Das Prinzip ist einfach: Nach der Anmeldung bei einem dieser Dienste bekommt der Nutzer einen Link, den er in der Bookmarkfunktion seines Browsers speichert. Wann immer er danach etwas Interessantes im Web gefunden hat, genügt ein Klick, um den Link bei del.icio.us, yigg.de, digg.com oder mister-wong.de zu hinterlegen. Wer möchte, kann auch einen Kommentar dazuschreiben.

Ihre größte Wirkung entfalten die Angebote über das so genannte Tagging : Die Nutzer dürfen nach Lust und Laune Schlagworte eingeben, die der weiteren Orientierung dienen. Nach einem Klick auf das jeweilige Schlagwort lassen sich die Webseiten finden, die man selbst oder ein anderer Nutzer mit eben diesem Wort getaggt hat.
Viele Nutzer verwenden derartige Dienste primär für Neuigkeiten, doch manche der Dienste wie del.icio.us sind hierauf nicht spezialisiert. Stattdessen kann dort einfach jeder WWW-Inhalt verschlagwortet, kommentiert und der zugehörige Link hinterlegt werden.

Das Pfund, mit dem die Dienste wuchern können, sind ihre Nutzer. Deren schiere Masse sorgt dafür, dass sich zu einzelnen Schlagworten wie "Politik" viele, von anderen Menschen als bemerkenswert eingeschätzte, Inhalte im gesamten Web finden lassen. Kombiniert man mehrere der Schlagworte, kann man auf interessante Artikel stoßen – die man auch mit viel Suchmaschinenerfahrung sonst kaum gefunden hätte.

Es folgt eine Übersicht der Dienste:

del.icio.us

Der Dienst mit dem ungewöhnlichen Namen ist einer der Ältesten und der Etablierteste aller digitalen Lesezeichen-Dienste. Über eine Million angemeldete Nutzer teilen dort ihre Links mit der Welt und ihren Freunden. del.icio.us ist englischsprachig.

Mister Wong

Mister Wong entspricht weitgehend der Funktionalität von del.icio.us - und ist darüber hinaus in deutscher Sprache. Über die Nutzeranzahl möchte der Dienst nichts mitteilen.

digg.com

Anders als del.icio.us ist Digg vor allem auf Nachrichten fokussiert. Durch die Nutzermasse sollen hier die heißesten News der Welt gefunden werden. Auch Digg ist ein englischsprachiger Dienst.

yigg.de

Yigg ist ein Digg-Klon, der in deutscher Sprache gehalten ist. Auch hier geht es um das Teilen von News. Über die Zahl der angemeldeten schweigt sich der Betreiber aus, spricht lieber von Page Impressions und Visitors.

webnews.de

So wie Yigg ist auch Webnews.de ein News-orientierter Social Bookmarking-Dienst. Laut Betreiber sind momentan 23.600 Nutzer auf der Plattform angemeldet. Webnews wird finanziell von Holtzbrinck Ventures unterstützt, einem Arm des Holtzbrinck-Verlags, zu dem auch DIE ZEIT und ZEIT online gehören.

Für die klassischen Medienanbieter sind solche Dienste zugleich Traum- und Horrorvorstellung. Traumhaft ist für sie, dass ihre Inhalte sich fast von allein weltweit verbreiten können. Doch der Nutzer muss ihr Angebot nicht mehr zwingend aufsuchen. Für Verlage, die den Nutzer am liebsten ganz für sich allein hätten, sind die Effekte schwer zu kalkulieren.

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