Pflegeversicherung Zusatzprämie fürs Alter?
Die Union möchte in der Pflegeversicherung einen Kapitalstock aufbauen und dazu, wie in der Krankenversicherung, einen zusätzlichen Beitrag erheben.
Das kündigte Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit in Nordrhein-Westfalen, am Montag auf einem Kongress in Berlin an. „Die Pflegeversicherung der Zukunft ist ohne kapitalgedeckte Komponente nicht denkbar“, sagte er.
Die Große Koalition hat angekündigt, die gesetzliche Pflegeversicherung nach Abschluss der Gesundheitsreform umzubauen. Um die Finanzen zu stabilisieren, fordert die Union, zusätzlich zu dem bisher umlagefinanzierten Teil eine Kopfprämie einzuführen. Diese werde in der Höhe für jeden Bürger „spürbar“ sein, kündigte Laumann an. „Wir werden mit sechs Euro einsteigen, aber nicht mit 13 Euro aufhören“, sagte der Unionspolitiker.
Die Politik dürfe zudem keinen Zugriff auf das Geld haben, das „als abgesicherte Altersrückstellung wie bei den privaten Versicherungen“ verwaltet werden müsse. Ältere Menschen, die die Leistungen nicht in Anspruch nehmen müssten, hätten keinen Anspruch auf Auszahlung. Vielmehr gehöre das Geld in die Solidargemeinschaft der Pflegeversicherten.
Allerdings sei die Einführung der Prämie schwierig. Schon die Gesundheitsreform habe gezeigt, dass es von beiden Volksparteien „viel Mut“ erfordere, eine zusätzliche Prämie politisch durchzusetzen. Nach den Beschlüssen der Koalition sollen Krankenkassen, die mit dem Geld aus dem für das Jahr 2009 geplanten neuen Gesundheitsfonds nicht auskommen, eine Zusatzprämie erheben, um ihre Finanzlücke zu decken.
Eine Erhöhung der Pflegebeiträge zur Finanzierung akuter Finanzprobleme, wie sie die SPD favorisiert, schloss Laumann kategorisch aus. Aufgrund des absehbaren Vetos von jüngeren Abgeordneten werde es dafür im Parlament „keine politische Mehrheit“ geben.
Die Pflegeversicherung wird wie andere Sozialversicherungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern paritätisch finanziert. Bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 3562,50 Euro Monatseinkommen beträgt der Beitrag 1,7 Prozent. Kinderlose müssen 0,25 Prozentpunkte zusätzlich entrichten. Die Pflegeversicherung wurde 1995 eingeführt. Seit 1999 übersteigen ihre Ausgaben die Beitragseinnahmen, zuletzt lag das Defizit im Jahr 2005 bei 370 Mio. Euro, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Nur im vergangenen Jahr schloss die Pflegeversicherung aufgrund von Einmaleffekten mit einem Überschuss von rund 450 Mio. Euro. Am Ende des Jahres führte auch die Konjunktur zu einem Anstieg der Einnahmen.
Laumann widersprach Angaben aus dem Gesundheitsministerium, wonach die Pflegereform jetzt auf den Weg gebracht und Anfang 2008 in Kraft treten solle. „Ich will über eine Einigung in der Großen Koalition im Jahr 2007 nicht spekulieren“, sagte der NRW-Minister. Realistisch sei, die Pflegereform „noch in dieser Legislaturperiode“ zu verabschieden.
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- Datum 30.01.2007 - 08:54 Uhr
- Quelle ZEIT online
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Warum versichern Sie sich nicht privat, Herrr Ungerchigkeit? Ich habe meine Familie (6 Personen) 25 Jahre pro Kopf privat versichert - als Pflichtversicherter haben Sie 25 Jahre eine und die gleiche Praemie fuer die gesamte Familie bezahlt. Die Frage ist, wo da die Ungerechtigkeit wirklich liegt, wenn der Steuerzahler Ihre Kosten abfaent!
Auch hier sollen sich weiterhin, wie bei der Gesundheit, eine Gruppe von privat Versicherten absetzen dürfen, wieder Rosinenpickerei! Wieder landen alle Problemfälle bei den gesetzlichen. Darüber redet niemand.
Es ist zum Jammern. Ein Baustein für den Rechtsradikalismus...
Warum versichern Sie sich nicht privat, Herrr Ungerchigkeit? Ich habe meine Familie (6 Personen) 25 Jahre pro Kopf privat versichert - als Pflichtversicherter haben Sie 25 Jahre eine und die gleiche Praemie fuer die gesamte Familie bezahlt. Die Frage ist, wo da die Ungerechtigkeit wirklich liegt, wenn der Steuerzahler Ihre Kosten abfaent!
'Die Pflegeversicherung wird wie andere Sozialversicherungen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern paritätisch finanziert.'
Nein, das wird sie nicht! Die Kosten der Pflegeversicherung tragen einzig und allein die Arbeitnehmer. Schon die Streichung des Buss- und Bettages vergessen, der den Arbeitgeberanteil finanziert? Die Arbeitgeber zahlen absolut garnichts in die Pflegeversicherung ein. Aber Politiker und Arbeitgeber vergessen sowas schnell, wenn sich die Gelegenheit ergibt, zu jammern und Abgaben zu erhöhen.
die euphemistisch so genannten arbeitgeberanteile sind indirekt gezahlte lohnanteile.
jede senkung diser anteile ohne ausgleichende erhöhung der direkt gezahlten löhne sind lohnabbau.
da beißt keine maus den berühmten faden ab.
die ganze debatte um senkung der lohnnebenkosten verfolgt zwei ziele:
zum einen sinkt der lohn, da der direkte lohn natürlich nicht ausgleichend erhöht wird
zum anderen beflügelt diese entwicklung das wachstum der privaten versicherer enorm.
kurz: beide aspekte befördern die renditeerwartungen unserer herrschaften
nur darum geht es.
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