CSU Die Bayern wollen Stoiber nicht
Der amtierende Ministerpräsident soll erneut zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahlen 2008 gekürt werden. Laut Umfrage ist die Mehrheit der Bayern aber dagegen
Die Mehrheit der wahlberechtigten Bürger in Bayern ist gegen eine erneute Spitzenkandidatur von CSU-Ministerpräsident Edmund Stoiber. Die bayerische Schwesterpartei der CDU soll laut einer Umfrage des s tern lieber mit einem neuen Spitzenkandidaten in den nächsten Landtagswahlkampf ziehen. 60 Prozent der Bayern antworteten auf die Frage, ob Stoiber auch 2008 antreten solle, mit "Nein", nur 32 Prozent sprachen sich für eine weitere Amtszeit des Landeschefs aus. Auch innerhalb der CSU ist der Rückhalt für Edmund Stoiber mäßig: Lediglich 52 Prozent der Parteianhänger sind für eine erneute Kandidatur des langjährigen Partei- und Regierungschefs, fast genauso viele (45 Prozent) sprechen sich dagegen aus. Die Parteispitze hält dennoch an Stoiber fest: Immerhin stehe mehr als die Hälfte der Mitglieder hinter dem Ministerpräsidenten, sagt Franz Stangl von der Pressestelle der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag.
Der Plan, Stoiber vorzeitig zum Spitzenkandidaten der CSU zu nominieren, ist aber auch jenseits der s tern- Umfrage längst auf Kritik von Seiten der Landtagsfraktion gestoßen. Dass Stoiber bereits in zwei Wochen bei der Winterklausur der Partei in Wildbad Kreuth gekürt werden solle, sei "nicht besonders glücklich", sagte der CSU- Landtagsabgeordnete Konrad Kobler am Mittwoch. Auf diese Weise sollte man die Diskussion über eine Mitgliederbefragung nicht beenden. Kobler plädierte für eine Urwahl des Spitzenkandidaten durch die Parteibasis: "Es ist ja nicht so, dass es keine qualifizierten Kandidaten gibt." Er nannte Innenminister Günther Beckstein, Wirtschaftsminister Erwin Huber und Landtagsfraktionschef Joachim Herrmann.
Große Zustimmung erhielt auch die Fürther Landrätin Gabriele Pauli für ihren Vorschlag, alle Parteimitglieder über den nächsten Spitzenkandidaten der CSU abstimmen zu lassen. 53 Prozent der Wähler insgesamt und 51 Prozent der CSU-Anhänger befürworten nach den Ergebnissen der s tern- Umfrage eine solche Urabstimmung. 32 Prozent der Wähler und 39 Prozent der CSU-Anhänger lehnen eine Basis-Befragung ab. Dass die Parteibasis bei der Auswahl des kommenden Spitzenkandidaten nun tatsächlich stärker berücksichtigt wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Wie die Pressestelle der CSU mitteilte, stimmte auf dem letzten Parteitag noch eine überwältigende Mehrheit gegen die Urwahl des Spitzenkandidaten.
Wäre jetzt Landtagswahl, könnte die CSU trotz ihrer aktuellen Querelen mit einer stabilen Mehrheit im Landtag rechnen. Laut einer Umfrage für stern.de würden sich 54 Prozent der bayerischen Wähler für die Christsozialen entscheiden. Die SPD käme auf 18 Prozent, die Grünen könnten mit 9 Prozent als drittstärkste Kraft ins Münchner Maximilianeum einziehen. Die FDP liegt bei 5 Prozent. Die Linkspartei kann mit 4 Prozent der Stimmen rechnen. Auf die Freien Wähler würden 3 Prozent entfallen. Für "Sonstige Parteien" würden 7 Prozent stimmen. Für die CSU, die bei der Wahl im September 2003 noch 60,7 Prozent der Stimmen geholt hatte, wäre dies ein Verlust von fast 7 Punkten. Die SPD liegt leicht unter ihrem Ergebnis von 2003, Grüne und FDP liegen leicht darüber.
Für die Umfrage hatte das Forsa-Institut im Auftrag von stern und stern.de zwischen dem 27. und 29. Dezember 1009 Wahlberechtigte in Bayern repräsentativ befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt um plus oder minus drei Prozent.
- Datum 12.05.2009 - 16:38 Uhr
- Quelle ZEIT online
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Das geht mir doch am Allerwertesten vorbei. Dann sollen sie, die Bayern, auch so wählen. Alles andere ist doch für die Füße.
Wie lange spricht man schon von Stoiber der Belastung, Stoiber dem Peinlichen, Stoiber dem Stümper? Sind es schon 100 Jahre?
In Bayern läuft das doch in etwa so. Erst bespitzeln sie die unbequeme Person und wenn die sich dann (zu Recht) wehrt und sich nicht vor den Mächtigen duckt, wird sie zur Schuldigen und Netzbeschmutzerin gemacht und am Ende rausgekehrt.
Nur wer mit uns strammsteht und Lobeshymnen singt, darf in diesem Dackelzüchterland mitreden.
Und wenn sie dann immer noch nicht klein beigibt, befragen wir halt unsere Lakaien, Günstlinge, Speichellecker und Steigbügelhalter (Vereins-, ähhm, Parteivorstand) mediengerecht nach ihrer Meinung. Ja da wird scho etwas Rechtes bei rauskommen.
Wieso sollte ich die Basis befragen? Ich weiss doch schon was rauskommen soll.
Die Bayern werden selbst bei einem Gartenzwerg als CSU-Kandidaten nie die SPD wählen, weil der Pfarrer das doch nicht will. Und die Grünen sind doch sowieso alles Kriminelle.
Und, ach ja, die Franken. Die sind sowieso keine echten Bayern. Bayerisches Protektorat nennt man das doch.
Kaum eine der publizierten Umfragen erfüllt die Anforderungen an seriöse Statistik.
Seriöse Zeitungen wissen das.
90 Prozent der Zeit-Leser sind von den ständigen Umfragen eher genervt als dass sie sich irgendwelche Erkenntniswerte erwarten.
Wetten daß? - Machen Sie doch einmal eine Umfrage!
korfstroem
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