CSU-Krise
Wer löst Stoiber ab?
Noch kämpft CSU-Chef Stoiber um seine Ämter. Doch seine Nachfolger stehen in den Startlöchern. Ein Überblick in Bildern
Horst Seehofer gilt derzeit als der wahrscheinlichste Nachfolger von Edmund Stoiber als Parteichef. Der wesentliche Grund dafür liegt in der großen Popularität, die er an der Basis genießt. Stets jovial, gemütlich und humorvoll verkörpert er für viele das Idealbild eines Bayern. Er gilt als soziales Gewissen der Partei, was ihm auch den Beinamen "Herz-Jesu-Sozialist" eintrug. Das kommt beim Volk gut an, in der Landtagsfraktion und in Teilen der Bundestagsfraktion dagegen weniger. Der wirtschaftsliberale Flügel lehnt Seehofer ab. Dass er auch Feinde hat, zeigt sich zum Beispiel an der Schlammschlacht, die am Montag gegen ihn eröffnet wurde. Die
-Zeitung berichtete, der verheiratete Seehofer, der drei Kinder hat, habe bereits seit Jahren eine außereheliche Beziehung zu einer Bundestagsmitarbeiterin. Immerhin, der Bericht führte dazu, dass Stoiber Seehofer am Montag als "erste Wahl für höchste Ämter" adelte. Doch abgesehen davon: Das Amt als Bundesagrarminister bietet Seehofer ein exzellentes Sprungbrett für den parteiinternen Aufstieg. Im Gegensatz zu einem rein bayerischen Kandidaten könnte er weiterhin den Anspruch der CSU vertreten, auch bundespolitisch Einfluss zu nehmen. Auch sein Alter spricht für ihn. Mit 57 Jahren ist er jünger als andere Kandidaten. Gut vorstellen können sich viele ein Duett. Seehofer müsste dann als Parteichef mit einem Ministerpräsidenten Günther Beckstein kooperieren.
- Datum 15.01.2007 - 06:16 Uhr
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Zurück zur Ausgangsseite





Hier sind sie nun alle versammelt, Stoibers potentielle politische
Erben als Parteivorsitzender der CSU und/oder Ministerpräsident des schönen
Bayernlands ...
... nach außen geben sie sich weiträumig loyal zu ihrem Chef, und doch
sitzen sie als Nachfolger in spe in den Startlöchern, vielleicht gar
zwei von ihnen im gleichen!? Die Popularität Stoibers verflüchtigt sich
zusehens, der Mann hat nicht mehr viele Freunde.
Speziell all jene, die ihn lautstark zu unterstützen vorgeben in den
eigenen engsten Reihen, ihn etwa vorzeitig als Spitzenkandidaten
aufgestellen woll(t)en, erwiesen ihm im öffentlichen Ansehen einen echten
Bärendienst ... kaum ein größeres Eingeständnis der Schwäche des Kandidaten
war denkbar!
Doch auch das Ansehen der Partei leidet, und das ganz zu Recht. Die
Parteioberen, die Spitze des Eisbergs vereint hier in der Galerie der
Erben, sind ja nun gerade in aller Munde und aller Augen, sie zeichnen mit
Ihren politisch ach so korrekten, bisweilen zweideutigen Reden das
Gesamtbild einer intriganten, skrupel- und intelligenzlosen Organisation,
die beim selbsttätig denkenden Beobachter des Szenarios Grauen und Ekel
auslöst ... die bayerische Brutus-Brut!
Nun, Stoiber war mir noch nie sympathisch, ich weine ihm keine Träne
nach, wegen mir kann er gerne abdanken oder abgedankt werden, Zeit wird's
... nur im Gegensatz zu seinen sogenannten Partei'freunden' habe ich
nie vorgegeben, sein allerbester Freund zu sein ... zu den Vorkommnissen
der letzten Wochen in der und um die CSU fällt mir mit Kopfschütteln
nur ein geflügeltes Wort aus meinen Jugendtagen ein:
'Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde!'
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren