EADS Unglaubwürdige DrohungSeite 2/2
Legitim, aber nicht klug, sei die Glossche Drohkulisse, findet dagegen die Financial Times Deutschland . Es sei nicht glaubwürdig, dass Berlin Verteidigungsprojekte lieber an einen US-Konzern vergibt als an EADS. Des Weiteren schneide sich Deutschland ins eigene Fleisch: Auch deutsche EADS-Standorte würden vom Boykott getroffen.
Auch der Tagesspiegel findet die Drohung nicht glaubwürdig. Denke der Wirtschaftsminister etwa daran, beim Eurofighter auszusteigen - einem Flugzeug, das rund 20 Jahre lang gemeinsam von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelt wurde und dessen erste Maschinen die Bundeswehr 2004 in Dienst stellte? Oder denke er an einen Ausstieg aus dem Eurocopter, dem zweitgrößten Geschäftsfeld von EADS, das mehrere hundert Mitarbeiter in Bayern beschäftigt? Europäische Rüstungsprojekte seien langfristig angelegte Vorhaben, schreiben die Berliner Kollegen. Wie unbeweglich die Politik auf diesem Feld ist, zeigte sich vor kurzem, als Siemens allen Ermittlungen zum Trotz den Zuschlag für das Herkules-Projekt der Bundeswehr bekam. Um die Sprache der Militärs zu benutzen: Abschreckung funktioniert nur, wenn die Drohung glaubwürdig ist.
Die
Berliner Zeitung
macht auf einen anderen Aspekt aufmerksam: Nicht in Paris verbreite die Glos'sche Drohung Angst und Schrecken, sondern bei den Banken und Bundesländern, die sich gerade dazu durchgerungen haben, im deutschen Interesse EADS-Anteile vom DaimlerChrysler-Konzern zu übernehmen. Für die deutschen Airbus-Werke spreche ihre überaus hohe Produktivität. Ein Argument, das den deutschen Beschäftigten allemal mehr nutzt als ein deutsch-französischer Wirtschaftskrieg.
Zum Thema
Streitfall Airbus
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Wer ist schuld an der Schieflage? Ein Schwerpunkt »
- Datum 05.02.2007 - 03:56 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Der Einfluss der französischen Regierung schwindet nicht, wenn die deutsche Regierung keinen Einfluß ausübt. Das Gegenteil dürfte der Fall sein.
Im Schiffbau wird man hoffentlich die bei Airbus und EADS gemachten Fehler nicht wiederholen und sich den Franzosen ausliefern.
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