Frankreich Priester der Armen
Abbé Pierre, der Gründer der internationalen Sozialbewegung Emmaus und französische "Vater der Armen", erlag im Alter von 94 einer Lungenentzündung
Betroffenheit herrscht in Frankreich: Abbé Pierre, das "soziale Gewissen" des Landes, ist gestorbenFrankreich hat einen »Heiligen« verloren. Wie kein anderer verkörperte Abbé Pierre, dieser kleine, schmächtige Geistliche, das »soziale Gewissen« der Grande Nation. Sein Einsatz für Obdachlose in der Nachkriegszeit bleibt unvergessen. Mit seinem Charisma rief er eine Sozialbewegung ins Leben, die weit über Frankreichs Grenzen hinaus wirkt und zu einer mächtigen politischen Kraft in seiner Heimat geworden ist. Am Montag starb Abbé Pierre, der wie Mutter Teresa sich für gelebte christliche Nächstenliebe einsetzte, 94-jährig in einem Pariser Krankenhaus.
Die Nachricht löste Erschütterung aus. »Ganz Frankreich wird von diesem Tod im Herzen berührt«, erklärte Präsident Jacques Chirac. Altpräsident Valéry Giscard d'Estaing forderte ein Staatsbegräbnis. In den Kirchen wurde für den Gestorbenen gebetet. Der Muslimrat erklärte, er trauere um »einen großen Mann Gottes, der für die Bedürftigen gelebt« habe.
Sein Leben lang hatte Abbé Pierre inmitten der Konsumgesellschaft bescheiden und beharrlich für die Bedürftigen gewirkt. Er machte keinen Unterschied zwischen den Menschen und ihren Religionen, Nationalitäten und Hautfarben. Seine erste wohltätige »Gemeinschaft der Lumpensammler« gründete der frühere Kapuzinermönch mit einem lebensmüden Vatermörder. »Ich habe ihm gesagt: "Da du sterben willst, bist du frei. Dich kann nichts mehr zurückhalten. Also hilf mir, bevor du dich selbst umbringst."«
Das war 1949, als Frankreich unter dem Mangel der Nachkriegszeit litt und Paris von elenden Hüttenvierteln umgeben war. Die Idee war einfach: Abbé Pierre sammelte Verzweifelte und Wohlgesonnene um sich, um Lumpen und alte Gegenstände zu sammeln und für die Ärmsten der Armen zu verwenden. Seine Gemeinde benannte er nach Emmaus, dem Ort bei Jerusalem, wo verzweifelte Jünger Jesu nach dessen Kreuzigung Zuflucht gesucht hatten.
Zu einem »nationalen Phänomen« wurde Abbé Pierre im eiskalten Winter 1953/54. Zornig und eindringlich rief der Priester den Franzosen im Rundfunk die Not der Clochards ins Gedächtnis. »Meine Freunde, zur Hilfe! Eine Frau ist heute Nacht um drei Uhr erfroren!« Sein Hilferuf fand ungeahnten Widerhall. Viele Menschen sprangen ihm zur Seite, Medien und Politik nahmen sich der Obdachlosen an und seine Emmaus-Gemeinden wurden zu einer nationalen Bewegung. Heute sprechen Historiker von einem »Aufstand der Güte«. Abbé Pierre sei »ein Pilger der Obdachlosen und Vorkämpfer der Menschenwürde«, erklärte die katholische Bischofskonferenz Frankreichs.
Abbé Pierre wurde am 5. August 1912 bei Lyon als Fabrikantensohn Henri de Grouès geboren und trat mit 18 Jahren in den Kapuzinerorden ein. Im Zweiten Weltkrieg ging er in den Widerstand gegen Nazi-Deutschland und nahm im Untergrund den Decknamen Abbé Pierre an. Seine Entschlossenheit und Kampfbereitschaft behielt der Priester bis ins hohe Alter. Noch mit 82 Jahren führte er in Paris Obdachlose bei einer spektakulären Hausbesetzung an. »Bewahren wir uns die Ungeduld des Handelns und bewahren wir uns dabei den Zorn«, schrieb er 1994. So werde die Empörung zur »Kraft, die christliche Liebe zum Mitmenschen beweist«.
- Datum 22.01.2007 - 03:19 Uhr
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Wäre Jesus für diese Welt geschaffen gewesen. Wie lange wäre er am Leben geblieben?
1954-2004, es hat sich nichts geändert, sondern noch verschlechtert. Der Krieg der Sterne schwirrt in den Köpfen der Männer, und hier unten wird Menschen Obdachlosigkeit geboten. Diesmal wirklich ohne ihr Zutun.
Wo bleibt der Oberhirte, wann kommt dessen Schrei ? Wo steht die Kirche Christi die jetzt um ein Aushängeschild ärmer ist?
Trüge Christi solch ein Goldbesticktes Kleid ? Nein ! Abbé Pierre war ein Christ, er war ein Gandhi in seinen Massen, in seinem Kostüm. Aber auch eine Botschaft und eine Frage: Bringt dieser Kampf etwas? In der Form?
War die Revolution von 1789 nicht der Ausdruck des Volkes dass es friedlich nicht geht.
Wenn man ein Blick in die Welt wirft, kann man nur sagen das System hat gelernt es hat die Presse einverleibt, in den USA und in Frankreich. Die Presse ist nicht mehr vielfältig, sie ist das Sprachrohr des Mächtigen geworden. Nur noch wenige Blätter trauen sich zu widerstehen.
Der Abbé mit seiner ganzen Liebe hat da nichts darn geändert, und es war blanker Hohn wenn er in den Gängen der Assemblé Nationale protestierte, und im Innern die 'Volksvertreter' die Armut der Massen beschleunigten...mit legalen Mitteln.
Wie soll ein Jugendlicher noch an eine Zukunft glauben, wenn die Gebäudepreise dank der EZB expoldierten.
Die Revolution hatte beschlossen das Kapital zum Wohle des Volkes zu verwenden, Napoléon hat am 18 Brumaire 1798 wieder die Monarchie eingeführt. Nur jetzt kann man als Monarch gewählt werden , sei man Simili Sozi wie Mitterand oder Bürgerlich wie Giscard.
Ein weniger bekannter Kandidat zu den Wahlen, François Bayrou, meinte es könne doch nicht sein dass 100.000 das Schicksal von 62.000.000 entschieden ? Was ist schiefgelaufen seit Reagan in den USA regierte?
Ich könnte heulen ob was unserer Jugend angetan wird, ich könnte heulen um was wir belogen wurden, ich könnte heulen über Schwarze Kassen, aber ich tue es nicht weil das system selber sich erhängen wird, denn an dem tag wo es nicht mehr attraktiv wird und nur noch Aussichtslosigkeit verbreitet wird die Menge der 62.000.000 in Frankreich sagen: Wir sind das Volk !
Der Abbé hat die Leute etwas gelehrt: die ewige Flamme zu tragen, das Licht gegen die Materie und die Tyrannei dieser Materie !
Einmal sagte ich zu solch einer Elite, und meinte das system der KZ wäre nur perfektionnierter und perverser: die wachhunde vereiteln jeden Einbruch in das KZ. Die Insassen sind jetzt Draussen. Aber erfrieren und hungern tun sie wie eh und je!
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