Kampf gegen den Terror Zweifelhafter Eingriff
Die USA haben in Somalia einen angeblichen Stützpunkt von al-Qaida bombardiert. Fraglich ist jedoch, ob der Vormarsch der Islamisten dort zu stoppen ist. Eine Nachrichtenanalyse
"The right thing": Der somalische Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed kommentiert am 9. Januar in Mogadischu den US-Luftangriff gegen Al-Qaida-Verdächtige
Somalia gilt schon lange als trojanisches Pferd der Islamisten am Horn von Afrika und als Zufluchtsort für Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida. Seit den zwei Attentaten vom August 1998 auf die US-Botschaften in Nairobi in Kenia und der tansanischen Hauptstadt Daressalam, zu denen sich al-Qaida bekannt hat, hat das Land für die USA oberste Priorität im Kampf gegen den Terrorismus.
Wohl auch deshalb haben die USA jetzt zum ersten Mal seit ihrem schmachvollen Rückzug aus dem ostafrikanischen Land 1993 und erstmals seit dem äthiopischen Einmarsch direkt in die Auseinandersetzungen dort eingegriffen. Ein US-Kampfflugzeug beschoss in der Nacht zum Dienstag ein Dorf an der südlichen Grenze zu Kenia, in dem sich ein Anführer der radikal-muslimischen Organisation al-Qaida versteckt haben soll. Bei dem Luftangriff wurde nach Informationen von CNN Fazul Abdullah Mohammed getötet, der auf der amerikanischen Liste meistgesuchten Terroristen stand. Er soll für die Anschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998 verantwortlich gewesen sein, berichtete der Sender unter Berufung auf ungenannte Pentagon-Quellen.
Washington beobachtet mit Sorge, wie al-Qaida in der Region an Einfluss gewinnt. Somalia bietet der Terrororganisation eine gute Basis, da es dort seit vielen Jahren praktisch keine staatlichen Strukturen mehr gibt und das Land in Anarchie und Chaos versunken ist – ein klassischer Failed State , so wie es auch Afghanistan war.
Die Islamisten-Bewegung hatte Somalia im vergangenen Jahr vom Süden aus Stück für Stück aus den Händen der Übergangsregierung erobert und die somalische Hauptstadt Mogadischu zuletzt ein halbes Jahr lang kontrolliert. Das christlich geprägte Äthiopien griff an Weihnachten in die Kämpfe ein, um eine radikal-muslimische Herrschaft im Nachbarland zu verhindern, und konnte die Kontrolle über Mogadischu Ende des Jahres übernehmen. Die Regierung in Addis Abeba ist eng mit den USA verbündet.
Beobachter fürchten jedoch, dass das Eingreifen der Amerikaner die Lage eher noch verschlimmern und einen kontraproduktiven Effekt haben könnte. So warnt die britische Zeitung Guardian: „Es wäre eine Katastrophe, wenn das Land nun zu einem Anziehungspunkt für radikale Anhänger des Dschihad würde, die die Erfahrungen aus dem Irak und Afghanistan wiederholen wollen.“
In der Tat ist die Gefahr groß, dass in Somalia ein ähnliches Szenario wie im Irak entsteht. In einer Internetbotschaft am 5. Januar rief die Nummer zwei von al-Qaida, Ayman Al-Zawahiri, dazu auf, Selbstmordattentate und Guerillakämpfe nach irakischem Vorbild zu verüben.
- Datum 12.05.2009 - 16:50 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Das ist nur der Anfang vom amerikanischen Plan B. Demokratisieren klappt ja leider nicht und erweist sich als viel zu teuer. Solche Einsätze sind preiswert und 'reden' mit den Islamisten die einzige Sprache die sie verstehen.
Bitte mehr davon
nicht füttern
Ich möchte auf einen Fehler im Artikel hinweisen: Es heißt nicht 'Falling State'
sondern 'Failing State', gescheiterter Staat.
Äthiopien tut wenigstens was für seine Freiheit. Europa hat noch nicht geschnallt das 'irgendeiner' die Islamisten umbringen muss.
Die Frage ist, heute 10.000, morgen 100.000, oder übermorgen 100.000.000 ?
Jo, alle umbringen =) Das ist sowieso die Idee, warum rotten wir die Boesen nicht einfach aus und lassen nur die Guten uebrig!
'Fraglich ist jedoch, ob der Vormarsch der Islamisten dort zu stoppen ist.'
Natürlich sind die Islamisten nicht zu stoppen, wenn man nichts macht und immer nur alles aufzählt, was schief gehen könnte, wenn man etwas machen sollte. Typisch Europa
Äthiopier und Amerikaner machen es doch vor. Man jagt Islamisten nicht weg, denn dann kommen die wieder, sondern tötet sie.
Anschließend bietet man den Menschen eine brauchbare Alternative an.
Islamisten in eine Demokratie einzubinden ist eine Schnapsidee. Das wird niemals gelingen, siehe Afghanistan und Irak.
Mit halben Sachen verspielen wir unseren Ruf und bringen auch noch diejenigen gegen uns auf, die eigentlich froh wären in einem demokratischem Land leben zu können.
früher spielte ich für eine zeit jene geostrategischen computerspiele (ich spiele überhaupt keine computerspiele mehr - es waren die anspruchsvolleren), wo in gewissen regionen immer diese rebellen auftauchten - man konnte gegen die nur im modell des spieles vorgehen, also robust ... oder sich alles gefallen lassen
afghanistan und somalia gehören zu solche regionen, auch im programm solcher spiele ... irak gehört nicht dazu (vor dem eingreifen der usa - jetzt schon) ...
... es ist die frage aber, ob das wirklich so ist ... es hat niemand geschafft, somalia zu bekommen, ausser den radikalen moslems ... äthiopien greift aus religiösen motiven ein ... auch im interesse normaler islamischer länder ...
... die rebellen in den spielen musste man bekämpfen wie die usa das grad getan haben ... oder sich alles gefallen lassen ...
früher waren solche eingriffe real eher tabu, es trifft dabei immer unschuldige (und vor allem alles ohne gerichtsprozesse, das ist eigentlich lynchjustiz) ...
... mit lynchjustiz überzeugt man die, die vor allem an stärke glauben - um verteter von zivilgesellschaften handelt es sich dabei nicht ...
eines teilen beide, die lynchjustizer und die radikalen moslems, sie verfügen über keine besseren vorstellungen wie es anders sein könnte (die usa führten die scharia im irak wieder ein - die gabs da nicht)
Die Somalier dulden doch Leute wie Fazul Abdullah Mohammed in ihrem Land! Das dies mal Ärger mit dem Westen geben würde ist doch klar.
Das ganze ist einzig und allein Schuld der Somalier. Immerhin waren sie 1993 ja auch in der Lage die UN-Truppen abzuschlachten. J.S.
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