Die ProSiebenSat.1 Media AG hat einen neuen Eigentümer. Hinter den Sendern ProSieben, Sat.1, N24, kabel eins und 9Live stehen künftig die Finanzinvestoren KKR und Permira. Zu einem Preis von vermutlich mehr als drei Milliarden Euro haben die Private-Equity-Gesellschaften 50,5 Prozent der Aktien übernommen.
Von Heuschrecken übernommen: ProSieben

Vor dreieinhalb Jahren hatten die vorherigen Eigentümer um Haim Saban nur rund eine Milliarde Euro gezahlt. Permira und KKR besitzen schon die Mehrheit an der Luxemburger TV-Senderkette SBS. Sie sendet vor allem in Skandinavien, Osteuropa und den Benelux-Staaten. Chris-Oliver Schickentanz, Analyst der Dresdner Bank, erwartet ebenso wie Michael Schatzschneider von der Commerzbank, dass die beiden Gesellschaften SBS an die ProSiebenSat.1 Media AG verkaufen werden. Über diesen Weg würden die Investoren sehr schnell einen Teil des eingesetzten Kapitals zurückbekommen. Unternehmenssitz soll München bleiben.

"Die Entscheidung zugunsten von Permira und KKR überrascht mich", sagt Media Analyst Schatzschneider. Gerade in Finanzkreisen hatten viele auf den Mischkonzern Dogan als Käufer gesetzt. Dogan-TV ist die führende Sendergruppe in der Türkei und hätte auf einen Schlag auch rund 30 Prozent der deutschen Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren erreichen können. An der Fernsehsparte hatte sich der Axel Springer Verlag im November mit 25 Prozent beteiligt und damit für zusätzliche Gerüchte gesorgt.

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