Der Irankonflikt eskaliert . Die Vereinigten Staaten stärken ihre militärische Präsenz in der Region, iranische Elitetruppen halten Raketenmanöver ab, die EU verhängt Sanktionen , Iran verweigert etlichen Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA die Einreise. Wie soll das weitergehen? Da sind noch etliche Umdrehungen möglich, symbolische und auch direkt bedrohliche, doch irreversibel ist bisher noch keine. Dazu könnte es indes kommen, wenn die indirekten Konfrontationen im Irak und im Libanon außer Kontrolle geraten oder sich gar militärische Zwischenfälle größeren Ausmaßes zutragen sollten.

Dieser Tage packen die Außenminister Qatars, Syriens und anderer arabischer Staaten ihre Koffer, um in Teheran zu sondieren. In diesen Ländern macht man sich wegen des Krisenpotenzials einige Sorge; niemand möchte in einen Krieg hineingezogen werden oder einen Flächenbrand schiitischer Aufstände erleben müssen.

Allerdings ist nicht ausgemacht, dass Iran an der harten Linie festhält. Die Zeichen innerer Kämpfe um die richtige Haltung im Atomkonflikt mehren sich. Die Auseinandersetzung hat auch innenpolitische Themen, etwa den Staatshaushalt und die Sozialpolitik, aber es sieht ganz danach aus, dass die Ultras um Mahmud Ahmadineschad aus der aktiven Nuklearpolitik herausgedrängt werden sollen. Es geht bereits das Gerücht um, der Oberste Führer Chamenei stelle eine neue Verhandlungsgruppe für das Tauziehen mit dem Westen zusammen. Vielleicht schon kurz vor der nächsten IAEA-Tagung in zwei Wochen?

Diese Entwicklung mag als Erfolg einer Politik gewertet werden, die mit Nachdruck (also auch mit Sanktionen) von Iran verlangt, den Forderungen der IAEA nachzukommen, gleichwohl aber auf Säbelrasseln verzichtet und die Türen der Diplomatie offen hält. Das erlaubt es womöglich gemäßigten Kräften in Teheran, mit dem nationalen Sicherheitsinteresse zu argumentieren, das ein Arrangement mit dem Westen gebietet. Damit es zu Vereinbarungen kommt, muss indes auch auf westlicher Seite noch etwas getan werden. Noch weiß man nämlich weder in Brüssel noch anderswo, auf welche Weise dieses begehrte Gut angeboten werden kann, das „nationale Sicherheit“ heißt. Fest steht nur, ohne wen es nicht lieferfähig ist: Amerika.

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