CSU Der Druck wächst
Die SPD in Bayern fordert Neuwahlen. Auch führende CSU-Politiker stellen inzwischen Edmund Stoibers Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2008 öffentlich in Frage. Doch einen schnellen Wechsel soll es angeblich nicht geben
SPD-Landtags-Fraktionschef Franz Maget sagte am Sonntag im
Bayerischen Rundfunk: »Am vernünftigsten wäre es, bei dieser
verworrenen und verfahrenen Lage Neuwahlen durchzuführen.« Die CSU sei
nicht mehr handlungsfähig, meinte Maget am Rande der SPD-
Vorstandsklausur im schwäbischen Kloster Irsee. Offenbar könne die CSU
nicht mehr alleine entscheiden, wer Ministerpräsident werden solle,
deshalb müsse die Bevölkerung die Entscheidungsmöglichkeit haben.
Auch in der CSU gerät Ministerpräsident Edmund
Stoiber immer stärker unter Druck. Landtagsfraktionschef
Joachim Herrmann stellte am Wochenende als erster führender
CSU-Politiker Stoibers Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2008
öffentlich in Frage. Ein schneller Wechsel an der Spitze von Partei und
Regierung wird in der CSU-Führung jedoch vorerst ausgeschlossen, da
Stoiber nach übereinstimmenden Angaben seinen Stuhl nicht räumen will.
Innenminister Günther Beckstein und Wirtschaftsminister Erwin Huber
schlossen einen Putsch gegen Stoiber kategorisch aus.
Unterdessen berichten mehrere Zeitungen, Beckstein sei Favorit für die
Nachfolge Stoibers im Amt des Ministerpräsidenten. Parteivize Horst
Seehofer wird als neuer CSU-Chef gehandelt. Herrmann erhöhte am Samstag
im Bayerischen Rundfunk den Druck auf Stoiber: »Es ist unüberhörbar,
dass sich die Stimmen mehren, dass man vielleicht doch in einer anderen
Formation in die Landtagswahl 2008 gehen will.«
Im Zuge der Führungskrise rutschen nun auch die Umfragewerte der CSU in
den Keller. So kommen die Christsozialen laut ZDF- Politbarometer nur
noch auf 45 Prozent und wären damit weit von der absoluten Mehrheit in
Bayern entfernt. 65 Prozent sprachen sich gegen eine weitere
Stoiber-Kandidatur aus. In der Schwesterpartei CDU wird die Krise in
München unterdessen mit wachsender Sorge verfolgt.
Huber und Beckstein, die beide als mögliche Nachfolger im Amt des
Ministerpräsidenten gelten, legten erneut Treueschwüre ab: Sie würden
nie gegen Stoiber antreten, sagten sie übereinstimmend. »Es gibt keinen
Putsch«, sagte Huber der dpa. In der CSU-Spitze herrscht große Sorge,
dass ein erzwungener Sturz Stoibers die Partei in den offenen Konflikt
treiben würde: »Gegen ihn und ohne ihn, das zerreißt die Partei«, sagte
ein CSU-Vorständler am Sonntag.
Auch Herrmann sprach sich gegen einen schnellen Wechsel aus: »Ich
glaube nicht, dass eine Hau-Ruck-Aktion sinnvoll wäre«, sagte der
Fraktionschef. Entscheidend für Stoibers Zukunft dürfte nach
Einschätzung von CSU-Spitzenleuten das Krisengespräch mit der
Landtagsfraktion bei der Winterklausur in Wildbad Kreuth am Dienstag
werden. »Der will kämpfen«, sagte ein Spitzenmann über Stoiber.
Auch wohlgesonnene Abgeordnete äußerten in den vergangenen Tagen jedoch
große Zweifel, ob der 65 Jahre alte Parteichef die Lage noch einmal
stabilisieren kann. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos äußerte sich
in der »B.Z.« zurückhaltend über Stoibers Chancen: »Er wird so lange
Parteivorsitzender und Ministerpräsident sein, wie ihm die Kraft
reicht, diese schwere Aufgabe zu tragen.« Laut »Bild am Sonntag« will
Stoiber in Regionalkonferenzen die Basis wieder für sich gewinnen. Der
CSU-Parteitag soll nach Informationen der Zeitung möglicherweise von
November in die Zeit vor der Sommerpause vorgezogen werden.
Die Stoiber-Kritiker in der Parteispitze hoffen, dass sich der
Ministerpräsident selbst zum Rückzug bereit erklärt. Laut einem Bericht
der Münchner »Abendzeitung« soll Stoiber eine goldene Brücke gebaut
werden. »Ein Bruch mit Stoiber soll nach Möglichkeit vermieden werden«,
sagte ein anderes Vorstandsmitglied der dpa. »Sein Leben ist die
Politik, keiner will, dass Edmund Stoiber in ein schwarzes Loch fällt«,
meinte ein CSU-Präside in der »Welt am Sonntag«.
Stoiber wird zunächst am Montagmorgen Fraktionschef Herrmann und
Landtagspräsident Alois Glück zu Krisengesprächen in der Staatskanzlei
treffen. Glück widersprach einem Bericht, er habe einen Auftrag
führender CSU-Landtagsabgeordneter erhalten, Stoiber zum Rücktritt zu
bewegen. »Ich habe keinerlei entsprechende Gespräche mit Abgeordneten
geführt und auch keinen Auftrag«, sagte er auf Anfrage.
