Web 2.0 Lesen und teilen

Social Bookmarking-Dienste zählen zu den neuen WWW-Lieblingen. Nie war es so einfach, mit anderen seine "Lieblinks" zu teilen. Wir stellen die wichtigsten Angebote kurz vor und erklären, wie das Ganze funktioniert.

Das Prinzip ist einfach: Nach der Anmeldung bei einem dieser Dienste bekommt der Nutzer einen Link, den er in der Bookmarkfunktion seines Browsers speichert. Wann immer er danach etwas Interessantes im Web gefunden hat, genügt ein Klick, um den Link bei del.icio.us, yigg.de, digg.com oder mister-wong.de zu hinterlegen. Wer möchte, kann auch einen Kommentar dazuschreiben.

Ihre größte Wirkung entfalten die Angebote über das so genannte Tagging : Die Nutzer dürfen nach Lust und Laune Schlagworte eingeben, die der weiteren Orientierung dienen. Nach einem Klick auf das jeweilige Schlagwort lassen sich die Webseiten finden, die man selbst oder ein anderer Nutzer mit eben diesem Wort getaggt hat.
Viele Nutzer verwenden derartige Dienste primär für Neuigkeiten, doch manche der Dienste wie del.icio.us sind hierauf nicht spezialisiert. Stattdessen kann dort einfach jeder WWW-Inhalt verschlagwortet, kommentiert und der zugehörige Link hinterlegt werden.

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Das Pfund, mit dem die Dienste wuchern können, sind ihre Nutzer. Deren schiere Masse sorgt dafür, dass sich zu einzelnen Schlagworten wie "Politik" viele, von anderen Menschen als bemerkenswert eingeschätzte, Inhalte im gesamten Web finden lassen. Kombiniert man mehrere der Schlagworte, kann man auf interessante Artikel stoßen – die man auch mit viel Suchmaschinenerfahrung sonst kaum gefunden hätte.

Es folgt eine Übersicht der Dienste:

Der Dienst mit dem ungewöhnlichen Namen ist einer der Ältesten und der Etablierteste aller digitalen Lesezeichen-Dienste. Über eine Million angemeldete Nutzer teilen dort ihre Links mit der Welt und ihren Freunden. del.icio.us ist englischsprachig.

Mister Wong entspricht weitgehend der Funktionalität von del.icio.us - und ist darüber hinaus in deutscher Sprache. Über die Nutzeranzahl möchte der Dienst nichts mitteilen.

Anders als del.icio.us ist Digg vor allem auf Nachrichten fokussiert. Durch die Nutzermasse sollen hier die heißesten News der Welt gefunden werden. Auch Digg ist ein englischsprachiger Dienst.

Yigg ist ein Digg-Klon, der in deutscher Sprache gehalten ist. Auch hier geht es um das Teilen von News. Über die Zahl der angemeldeten schweigt sich der Betreiber aus, spricht lieber von Page Impressions und Visitors.

So wie Yigg ist auch Webnews.de ein News-orientierter Social Bookmarking-Dienst. Laut Betreiber sind momentan 23.600 Nutzer auf der Plattform angemeldet. Webnews wird finanziell von Holtzbrinck Ventures unterstützt, einem Arm des Holtzbrinck-Verlags, zu dem auch DIE ZEIT und ZEIT online gehören.

Für die klassischen Medienanbieter sind solche Dienste zugleich Traum- und Horrorvorstellung. Traumhaft ist für sie, dass ihre Inhalte sich fast von allein weltweit verbreiten können. Doch der Nutzer muss ihr Angebot nicht mehr zwingend aufsuchen. Für Verlage, die den Nutzer am liebsten ganz für sich allein hätten, sind die Effekte schwer zu kalkulieren.

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Leser-Kommentare
    • yigg
    • 06.02.2007 um 18:56 Uhr
    1. YiGG

    Sehr geehrter Herr Lüke,

    besten Dank für die Erwähnung unserer Nachrichten-Community YiGG in Ihrem Bericht 'Web 2.0 - Lesen und teilen'.

    Ihrem Artikel möchte ich aus der Sicht von YiGG ein paar Aspekte hinzufügen: Sehr treffend schreiben Sie: 'Das Pfund, mit dem die Dienste wuchern können, sind ihre Nutzer. Deren schiere Masse sorgt dafür, dass sich zu einzelnen Schlagworten wie 'Politik' viele, von anderen Menschen als bemerkenswert eingeschätzte, Inhalte im gesamten Web finden lassen.'

    Die YiGGer, wie wir unsere Nutzer nennen, sind das Herzstück unserer Community. Sie stellen Nachrichten ein, taggen, bewerten und kommentieren sie. Dabei sind - neben den registrieretn Nutzern, deren Anzahl wir derzeit nicht veröffentlichen wollen - auch die nicht-registrierten Nutzer sehr wichtig, die auf YiGG ohne Registrierung Nachrichten bewerten können.

