Afghanistan Noch mehr US-Truppen?

Mit mehr Geld und zusätzlichen Soldaten will die US-Regierung angeblich die wachsende Gewalt in Afghanistan eindämmen

US-Soldaten im Aufbruch nach Afghanistan

Um der wachsenden Gewalt in Afghanistan Herr zu werden, erwägen die USA offenbar, noch mehr Soldaten dorthin zu entsenden. Mehr Personal und zusätzliche Gelder - die Rede ist von fünf bis sechs Milliarden Dollar - sollen dem Wiedererstarken der Taliban entgegenwirken. Die US-Regierung wolle auch verstärkt afghanische Polizisten und Soldaten ausbilden, hieß es in Washington, und zudem durch den weiteren Aufbau von Schulen, Stromnetzen und anderer Infrastruktur versuchen, einen stärkeren Rückhalt in der Bevölkerung zu gewinnen. Einzelheiten des Plans könnte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Freitag beim Treffen der Nato-Außenminister in Brüssel vorstellen.

Unterdessen sind bei einem Selbstmordanschlag vor einer US-Militärbasis in der ostafghanischen Provinz Chost am Dienstag mindestens zehn afghanische Zivilisten getötet worden. Ein Sprecher des Innenministeriums in Kabul sagte, 14 weitere Zivilisten seien verletzt worden. Auch der Attentäter sei ums Leben gekommen. Soldaten kamen offenbar nicht zu Schaden.

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Es ist der bislang blutigste Selbstmordanschlag seit Jahresbeginn. Solche Attentate waren früher in Afghanistan kaum verbreitet, haben aber dramatisch zugenommen - ein weiteres Anzeichen für die zunehmende Instabilität im Land. Das vergangene Jahr war in Afghanistan das gewaltvollste seit dem Sturz der Taliban im Jahr 2001. Wegen des Wintereinbruchs hat derzeit die Gewalt besonders im Süden und Osten des Landes nachgelassen, dies dürfte jedoch spätestens im Frühling vorbei sein.

Mehr Soldaten will die US-Regierung auch in den Irak entsenden - eine Strategie, die der stellvertretende Al-Qaida-Chef Ajman al-Sawahiri am Montag in einer Videobotschaft verspottete. In dem Film fragt al-Sawahiri: "Warum nur 20.000 schicken? Warum nicht 50.000 oder 100.000?" US-Präsident George W. Bush solle die gesamte US-Armee schicken; die Mudschaheddin seien in der Lage, zehn Armeen zu vernichten. In Afghanistan hätten es die USA nicht geschafft, die Taliban aus ihren Zufluchtsorten zu vertreiben und die Nato um Hilfe bitten müssen.

Die Videobotschaft Sawahiris wurden auf der Internetseite des in den USA ansässigen Site Institutes veröffentlicht. Die Organisation überwacht und analysiert militante Netzwerke. Dem Institut zufolge erschien die Botschaft auf einem Multimediakanal der al-Qaida, der von Site überwacht wird.

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