Terrorismus Dialog abgebrochen
Nach einem schweren Anschlag der Terrorgruppe Eta hat die spanische Regierung den Friedensprozess für beendet erklärt. Dennoch muss eine politische Lösung gefunden werden

Ein Graffiti des Eta-Logos in Pamplona an der Wand des Hauses von Salvador Ulayar, einem 1979 von der Eta ermordeten Bürgermeister. Die weißen Handabdrücke symbolisieren Anti-Eta-Protest
Dass die Eta demnächst irgendein Lebenszeichen von sich geben würde, haben viele erwartet. Auch Spaniens Ministerpräsident Zapatero. Dass der Weg zu einem Ende der Gewalt im Baskenland, dieser lebensgefährlichen "No-go-area" für demokratische Anti-Separatisten, mühselig sein würde, hat er immer wieder gesagt. Doch von Zeitpunkt und Wucht des Anschlags der baskischen Terrororganisation auf den Madrider Flughafen, bei dem vermutlich zwei Menschen starben, wurden er und seine Sicherheitsexperten offenkundig überrascht.
Wohl oder übel hat Zapatero daraufhin die Sondierungen unterbrochen – der bisher größte politische Rückschlag für seine sozialistische Minderheitsregierung. Noch kurz vor dem Anschlag hatte er Zuversicht verbreitet. Jetzt blieb ihm nur, zu Besonnenheit und Gemeinsamkeit aufzurufen. War es aber falsch, für das Problem des baskischen Separatismus eine politische Lösung zu suchen?
Zapatero ist damit im Prinzip auf dem richtigen Weg, auf demselben steinigen Weg übrigens, den auch schon sein konservativer Vorgänger, Aznar, in der ersten Amtszeit als Chef einer Minderheitsregierung, zu gehen versuchte. Zapatero wollte jetzt offenbar zu viel zu schnell erreichen. Die Geduld, zu der er mahnte, braucht er jetzt selbst. Und die Bereitschaft, nicht alles – auch nicht den Wahlsieg 2008 – auf die baskische Karte zu setzen. Damit machte er sich zu sehr vom guten Willen der Eta abhängig.
- Datum 12.05.2009 - 16:38 Uhr
- Quelle ZEIT online
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Dieser Anschlag der ETA hat einmal wieder bewiesen dass Terror-Gruppen keine disziplierte Truppe sind die Befehle oder Gesetze achten.Sie handeln eher nach eignem Ermessen und es ist unmoeglich Verhandlungen mit jedem Mitglied aufzunehmen .Man sieht doch dass Verhandlungs Erfolge immer nur so lange anhalten bis wieder ein Anschlag veruebt wird.
Kenner der spanischen Politszene werden einfach das Gefuehl nicht
los, dass man in Europa ein vollkommen falsches Bild von Jose Luis
Rodriguez Zapatero hat. Von einem Abruch des Dialogs mit der ETA
kann ueberhaupt keine Rede sein. Zapatero wird seinen falschen
Friedensplan durchziehen, koste es was es wolle. Am Ende werden die
Basken Ihre Selbststaendigkeit bekommen und Zapatero wird mit der ETA
und den Nationalisten eine gemeinsame Regierung bilden. Don Mariano Rajoy,
die nummer eins der Oppositionspartei PP hat es am vergangenen Montag
eindrucksvoll verdeutlicht: Sollte die ETA-Gruppe nicht ihr Ziel erreichen, gibt
es Bomben und sollte es keine Bomben geben, hat Zapatero deren Forderungen
erfuellt und hat nachgegeben. Im Moment geht es nur darum die Opposition
total abzukapseln. Zapatero kann sagen was er will, er ist und bleibt ein
ETA-Anhaenger. Mit anderen Worten: ein Wolf im Schafsfell, und wer das
nicht wahrhaben will, muss erst das Gegeteil beweisen.zETA
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