Energiepolitik Atom statt Öl
Ist die unterbrochene Öllieferung aus Russland Anlass, am Atomausstieg zu rütteln? Die Medien debattieren das so kontrovers wie die Politik. kommentiert das Meinungsbild
Es kam, wie es kommen musste: Kaum hatten russische Ölfirmen Anfang der Woche im Streit mit Weißrussland um Transitzölle die "Freundschafts"-Pipeline Richtung Deutschland und Polen zugedreht, nutzten einige Unions-Politiker - allen voran die Kanzlerin - die Chance, das beliebte Thema Atomenergie aufzuwärmen. Angela Merkel tat das mit vorsichtigen Worten, da sie sich an den Koalitionsvertrag mit den Sozialdemokraten gebunden fühlt, der nun mal den rot-grünen Ausstieg festschreibt. Andere, wie Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, (CSU) fordern dagegen ganz offen, den Ausstiegsbeschluss zu revidieren.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) wiederum nutzte ebenfalls die Chance, sich als Ökokämpfer zu profilieren. Mit einfachen Argumenten wischte er den Unionsvorstoß vom Tisch, wegen der Öllieferkrise über längere Laufzeiten für die deutschen AKWs nachzudenken. Strom werde in Deutschland schließlich (fast) nicht aus Öl gemacht.
Die Zeitungskommentare spiegeln an diesem Mittwoch die gegensätzlichen Positionen wider. Eine Reihe von Blättern argumentieren ähnlich wie Gabriel und die Grünen. Andere hingegen, wie etwa die
Leipziger Volkszeitung
, finden die Position der Union durchaus nachvollziehbar: "Mit dem Erhalt von Kernenergie neben Kohle, Gas, Wind, Wasser, Sparen und Effizienzsteigerung als Bestandteil eines weit gefächerten Energiemixes ließe sich nicht nur die Versorgungssicherheit erhöhen und die Abhängigkeit vom Öl reduzieren, sondern auch die das Klima verändernde Erderwärmung besser bekämpfen", schreibt das Blatt. Mit ihrem Vorstoß für einen "intelligenten Energiemix" könne Merkel allerdings im Rest der EU mit weit mehr Zustimmung rechnen als am eigenen Kabinettstisch.
Die
Berliner Zeitung
findet ebenfalls, man dürfe sich der Debatte nicht mit dem Argument entziehen, dass Deutschland kaum Strom aus Öl und Gas produziere. "Dies wäre eine national beschränkte Sichtweise. Länder wie Italien oder Großbritannien wandeln sehr wohl im großen Stil Gas in Elektrizität um. Die wachsende Nachfrage auf den Beschaffungsmärkten wird die Preise für Erdgas treiben, in der Folge steigen auch die Preise für andere Brennstoffe wie zum Beispiel Kohle, womit das Problem wieder in Deutschland angekommen wäre." Auch wenn der Bau neuer Atommeiler sich hierzulande nicht durchsetzen lasse, dürfe Deutschland deshalb auf politische Optionen nicht verzichten.
Noch eindeutiger formuliert es die
Rheinische Post
: "Jenseits der Ideologien muss die Atomkraft ihren Platz im Energiemix behalten - trotz ihrer Risiken. Denn dass Öl, Gas und Kohle eine schwere Hypothek für unser Klima bedeuten, das dürfte nicht einmal der schärfste Kernkraftkritiker bestreiten. Und die erneuerbaren Energien können auf absehbare Zeit diese Lücke nicht schließen."
Andere Blätter wie die
Stuttgarter Nachrichten
oder die
Neue Osnabrücker Zeitung
beziehen eine Mittelposition. Sie plädieren dafür, die erneuerbare Energien ausbauen, aber auf die Atomkraft - noch - nicht zu verzichten oder sie gar zur Not auszubauen (
Nürnberger Zeitung
).
- Datum 12.05.2009 - 16:50 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Welch Ironie, dass die stärkten pro-Israel-Vertreter im Zeit-Forum, am besten über Atomkraft bescheid wissen wollen.
