Bundesliga Abgeschliffen

Der FC Bayern ist immer für eine Überraschung gut. Nach einigen unschönen Spielen entlässt er Trainer Felix Magath - und ersetzt ihn durch Vorgänger Ottmar Hitzfeld. Ein Kommentar

Bayern-Manager Uli Hoeneß unterhält die Fans mit einer unterhaltsamen Trainerverpflichtung

Bayern-Manager Uli Hoeneß unterhält die Fans mit einer unterhaltsamen Trainerverpflichtung

Was war das für eine langweile Winterpause für die Fußball-Fans. Keine spektakulären Spielerwechsel, keine Trainerentlassungen. Selbst die abstiegsbedrohten Bundesliga-Clubs wie der HSV und Borussia Mönchengladbach ließen, entgegen allen Erwartungen, ihr sportliches Führungspersonal vorerst unbehelligt weitermachen.

Innerhalb eines Tages hat sich die Lage drastisch verändert. Kaum dass zwei Spieltage der Rückrunde verstrichen sind, haben sich zwei traditionsreiche Vereine von ihren Übungsleitern getrennt. Jupp Heynckes' Ablösung bei Borussia Mönchengladbach kam dabei wahrlich nicht überraschend. Zu schlecht war seine sportliche Bilanz und zu distanziert sein Verhältnis zu Spielern, Führung und Fans. Zudem gilt der Verein nicht gerade als Vorbild für langfristige Trainerbindungen. Dieses Ende des Arbeitsverhältnisses war deshalb voraussehbar.

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Anders die Entlassung Felix Magaths durch den FC Bayern. Das war ein Paukenschlag. Nur einen Tag nach dem tor- wie trostlosen Remis gegen die abstiegsgefährdeten Bochumer setzten die Bayern ihren Trainer vor die Tür, um im selben Atemzug den Nachfolger zu verpflichten. Ottmar Hitzfeld, der noch vor zweieinhalb Jahren höflich aus dem Clubhaus herauskomplimentiert wurde, wird bis zum Saisonende wieder die Mannschaft - besser: das Ensemble eigenwilliger Charaktere - leiten.

Dabei gab es, auf den ersten Blick, gar keinen akuten Anlass für den abrupten Trainerwechsel. Denn Bayern steht immerhin auf dem vierten Tabellenplatz und spielt, nach souveräner Vorrunde, weiter in der Champions League. Und Magath hat mit der Mannschaft zudem in den vergangenen zwei Jahren zweimal das Double aus Meisterschalen und Pokalsieg geschafft; er ist damit der erfolgreichste Bayern-Trainer aller Zeiten.

Aber dass die sieggewohnte Millionentruppe nach einer Reihe wenig glanzvoller Auftritte die Meisterschaft diesmal so frühzeitig abschreiben musste, war für den Vorstand und Manager Uli Hoeneß offenbar zu viel. Bemerkenswert ist auch, dass nun gerade Hitzfeld an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt. Hatte ihn doch vor Jahren noch der Druck beim FC Bayern durch den Verein und die Medien an den Rand eines körperlichen Zusammenbruchs gebracht. Es verwunderte niemanden, dass sich der ehemalige Meistertrainer danach erst einmal eine zweieinhalbjährige Auszeit nahm, dabei sogar Jobs als Nationaltrainer und weitere hochkarätige Angebote zurückwies. Zu stark war der Verschleiß in München gewesen. Dennoch setzt er sich dem nun wieder aus.

Leser-Kommentare
  1. Die Entscheidung des FCB-Vorstandes ist richtig. Der Zeitpunkt ist aber wohl zu spät. Aber erst die beiden Spielen in der Rückrunde haben diese Entscheidung vertretbar gemacht. Für die Bayern war der Felix ein zu kleines Kaliber. Beim VfB in Stuttgart könnte Magath das Problem Veh lösen und die Fans wieder glücklich machen.

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