Was Zahlen und Worte nicht vermitteln, soll der Betrachter durch Bilder begreifen: Die Worldmapper verwandeln die Erde und ihre Ungerechtigkeit in einen Homunculus.
"Das menschliche Auge ist besser ausgestattet, das Verhältnis bestimmter Dinge an der Größe einer Fläche auszumachen, als um Schraffuren und Farbschattierungen in Zahlenwerte zu übersetzen", schreibt der Geograf Danny Dorling von der Universität in Sheffield. Dorling will der mangelhaften Anschaulichkeit verbreiteter Atlanten ein Ende setzen. Mit dem Projekt
und einer Veröffentlichung im Open Access Journal
verschaffen er und sein Team der Öffentlichkeit eine völlig neue Perspektive auf die Verhältnisse in unserer Welt. Nicht die geografische Fläche eines Landes entscheidet dabei über seine Ausdehnung, sondern das Verhältnis zwischen einer betrachteten Größe (zum Beispiel die Zahl HIV-Infizierter) und ihrer Bezugsgröße (der Bevölkerung). Wir zeigen eine Auswahl dieser frappierenden Kartogramme.
stimmen die Zahlen auch? Bei der Müttersterblichkeit sollte man vorerst keine Frauen mehr schwängern, denn sonst ist die bessere Hälfte der Erde in 7 Jahren ausgestorben; 3.5 Mrd / 513 Mill (Jahr 2000). Das wäre, ups, jetzt... ein Glück stimmt da was nicht. Nähme man übrigens nur die Gebärfähigen, dann sähe es schon seit geraumer Zeit traurig aus... Der Tango wäre gewiss wieder die beliebteste Musik...
Die Idee ist bestechend. Die Farbflächen einer Landkarte lassen sich gut vergleichen.
Jedem leuchtet die himmelschreiende Schande der Ungleichheit sofort ein. Aber, trotz des mutigen Wagnisses, insgesamt 28 Seiten hintereinander zu präsentieren, das ist ja eine ausufernde Bildstrecke, bleibt der Verdacht, dieser erlauchten Kartografie keine wirkliche Chance eingeräumt zu haben. Das Originalwerk, derzeit in Entstehung, wird über 300 thematische Weltansichten bieten. Unmöglich, jede Karte zu zeigen! - Aber wie wäre es mit einer Artikelserie, die einige der ausgewählte Einzelkarten noch genauer vorstellte und interpretierte? Ein 'Schwerpunkt Ungerechtigkeit' in der ZEIT-online, nachdem das Thema 'Neid' selbst in den konservativsten Medien mittlerweile durchgekaut ist.
Die sehr knappen Begleittexte, eher ausgedehnte Bildunterschriften, reichen sicher nicht.
Trotzdem, weiter so, mit Mut und ein wenig mehr journalistischer 'Buschtrommel', sonst verschwinden diese Perlen der Information ungesehen und unkommentiert im Webozean.
Die Originalkarte Map 258 Maternal Mortality schreibt im Text von 513 TAUSEND bei einer Entbindung ums Leben gekommenen Müttern weltweit im Jahr 2000.
Die deutsche Übersetzung schreibt irrtümlich von 513 MILLIONEN - dann stürbe jedes 6. weibliche Wesen im Jahr.
Auch falsch übersetzt ist der Text bei Malta und Island:
nicht VON 2000 Gebaerenden ist statistisch keine gestorben, sondern IM JAHR 2000 ist dort bei einer Geburt keine einzige Mutter gestorben.
Ich wollte gerade zum Optiker gehen und danach vielleicht zu einem Psychologen :D
ich bin wohl etwas spät zugestoßen...
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