Israel Zornige BürgerSeite 2/2

Schließlich hatte vorige Woche Generalstabschef Dan Halutz die Konsequenzen aus dem Missmanagement des jüngsten Libanonkrieges gezogen und war zurückgetreten. Weitere Verantwortliche könnten ihm nachfolgen. Darunter Verteidigungsminister Amir Peretz, der Chef der Arbeitspartei. Eine Untersuchungskommission der Regierung, die den Kriegsverlauf prüft, wird Anfang März ihren ersten Zwischenbericht vorlegen. Der Krieg im Sommer hat das Image der Armee – der die Israelis bisher immer noch das meiste Vertrauen entgegen gebracht hatten – schwer beschädigt. Zu den Aufgaben von Halutz´ Nachfolger General Aschkenasi wird es deshalb gehören, die Armee in den Augen der Bevölkerung zu rehabilitieren.

Dass sich die Vorwürfe gegen Personen in öffentlichen Ämtern derart häufen, macht die Israelis wütend und besorgt zugleich. All jene, die sich daran erinnern, dass es immer wieder Korruptionsvorwürfe gab, weisen auf einen Unterschied hin: Früher seien solche Anklagen von den Betroffenen wenigstens noch als Schande empfunden worden.

Aber jenseits des moralischen Aspekts stellt sich eine wesentlichere Frage: Viele Israelis glauben, dass sich ihr kleiner, bedrohter Staat einen solchen Vertrauensverlust in die Eliten weniger als andere Länder leisten kann.

Zum Thema
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Leser-Kommentare
    • Akakor
    • 25.01.2007 um 12:09 Uhr

    Evtl. muss man auch ein Staatsoberhaupt aus dem Weg räumen, der aus dem Iran kommt und evtl. nicht ganz so versessen darauf ist, dort Bomben abzuwerfen?

    • vdh
    • 24.01.2007 um 19:29 Uhr

    Wann berichtetet die ZEIT einmal über die Einzelheiten des Falles Katzav? Bislang geht es lediglich um Anschuldigungen. Investigativer Journalismus ist doch deutsche Stärke! Hat Katzav nun 5 Frauen vergwaltigt? Und wann und wie kam es dazu? Die Journalisten haben sich bei ihren Recherchen schon lange nicht mehr so blamiert.

    • Akakor
    • 24.01.2007 um 22:44 Uhr

    Herr Katzav ist nicht nur solange unschuldig, wie seine Schuld nicht eindeutig bewiesen ist, sondern generell. Als Jude und Oberhaupt Israels kann er kein Täter sein. Es ist wohl Wasser auf die Mühlen der Zeit hier genussvoll antisemitische Klischees vom 'bösen Juden' zu bedienen. Ich bin erschüttert!

  1. Solange die Kommentare hier noch nicht, wie es zu erwarten ist, zu einer Schlammschlacht geworden sind, möchte ich anmerken: Mit Sarkasmus kommt man in dieser Debatte an kein Ziel.

  2. dass gerade jene Recht und Ordnung brechen, die die israelische Gesellschaft auswählt, um Recht und Ordnung gegenüber Palästinensern zu beugen. Wer für eine Politik der völkerrechtswidrigen Unterdrückung und Enteignung der Palästinenser steht, wie soll der dann moralisch immun sein, das Recht gegen andere zu beugen.

    Leider dürfte dieser Aspekt in Israel wie auch in den Israel bei ihrer 40Jährigen Besatzung und dem permanenten Landraub unterstützenden Ländern ignoriert werden. Dadurch wird die Israelische Gesellschaft um die Chance gebracht, sich ihrer Wahl der Gesetz brechenden Politiker zu besinnen, und die Konsequenzen ihres demokratischen Verhaltens zu erkennen. Irgendwann werden aber die Verbrechen nicht mehr ignoriert werden können. Dann erst wird man sich damit beschäftigen, welche Verbrechen gegen die Palästinenser von welchen gewählten Politikern initiiert wurden, und Zusammenhänge erkennen.

  3. Wenn ein Land 60 Jahre im Kriegszustand lebt, kommen eben nicht wie überall sonst gewöhnliche, sondern aussergewöhnliche Verbrecher an die Spitze.

    Dies, sowie der, wie in dem Artikel ebenfalls angedeutet, kläglich gescheiterte letzte Libanonkrieg, sollte doch ein Zeichen sein, dass Israels Existenz NUR durch einen GERECHTEN Frieden mit einem Palestina mit der Hauptstadt Ostjerusalem gesichert werden kann.

    Die Alternativen sind: ewige Besatzung mit Terror und Leid auf beiden Seiten, oder ein riesiger Knall.

    Das scheint mir so evident zu sein, dass ich mich ehrlich wundere, warum diejenigen, die ebenso denken, in der Minderheit bleiben.

    v. (ratlos)

  4. Nun, für einen Bill Clinton war Oralverkehr mit einer Praktikantin kein Sex im eigentlichen Sinne. Und deswegen handelte er ohne Schuldeinsicht. Sicherlich ist es verwunderlich, dass er ein Impeachment bekam, während ein Bush, der nachweislich das Volk belogen hat, ohne weg kommen kann. Aber das ist die Wirkung der Mischung von Sex, Macht und Politik, wie wir sie weiland auch bei uns erlebt haben .Für Katzav scheint es ebenso selbstverständlich zu sein, die Frauen in seiner Umgebung als willfähiges Fleisch zu betrachten, das ihm zu Verfügung zu stehen hat. Umdenken nicht erlaubt, während die Frauen in Israel selbst bewußter werden. Dass ein Präsident angeklagt wird, zeugt doch von einem grundsoliden Verständnis von Demokratie. Vertrauen in Politik zerstört man am besten durch schlechte Politik. Und davon haben wir hier zu Lande auch mehr als genug. Dass Politiker bessere Menschen zu sein haben, steht in keinem Grundgesetz und kann nicht verlangt werden. Wohl aber, dass sie sich an Recht und Gesetz halten. Und sich nicht an der eigenen Triebabfuhrt orientieren. Armer Katzav. Was seine Frau jetzt alles auszuhalten hat ....

  5. Nun, für einen Bill Clinton war Oralverkehr mit einer Praktikantin kein Sex im eigentlichen Sinne. Und deswegen handelte er ohne Schuldeinsicht. Sicherlich ist es verwunderlich, dass er ein Impeachment bekam, während ein Bush, der nachweislich das Volk belogen hat, ohne weg kommen kann. Aber das ist die Wirkung der Mischung von Sex, Macht und Politik, wie wir sie weiland auch bei uns erlebt haben .Für Katzav scheint es ebenso selbstverständlich zu sein, die Frauen in seiner Umgebung als willfähiges Fleisch zu betrachten, das ihm zu Verfügung zu stehen hat. Umdenken nicht erlaubt, während die Frauen in Israel selbst bewußter werden. Dass ein Präsident angeklagt wird, zeugt doch von einem grundsoliden Verständnis von Demokratie. Vertrauen in Politik zerstört man am besten durch schlechte Politik. Und davon haben wir hier zu Lande auch mehr als genug. Dass Politiker bessere Menschen zu sein haben, steht in keinem Grundgesetz und kann nicht verlangt werden. Wohl aber, dass sie sich an Recht und Gesetz halten. Und sich nicht an der eigenen Triebabfuhrt orientieren. Armer Katzav. Was seine Frau jetzt alles auszuhalten hat ....

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