Ob da wohl ein Zusammenhang besteht...
Man merke nur wie dem einen Teil der Welt die Atomkraft aufgeschwatzt wird und den anderen verboten wird.
Wobei natürlich die Israel-Lobby festzulegen hat wer in den Kreis der 'Erlauchten' kommen darf...
Gruß an die Verlogenheit!
Die Uran Munition besteht nicht aus Atommüll sondern aus den Resten des Natururans das nach der Anreicherung anfällt!
Wenn man das endlagern müsste, dann müsste man sämtliches Uran der Erde ausbuddeln und endlagern!
Man sollte lieber mal den Wortmüll dieser Anti-Atom-Deutschlehrer entsorgen! J.S.
So etwas wie Kohleverflüssigung ist für manche Leute schon viel zu anspruchsvoll. Wenn man die bei der Kohleverflüssigung benötigte Energie mit Kernkraft erzeugen würde, könnte man sogar schon fast von einem Ersatz von Öl durch Kernkraft sprechen.
Für den Gabriel ist das aber weit außerhalb seines geistigen Horizonts. J.S.
Sicher kann man es sich für ein paar Jahre schön einheizen mit Atomstrom, aber wohin mit dem Atommüll? Als Munition im Ausland verschießen? Hier bei uns einlagern? Beide Optionen sind mit einer Zukunft der kommenden Generation nicht vereinbar - durch vorprogrammierte Revanche der verstrahlten Bevölkerungen bzw. Zunahme genetischer Erkrankungen hier bei uns. Eine Entscheidung für die gegenwärtig verfügbare Atomenergienutzung ist also ein klares Votum für die kinderlose und damit zukunftslose Gesellschaft.
Sollte irgendwann einmal die kommerzielle Nutzung der Kernfusion zur Energiegewinnung gelingen, wäre eine Wiederaufnahme der Diskussion zu erwägen.
'Deutschland brauche eine Strategie, um sich generell vom Öl wie von allen fossilen Energien ebenso unabhängig zu machen wie von der Risikotechnologie Atomkraft.'
Genau, der Strom kommt aus der Steckdose!
Das Risiko, daß uns in Deutschland ein Atomkraftwerk um die Ohren fliegt, ist doch 10 X höher, als das uns die Russen und die Familie Bush mit den Saudis nicht mehr mit Öl und Gas beliefern und wir z.B. in eine 100 Jahre anhaltende Problemphase kämen. Deutschland wäre erledigt.
Wenn es in Biblis knallt, dann können z.B. ungefähr 500 Jahre keine Flugzeuge auf dem Frankfurter Flughafen landen.
Zwei Drittel der heute betriebenen Atomkraftwerke würden heute wegen verfehlter Konstruktion nicht mehr genehmigt, das ist die Realität.
Die Unionspolitiker sollten auch beachten, daß sie von Siemens in der Zukunft wohl keine Millionen mehr von Auslandskonten erwarten können. Die Pro-Atom-Kassen des Münchener Atom-Konzerns sind leer. Das ist gut so.
Deshalb gilt, keine Stimme für die Atomenergie-Befürworter! Die bestehenden Risiken reichen aus!
Das ist deutlich zu erkennen...
Niemand hat diese Werte gemessen. Es handelt sich dabei um Hochrechnungen, die unberücksichtigt lassen, dass ein Kkw sehr wohl CO2 Emissionen verursacht (u.a. Gemis Projekt). Es werden diverse Werte in der Literatur pro KiloWatt angegeben, die eine Bereingung solche Stastistiken notwendig erscheinen lassen, nicht nur für Kkws.
Ebenso entsteht CO2 Austoß nicht nur durch Kraftwerke. Implizit dies vergleichend zu unterstellen ist unseriös. Andere Faktoren sind ebenfalls zu berücksichtigen (Konsumverhalten, PKWs, Industrie, ...).
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