Nahost Eine Wende?

Israel sei eine Realität, sagt Hamas-Chef Maschaal - doch eine volle Anerkennung lehnt er weiter ab

Fast ein Jahr nach ihrem Regierungsantritt lässt die palästinensische Hamas-Bewegung erstmals eine deutliche Aufweichung ihrer radikalen Haltung gegenüber Israel erkennen. Der im Exil lebende Hamas-Chef Chaled Maschaal erklärte am Mittwoch, Israel sei eine Realität und werde auch weiter existieren. Eine volle Anerkennung, wie von der internationalen Gemeinschaft gefordert, lehnte er aber weiter ab.

"Es wird weiterhin einen Staat geben, der Israel heißt, das ist eine Tatsache", sagte Maschaal in der syrischen Hauptstadt Damaskus in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. "Das Problem ist nicht, dass es ein Gebilde gibt, das Israel heißt", fügte er hinzu. "Das Problem ist, dass der palästinensische Staat nicht existiert."

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Bislang kämpft die Hamas für eine Zerstörung Israels und fordert das gesamte Gebiet zwischen Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und der Mittelmeerküste für die Palästinenser.

Solange es keinen Palästinenser-Staat gebe, werde seine Bewegung die Bedingungen der internationalen Gemeinschaft nicht erfüllen und den jüdischen Staat nicht anerkennen, sagte Maschaal weiter.

Die harte Aussage verknüpfte der ideologische Kopf der radikal-muslimischen Bewegung aber mit einem Signal des Entgegenkommens, wie es von ihm noch nicht zu hören war: "Als Palästinenser spreche ich heute von einer palästinensischen und arabischen Forderung nach einem Staat in den Grenzen von 1967. Es ist wahr, dass es auf dem Rest des palästinensischen Landes ein Gebilde oder einen Staat geben wird, der Israel heißt", sagte Maschaal. "Das ist eine Realität, aber ich bin nicht bereit, darauf in der Art einer Anerkennung oder eines Eingeständnisses einzugehen."

Eine Aufweichung der Hamas-Positionen verbessert die Chancen für eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses, wie ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel als derzeitige EU-Ratspräsidentin anstrebt. Die Europäische Union (EU) ist gemeinsam mit den Vereinten Nationen (UN), den USA und Russland Teil des Nahost-Quartetts, das Merkel für ihre Initiative wiederbeleben will. Um die Chancen dafür auszuloten, reist US-Außenministerin Condoleezza Rice am Wochenende in den Nahen Osten. Deutschland genießt bei beiden Konfliktparteien großes Vertrauen.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Fakten,ilabernet,Fakten muß man liefern.Nicht immer diese Emotionen und verschwurbelten Unterstellungen und Beleidigungen. Sie lernen einfach nicht dazu. Und vor allem sollten Sie einstecken können wenn Sie austeilen wollen.Nicht hinter jedem Posting steht eine Weltverschwörung gegen den Islam

  2. Da werden weiter Palästinenser in den Tod gehetzt nur weil ihre Führung es nicht übers Herz bring eine Formalie zu erledigen, nämlich die Anerkennung Israels.
    Man braucht hier nur die Hetzer vom Schlage eines ilabernet lesen um zu wissen worum es geht! Diesen Leuten geht es nicht um das Wohlergehen der Palästinenser sondern um ihren Hass auf Judenstaat. Genau deswegen reden sie den Palästinenser ein sie sollten sich weiter opfern statt einfach Israel anzuerkennen einen Friedensvertrag auszuhandeln und das beste aus der Situation zu machen.
    Statt Palästinensern beschäftigen die Israelis übrigens nun Gastarbeiter aus Asien. Die Asiaten sprengen sich nämlich nicht in die Luft! Ein toller Erfolg der Hetzer! Die Leidtragenden sind die Palästinenser die nun arbeitslos herum sitzen. Aber genau das wollen die Hetzer ja, denn ein arbeitsloser Palästinenser so glauben diese Leute nimmt umso leicher den Sprengstoffgürtel. J.S.

  3. Sie werfen Teilen des Forums Haß auf Muslime und Menschenverachtung vor? Ihr Haß auf Israel und Ihnen nicht genehme Deutsche ist aber auch nicht zu verachten.Also, immer ganz ruhig bleiben und nicht so arabisch aufbrausen.

  4. Von den Palästinensern verlangt man die Anerkennung Israels, aber ohne festzulegen, wie Israel seine Grenzen zu setzen gedenkt. Das hat Methode, weil Israel, solange noch kein Frieden geschlossen wird, still und unter mitwisserischer Verschwiegenheit der Europäer weiter Palästinenser enteignen kann. Sobald es Frieden gibt, wird das Stehlen palästinensischen Landes ein Ende haben, und das will Israel nicht.