Am Rande einer Klausurtagung des CDU-Vorstands in Bremen legten
CDU-Spitzenpolitiker der Schwesterpartei eine rasche Lösung nahe. Die
CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich
zurückhaltend. »Die CSU wird die Gespräche, die notwendig sind,
führen«, sagte sie. »Ich rechne mit Edmund Stoiber.« Eine offene
Solidaritätserklärung mit dem CSU-Chef, der 2002 gemeinsamer Unions-
Kanzlerkandidat war, gab es nicht.
- Datum 14.01.2007 - 03:57 Uhr
- Quelle ZEIT online, dpa
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In Bayern wurde der Fasching vorzeitig eingeläutet.
Aber wer ist Narr und wer ist nur verkleidet?
Eine immer dubioser erscheinende Rolle nimmt die Landrätin aus Fürth in der Kommödie ein. Was will Frau Pauli? Wie einst Cato wiederholt sie 'Stoiber muß weg' und läßt von den Medien ihr Ein-Punkte-Programm auch auf dem Neujahrsempfang inszenieren.
Die Rolle der Heuchlerin ist also sehr gut besetzt. Auf Wiedersehen in Veitshöchheim Frau Landrat. Die Eintrittskarte haben Sie sich schon gesichert. Noch eine Woche und Sie bekommen einen Ehrenplatz neben dem Präsidium. Die Maske der Heuchelei und Liebedienerin an Ihrer Partei steht Ihnen gut. Eine bessere Verkleidung finden Sie nicht.
Dann kann die neugebackene Hauptdarstellerin der CSU das SPD-Ballett auf der Bühne beobachten. Herr Maget fordert für seine Partei Neuwahlen. Aha. Würde Herr Maget die Aufnahme der bayrischen SPD in Rote Liste bedrohter Lebewesen beantragen, wäre der Antrag berechtigter. Wer war Herr Maget noch gleich? Ach ja der Landesvorsitzende der SPD in Bayern. Viele Bayern außerhalb Münchens werden überrascht aufgemerkt haben, ja mei, bei uns gibts ja auch eine SPD.
Armer Günther Grünwald, armer Erwin Pelzig, armer Klaus-Karl Kraus. Der größte Arbeitgeber Deutschlands mit Sitz in Nürnberg wird bald ein paar HartzIV-Kabarettisten in seiner Statistik führen. Die bayrischen Politiker rationalisieren das politische Kabarett gnadenlos von der Bühne weg und übernehmen die Hauptrollen in Zukunft selbst.
korfstroem
Gabriele Pauli ist ein zu kleines Kaliber, um MP Stoiber alleine, selbständig und ohne jede Unterstützung in extrem große Schwierigkeiten zu bringen. Steckt mehr dahinter? Wer hat ein Interesse Stoiber zu schwächen bzw. seinen Abgang zu erzwingen? Wie ist die Lage? Welche Optionen gibt es noch für Stoiber? Geht es um Rache oder Politik?
Zu den wirklichen Profiteuren würde Angela Merkel und ihre kleine Clique im Kanzleramt gehören. Stoiber ist das einzige Gegengewicht im politischen Spektrum der Union. Wenn Stoiber gehen muß, dann werden gleichzeitig auch die mächtigen Ministerpräsidenten von NRW und BW deutlich geschwächt. Merkel hat es schon verstanden Stoiber den Eintritt ins Bundeskabinett unmöglich zu machen und ihn dabei gleichzeitig schlecht aussehen zu lassen. Jetzt will die Merkel-Clique Stoiber endgültig abservieren. Er selbst ist in die aufgestellte Falle getappt und hat auch heute noch keine Gegenstrategie. Aber das Spiel ist noch nicht zu Ende! Bestenfalls Halbzeit. Stoiber liegt mindestens 4 : 0 zurück.
Aber, Merkel muß jetzt aus der Deckung heraus kommen. Da liegt die Chance für Stoiber gezielt zu kontern. Und: Stoiber steht nicht alleine. Pauli ist nicht mehr im Spiel (Vielleicht kann ist im Bertelsmann-Verlag unterkommen?). Seehofer, der Libero geht jetzt eindrucksvoll nach vorne, um Tore für Stoiber zu erzielen (Ein Spezi von Merkel war Seehofer noch nie.).
Als Verbündete von Pauli hat sich die deutsche Verlegerpresse erwiesen, genau die Presse, die Merkel mit Macht und gegen eine große Mehrheit der deutschen Bürgerschaft ins Kanzleramt geschrieben hat. Frau Mohn und Frau Springer haben Interesse an einer schwachen Kanzlerin, die jederzeit bereit ist, auf die Rat-Schläge aus Gütersloh und aus dem Axel-Springer-Haus zu hören. Merkel ist die Kanzlerin, die die deutschen Großverleger/innen vor sich herschieben, um ihre Interessen berücksichtigt zu wissen.
Pauli war die Frontfrau. Aber sie hatte Ideengeber, mächtige Supporter und professionelle Helfer! Angela Merkel beherrscht die fiesen Tricks. Schnur, de Maziere, Krause, ..., Kohl, Schäuble, ... sind nicht mehr da. Kein Blick zurück! Merkel hat als FDJ-Funktionärin Agitation und Propagande von Grunde auf gelernt.
Stoiber hätte wissen müssen, daß er auf Merkels Liste steht. Er hätte Merkel nach dem schwachen Abschneiden bei der letzten Bundestagswahl selbst als CDU-Vorsitzende gerne und sofort abserviert. Nur Kanzler Schröder hat es damals strategisch klug verstanden, Merkel auf Dauer an der Unions-Spitze als Kanzlerkandidation zu verankern.
Wenn Merkel in Weißen Haus zu Besuch ist, dann wird immer mit Merkels FDJ-Dosier gewunken. Vielleicht sollte Stoiber dies auch mal versuchen!
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