Entwicklung „Die Afrikaner wollen heraus aus diesem Mist!“Seite 4/4
ZEIT online:
In der Karikatur, die Kritiker von Ihnen zeichnen, steckt doch auch etwas Wahres. Sie setzen in hohem Maße auf technische Lösungen, man könnte es gar technokratisch nennen.
Sachs:
Der Kern unseres Programms ist, erprobte Technologien der Entwicklungshilfe in die Dörfer zu bringen. Es gibt genug Dinge, die längst funktionieren!
ZEIT online:
Zum Beispiel Moskitonetze gegen die Überträger der Malaria.
Sachs:
Wo wir Moskitonetze verteilen, sinken die Neuerkrankungen um die Hälfte oder mehr. Ich bin überrascht und enttäuscht, wie lange die internationale Gemeinschaft gebraucht hat, um etwa so Offensichtliches zu tun wie Malarianetze zu verteilen.
ZEIT online:
Ihr Kollege Nicholas Negroponte vom Massachusetts Institute of Technology will auch jedem armen Kind einen Laptop-Computer schenken.
Sachs:
Es gehört durchaus auch zu unserem Plan, einen Computer und das Internet in jedes Dorf zu bringen. Aber Computer für jedes Kind? Das ist doch viel zu teuer. Es wäre auch nicht nützlich genug. Was diese Leute brauchen, ist ein Paket von Interventionen: Nahrung und Sicherheit, landwirtschaftlicher Fortschritt und Gesundheit, sauberes Trinkwasser und eine funktionierende Infrastruktur. Nicht eine einzelne Sache wie einen Computer.
ZEIT online:
Wie geht es denn jetzt mit Ihren Modelldörfern weiter? Wird es nicht viel komplizierter und viel teurer, wenn Sie Ihr Projekt erst ausweiten und ganze Dörfergruppen und Distrikte mit Entwicklungshilfe beglücken?
Sachs:
Vermutlich werden die administrativen Kosten grob im Verhältnis mit der Zahl der Menschen steigen, denen durch das Projekt geholfen wird. Nicht höher, aber auch nicht geringer. Im Augenblick veranschlagen wir zehn Dollar pro Person an Verwaltungskosten, aber das ist nur in den Dörfern selbst. Wenn wir das Projekt auf den Distrikt ausweiten, also 500.000 Leute, brauchen Sie zehn bis 15 Dollar zusätzlich für die Verwaltung und für Training. Aber ich gebe zu: Das sind reine Schätzungen.
ZEIT online:
Was ist die größte Herausforderung bei diesem Prozess der Ausweitung?
Sachs:
Partner zu finden, die uns unterstützen. Wir brauchen dieses Projekt, denn die bisherigen Ansätze erreichen nicht die Millenniumsziele der Armutsbekämpfung. Die Weltbank und die anderen Geber haben kein funktionierendes Modell. Unseres ist praktikabel, und von den Erfolgen kann sich jedermann überzeugen.
Das Interview führten
Thomas Fischermann
und
Claas Pieper
.
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- Datum 27.12.2006 - 10:50 Uhr
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auch die internationale Helferindustrie müssen wir mästen.
Dann lasst uns mal schön weiter die Milliarden versenken, in dem Fass ohne Boden.
Und sage keiner es wäre damit niemand genützt.
Die UNO-Beamten haben was davon, die Helfer haben ein einträgliches Einkommen und die Negerführer sammeln noch mehr Millionen auf ihren Schweizer Konten.
Und auf gar keinen Fall sollten wir das Ergebnis dieser „Hilfe“ bewerten. Was stört es schon, dass am Ende nichts rauskommt.
Nein, Erfolg ist, wenn Geld verbrannt wird.
Seid verschlungen, Millionen!
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