In Afghanistan befindet sich die Bundeswehr im Krieg. Wer anderes behauptet, macht sich der Irreführung schuldig. Der Verteidigungsminister mag noch so oft sagen, dass der jetzt beschlossene Einsatz der Tornado-Kampfflugzeuge „kein Kampfeinsatz“ sei. Es bleibt eine falsche Behauptung. Die Tornados werden im Süden des Landes gegen die erstarkten Taliban mitkämpfen, und zwar schon sehr bald. Bald in Afghanistan: Tornados der Luftwaffe© Insa Korth/AFP/Getty Images
Ist dieser Einsatz überhaupt sinnvoll?
Ja, wenn er dazu führt, die Taliban in Schach zu halten. Mehr kann man von den Tornados nicht erwarten, mehr können im Übrigen auch die Soldaten der Nato nicht ausrichten. Denn das ist ja das Paradox. Die Nato führt einen Krieg, den sie mit militärischen Mitteln nicht gewinnen kann, der aber ohne militärische Mittel mit Sicherheit verloren geht.
Man muss sich – und das ist die zweite Einsicht – von der Vorstellung verabschieden, man könne das „Problem“ Afghanistan lösen. Es gibt keine Lösung für dieses Land, jedenfalls nicht in der kurzen Zeit, in der Demokratien normalerweise denken – von Wahlkampf zu Wahlkampf. Es gibt einen modus vivendi, eine Art also, mit einem Konflikt zu leben, der nicht endgültig zu befrieden ist.
Nato-Soldaten werden also weiter sterben, darunter auch deutsche. Und sie werden es tun, ohne dass ihre Befehlshaber je sagen könnten: Jetzt haben wir gesiegt. Denn bislang erleben wir lediglich ein blutiges Patt zwischen den Feinden. Das ist die Zukunft dieses Krieges. Darauf muss die Regierung die Deutschen vorbereiten.

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