    Deshalb wird aus Alibigründen von den Palästinensern quasi unmögliches gefordert. Sie sollen den Staat anerkennen, der ihre Verwandten vor 50 Jahren von ihrem Land vertrieben haben. Sie sollen den Staat anerkennen, der unter den Augen der Welt seit 40Jahren(!!!) ein Apartheidsregime im Westjordanland über die Palästinenser praktiziert. Sie sollen den Staat anerkennen, der seit 40Jahren keinen Schritt in Richtung Frieden gemacht hat, sondern immer vom Frieden weg, indem unter anderem durch illegalen Siedlungsbau das Völkerrecht von Israel permanent ignoriert wurde. Sie sollen den Staat anerkennen, der immer noch nicht genug Siedlungen auf dem minimalen Rest Palästina zu haben glaubt, und derzeit ganz unverschämt ohne ernsthaften Protest gerade eine neue Siedlung baut.

    Anerkennung kann kein Israeli von den Palästinensern verlangen, es sei denn, dieser Israeli hat gegen die Verbrechen seiner Regierung auf irgendeine Weise opponiert, wie die Piloten, die sich geweigert hatten, Bomben auf Palästinenser zu werfen.

    Anerkennung zu verlangen, bei all dem, was die Palästinenser seit Generationen von Israel ertragen müssen, ist schlicht eine Unverschämtheit und nur geeignet, von der tatsächlichen Fakten abzulenken.

    Als ob Israel die Anerkennung der Palästinenser brauchen würde? Die stärkste Militärmacht der Region mit den USA im Rücken soll die Anerkennung eines Palästina brauchen, dass seit 40 Jahren unter Israelischer Apartheid existiert? Ich frage mich dabei immer, wer so verulkt werden soll. Aber auch, warum es so gut funktioniert.

    Israel ist Realität und für die Palästinenser eine bitterböse. Das weiß jeder Palästinenser. Ganz einfach weil die da drüben nicht wie Europäer und US Bürger von der irrsinnigen Annahme ausgehen, dass Palästina eine Gefahr für die Existenz der Atommacht Israel sein kann. Wer daran zweifelt, so dass er von den Palästinenser verlangen muss jene anzuerkennen, die seit 40Jahren die Unterdrücker der Palästinenser sind, der hat mit Sicherheit keine Sinnvolle Begründung dafür.

  5. hatte der Palästinensiche Aussenminister dies gesagt, aber es wurde einfach unter den Teppich gekehrt.
    Die Arabische Liga hat auf Geheiss Saudiarabiens Israel Anerkennung und Friede zugesagt, gegen die Grenzen von 1967. Nur jetzt kam dann der Bakerbericht und es wird einglobaler Friede gefordert. Also, dürften wir jetzt mal sehen wo es lang geht.
    Ein Spiel mit gezinkten Karten ist kein Spiel.
    Diese Manipulationen sind nicht auszuhalten, es ist schlimm mit ansehen zu müssen wie Realität verzerrt wird. Moshe Zuckermann sagte dass Israel nie wieder in die Grenzen zurück wolle, es war nicht seine Meinung aber die der Israelis.
    Das sind Realitäten.

  6. 6. ?

    wenn man den newsletter der israelischen botschaft liest, glaubt man an gar nichts mehr - das soll sich jeder selbst ansehen, inkl deren archiv ... ein gutes verhältnis zu verbreitern von sowas kann ich mir als zum glück nicht-palästinenser und zum glück nicht-israeli nicht vorstellen ...

    es ist hanebüchen wie dort auch auf kritik daneben geantwortet wird und durch solche antworten gleichzeitig noch was drauf gesetzt wird - für mich ist israel so nicht satisfaktionsfähig

    • Tom030
    • 11.01.2007 um 9:39 Uhr

    ... Fakten nur noch in Foren offen debattiert? Wann haben wir das letzte MAl solche klaren Positionen in den etablierten Medien gehört? Es ist schon bezeichnend, wenn man eine so offene und ehrliche Analyse wie diese nirgendswo mehr lesen darf, das reicht von der TAZ bis zur WELT. Nur noch in den wirklich linken oder rechten Publikationen (Junge Welt, Junge Freiheit) stößt man manchmal noch auf so etwas wie Tacheles. Die (Selbst)Zensur der westlichen Medien hat ein erschreckendes Ausmaß angenommen.

  7. Da wird Israel von einem Hamas-Führer ein Brocken hingeworfen, und man soll vor Freude Luftsprünge machen? Ganz sicher nicht. Nicht Worte, sondern Taten müssen her; als erstes müssen die Hass-Kundgebungen vermummter Dschihadisten verboten werden, Terroristen müssen entwaffnet und eingesperrt werden.

    Noch eine Anmerkung zum Artikel: Da steht allen Ernstes, Israel hätte das Westjordanland 1967 erobert. Nur für den Fall, dass es einige vergessen haben: Israel wurde angegriffen und hat dann im Zuge des erfolgreichen Gegenschlags das Westjordanland besetzt.

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