Thailand Bomben in Bangkok

Nach den Anschlägen in Thailand gibt es bislang nur Spekulationen über die Täter. Eines jedoch steht fest: Die Regierung wirkt hilflos. Ein Kommentar

Ein Sprengstoff-Spezialist untersucht die Reste einer Bushaltestelle in Bangkok, einen der Tatorte der Anschläge an Silvester

Ein Sprengstoff-Spezialist untersucht die Reste einer Bushaltestelle in Bangkok, einen der Tatorte der Anschläge an Silvester

Am Silvesterabend gingen in Bangkok mehrere Bomben hoch. Drei Menschen starben und Dutzende andere wurden verletzt, darunter auch Ausländer. Das hat die Regierung in Bangkok aufgeschreckt. Denn Thailand lebt von seinem Image, ein Land des Lächelns und des Friedens zu sein ­– Hunderttausende Touristen glauben daran.

Das freilich verbirgt, dass es in diesem Land harte, mitunter gewaltsame politische Auseinandersetzungen gibt – und das nicht erst seit den Attentaten von Silvester. Im muslimisch dominierten äußersten Süden des Landes sind seit 2004 mehr als 1700 Menschen gewaltsam ums Leben gekommen. Die Regierung hat es bisher nicht einmal geschafft, die Hintermänner dieser Gewaltwelle zu identifizieren. Angeblich sind es muslimische Separatisten. Manche Experten machen denn auch für die Silvesterattentate muslimische Terroristen verantwortlich. Aber das ist bisher nicht mehr als eine Vermutung. Es gibt auch Hinweise darauf, dass ein Teil der Attentate und Morde, die im Land geschehen, von Todesschwadronen des Staates ausgeführt wurden.

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Premier Surayud Chulanont hatte unmittelbar nach den Silvester-Anschlägen eine andere Version aufgebracht: "Nach Regierungs- und Geheimdienstinformationen war dies das Werk von Leuten, die politisch an Macht eingebüßt haben." Damit konnte Chulanont nur die Anhänger des Ex–Premiers Taksin Srinawatra gemeint haben. Dieser war erst im September 2006 von der Armee aus dem Amt geputscht worden. Die Generäle setzten eine Übergangsregierung ein, die allerdings noch nicht fest im Sattel sitzt. Die Attentate könnten nun darauf abzielen, diese zu diskreditieren. Der Zeitpunkt jedenfalls wäre gut gewählt. Aber auch das ist vorerst nichts als Spekulation – und es verstärkt nur den Eindruck, dass Thailand unsteten Zeiten entgegen geht.

 
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