwierigkeit dabei: „Ethisch“ und „ökologisch“ sind keine exakt abgegrenzten und definierten Begriffe. Darunter versteht im Einzelfall jeder Anleger – und jedes Institut – etwas anderes. Für den einen reicht es bereits, dass ein Unternehmen seine Produktion so weit wie möglich ökologisch gestaltet, für andere wiederum kommt es grundsätzlich nicht in Frage, ein Sparkonto bei einer Bank zu eröffnen, die Unternehmen aus der Kernkraftwerks, Tabak- oder Automobilbranche zu ihren Kunden zählen.

Leider gibt es bislang noch kein allgemein anerkanntes „Öko-“ oder „Ethik-Siegel“ für Geldanlagen – quasi einen „Blauen Engel“ des Geldes. Dazu darf ein zweiter Gesichtspunkt nicht übersehen werden, nämlich ob es tatsächlich etwas bewirkt, wenn der Anleger zum Beispiel einen Spendenfonds oder ein Öko-Sparbuch auswählt. Dabei verzichtet der Sparer jeweils auf einen Teil der jährlichen Erträge, die als Förder- beziehungsweise Spendengelder in bestimmte Projekte fließen – Brot statt Zinsen sozusagen.

Ob und was der Anleger durch diesen Renditeverzicht bewirkt, ist eine Frage des Konzepts und der Projekte, die mit dem Geld unterstützt werden. Und nicht zuletzt stellt sich noch stärker die Frage, inwieweit die Verwendung der „gespendeten“ Gelder auch kontrolliert wird.

Kurzum: Wer sein Gewissen beruhigen und gezielt Gutes tun will, ist möglicherweise besser damit bedient, sein Geld ganz konventionell zu investieren und einen Teil der Erträge selbst abzuzweigen, um damit direkten Nutzen zu stiften. So hat es jeder selbst in der Hand, diejenigen Organisationen und Vereine zu unterstützen, die nach dem eigenen Verständnis am ehesten dem Begriff „ethisch“ oder „ökologisch“ entsprechen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes Händchen bei der Auswahl und ein besinnliches Weihnachtsfest.

Thomas Luther ist Finanzjournalist und beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Geldanlage und hat eine Reihe von Büchern dazu veröffentlicht. Er arbeitet als freier Autor und Redakteur beim "Handelsblatt".

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Geld anlegen mit gutem Gewissen: Ein Schwerpunkt über ökologische und ethische Investments

 
Leser-Kommentare
  1. Jede Art von Geldspende ist offensichtlich immer und überall willkommen. Wünscht der Spender jedoch, dass sein Geld einem spezifischen Zweck zukommt, so sollte er sich gezielt an die betreffende Gruppe halten., der sein Interesse gilt. Ich zum Bespiel unterstütze Musikstudenten, die gewöhnlich bei der Stipendienverteilung schlechter abschneiden, denn die Industrie fördert vornehmlich technische und naturwissenschaftliche Studien.

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