Israel Olmert in Bedrängnis
Nach dem Rücktritt des Armeechefs Halutz gerät der israelische Premier in die Kritik - seine Popularität ist tief gesunken.
Dan Halutz (l.) und der israelische Premier Olmert (Archivfoto 01. August 2006)
Eigentlich hatte Ehud Olmert diese Woche die Auslandskorrespondenten zum üblichen Ministerpräsidenten-Neujahrsempfang in Jerusalem geladen. Aber das Treffen wurde dann zunächst auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und schließlich auf unbekannt vertagt. Olmert hat gerade Wichtigeres zu tun. Er muss zum Beispiel die Nachfolge des zurückgetretenen Generalstabschefs Dan Halutz regeln. Und dabei aufpassen, dass dessen Rücktritt nicht zu einem Dominoeffekt führt, der auch ihn selber stürzen könnte.
Dan Halutz wurde nicht allein für das Missmanagement des jüngsten Libanonkrieges verantwortlich gemacht – Ehud Olmert und Verteidigungsminister Amir Peretz sind auch in Bedrängnis. Kritische Israelis sprechen ihnen deshalb die „moralische Autorität“ ab, den nächsten Armeechef zu bestimmen. Zumal auch noch die Untersuchungskommission Winograd, die sich mit den Fehlern bei der Kriegsführung beschäftigt, ihren ersten Zwischenbericht erst in den nächsten Monaten vorlegen soll.
Aber Olmert will schon in den nächsten zehn Tagen einen Nachfolger bestimmen und befindet sich damit auf Kollisionskurs mit Amir Peretz. Beide haben ihre eigenen Vorstellungen, wer Dan Halutz nachfolgen sollte. So hat sich Olmert für den stellvertretenden Armeechef Moshe Kaplinsky ausgesprochen, während Peretz den Direktor des Verteidigungsministerium Gabi Ashkenazi favorisiert.
Offiziell ist nur der Verteidigungsminister autorisiert, einen Kandidaten für das Amt des Generalstabschefs vorzuschlagen. Doch Olmert hat bereits erklärt, dass er eine „aktive Rolle“ im Entscheidungsprozess spielen wolle. Das trägt sicherlich nicht zur Verbesserung seiner Beziehungen zu Peretz bei, die ohnehin schon angespannt sind. Als Ausweg schlagen Olmerts Berater vor, den Rücktritt von Dan Halutz zu nutzen und bei dieser Gelegenheit den Verteidigungsminister zu feuern.
In diesem Fall könnte der ehemalige Ministerpräsident Ehud Barak, der erst vor kurzem wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist und sich erneut um den Vorsitz der Arbeitspartei bewerben will, Nachfolger von Amir Peretz werden.
- Datum 18.01.2007 - 07:06 Uhr
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Mich hat das mit Serbien interessiert und dazu auch für die schamlosen Lügen in der deutschen Presse und der deutschen Regierung. Kritik habe ich daran auch geäussert und tue es zu passen Gelegenheiten immer wieder.
Ich versuche mich gerade in die Köpfe der Israelis zu versetzen. Deshalb bemesse ich auch Taten und nicht die dummen Erklärungen für den Rest der Welt, welcher anscheinend nicht zu vernünftigen Gedanken fähig ist.
Im Vergleich zum anderen Artikel der ZEIT versucht man hier wenigstens nicht angebliche Kriegsziele (Befreiung von Soldaten, über deren Verbleib man aber keine Ahnung hat; Zerschlagung einer Guerilla-Hisbollah mit Bomben, obwohl dies in sich ein Widerspruch ist) wider alle Vernunft glaubhaft zu machen. Die Fakten sind einfach. Die politische Führung, speziell Olmert und Peres, hat sich in einen Krieg manövriert, der gar nicht zu gewinnen war. Ob jetzt die Initiative von dem Generalstab ausging oder von der politischen Führung, ist egal. Versagt haben sie alle sowieso bei der Kontrolle der anderen Instanz.
Wenn man also einen Krieg geführt hat, der nicht zu gewinnen war, was haben die da gewollt???
Im nachhinein kann man ja immer beobachten, was wirklich getan wurde. Nämlich libanesische Infrastruktur zu zerstören und möglichst viele Libanesen umzubringen. Wieso sollte man sonst über eine Million Streubomben abwerfen, wenn 2Tage später Waffenstillstand beschlossen war?
Das Schlimme ist, dass die Israelische Gesellschaft sich nur wegen der israelischen Opfer aufregt. Die Bereitschaft sinnlos Tod und Elend über den Libanon zu bringen, zumal man mit dem Waffengang nichts erreichen konnte, ist erschreckend evident.
Die israelische Gesellschaft hat nicht nur ein großes Problem mit ihrer politischen und militärischen Führung, sondern auch mit einer Moral gegenüber anderen, die Tod und Elend bringt. Schade, dass in Deutschland kaum ein Reporter umfassend über die Sachlage in Israel zu berichten bereit ist.
Ich glaube, sie machen sich das doch etwas zu einfach. Nein, ich werde Ihnen nicht Antisemitismus vorwerfe, keine Sorge. Ich gehöre nicht zu jenen, die das jedem an den Kopf werfen, die Israel kritisieren.
Aber ich glaube, dass Sie versuchen sollten, sich einmal in die Psychologie der israelichen Bevölkerung hineinzuversetzen. Hinterher ist man immer schlauer, das gilt auch für den Libanon-Krieg. Israel hat die stärkste Armee der Region und noch keinen einzigen Krieg verloren. Wer würde da seine Fähigkeiten nicht überschätzen? Dazu zwei zivile Führer, die bei militärisch-taktischen Problemen v.a. ihre Generäle befragen müssen, die sicherlich sehr gern rosige Bilder über ihre eigene Leistungsfähigkeit zeichnen. Dazu eine Gesellschaft, die sich quasi seit ihrem Bestehen im Krieg befindet (lassen wir die Schuldfrage mal außen vor).
Ehrlich, ich glaube, man hat von außen die Tendenz die nahöstlichen Realitäten zu verkennen. Wenn man sich als Partei in so einem mörderischen Konflikt wiederfindet, wer hat da noch Augen für das Leid der anderen? Hat es uns denn interessiert, dass u.a. die Bundeswehr Serbien quasi in die Steinzeit zurückgebombt hat? Seien Sie froh, dass der Bund sich bei den wirklich schmutzigen Angelegenheiten bis jetzt gern zurückgehalten hat. Ich glaube, wäre es anders, Sie würden einige Dinge über unsere Gesellschaft lernen, die Ihnen nicht gefielen.
Um das klar zu sagen, ich will das, was da im Nahen Osten passiert ,nicht entschuldigen. Aber ich meine bei Ihnen eine gewisse moralische Überheblichkeit herauszuhören, die mir nicht gefällt.
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