    Neben der von Ihnen hervorgehobenen Auffindbarkeit der Beiträge aufgrund des Taggings ist die Diskussion und Konversation unter Nutzern ein weiterer wichtiger Aspekt von YiGG. Gerade die Diskussionen sorgen oftmals für neue Aspekte von Nachrichten, die zunächst nicht erkennbar waren.

    Leider haben Sie sich trotz Erwähnung unserer Nachrichten-Community entschieden, ihren Lesern YiGG nicht als Diskussionsforum anzubieten. Das finden wir schade, können das jedoch aufgrund möglicher unternehmensinterner Einschränkungen (unser direkter Wettbewerber Webnews wird laut Ihrer Aussage von einem Holtzbrinck Unternehmen finanziert) durchaus nachvollziehen. Gleichwohl würde es sich aus Web 2.0-Perspektive anbieten, die Entscheidung für eine Nachrichten-Community Ihren Lesern zu überlassen.

    Beste Grüsse aus München
    Michael Reuter
    YiGG

    • Anonym
    • 11.02.2007 um 17:13 Uhr

    ..wie die Ihrigen möchte ich schlicht nicht beantworten.

    Nur soviel: wir haben nicht - wie andere - Social Bookmarking-Tools ohne eine kleine Erklärung eingeführt (und mehr war mein Artikel hier nicht), wir haben nicht die Zusammenhänge verschwiegen und dass Yigg bislang nicht dabei ist, hat nichts mit Webnews und/oder Holtzbrinck zu tun.

  1. Ich bin lange Zeit begeisterter 'Die Zeit' (offline) Leser gewesen. Bis zum Chefredakteurswechsel vor ca. 5 Jahren war es wirklich eine gute Zeitschrift, seitdem ist 'die Zeit' journalistisch zwar nicht mehr so gut, aber zumindest weitgehend journalistisch unabhängig.
    Wenn ich mir die Online-Blogs durchlese, so kann man dies ,zumindest für einige Blog, auch behaupten.
    In dem hier kommentierten Beitrag habe ich so meine Zweifel. In einer klitzekleinen Recherche, die man durch Google hätte durchführen können, wäre man auf viele interessante und alte Sozialbookmarkportale gestossen, wie z.B. Linkarena, Maodi oder Icio. Aber stattdessen werden die modernen durch Venture Capital oder grosse Firmen gestützte Portale genannt. Einzige Ausnahe ist yigg. Aber Yigg wird dann in den Bookmarkbuttons nicht angeboten. Dies kann man auch in dem Kommentar von yigg hier nachlesen.

    Aber da fragt man sich natürlich warum? Die einzige Antwort die mir einfällt: Webnews, also Holtzbrink, und Mister Wong, also Construktiv zahlen dafür.

    Dass man Delicious nett, kann ich wenigstens halbwegs nachvollziehen. Aber es gehört Yahoo, haben die auch bezahlt? Ich meine, es gibt doch genügend deutsche Alternativen, s.o., warum werden die nicht genannt?

    Òder ist es Absicht eine Monokultur zu bilden, in denen die Großen, zu denen dann ja wohl auch 'die zeit' gehört unter sich bleiben können?

    Wenn man es objektiv betrachtet, gibt es viele lebendige Communities, statt der protzigen. Yigg schlägt Webnews jedenfalls in jedem Punkt, egal ob technisch oder sozial, um Längen!

    • snaqit
    • 15.03.2007 um 17:55 Uhr

    Hallo...eine alternative zu digg.com im deutschen raum für online nachrichten und interessante links halte ich schon für richtig. Webnews.de erinnert mich aber eher an die Bild und yigg.de ist ok aber zu überladen. Ich habe mit Drupal ( ein super CMS ) versucht ein art vereinfachtes Digg clone für Deutschsprachige zu bauen…vielleicht könnt ihr ja das euch mal anschauen und mir paar Tipps oder feedback geben!

    Danke euch...

    [ Wir können leider nicht alle Verweise auf andere Internetseiten prüfen. Bitte haben Sie Verständnis, dass Links gelöscht werden. gez. Die Redaktion ]

  2. Erst Yigg und jetzt Webnews!Ideen von anderen zu klauen scheint zur Zeit voll im Trend zu sein. Anstatt eigene Ideen zu entwickeln, klaut fast jeder vom jeden was das zeug hält. Und das letzte Clou ist Artikel Schreiben! Auch dieser Idee wurde wie es scheint vom OA (www.Online-Artikel.de) geklaut. Warum Artikel bei Yigg oder Webnews einreichen, wenn ich bei OA mehr für meine Arbeit bekommen kann. Da werden die Meldungen professionell verteilt wie z.B. bei GN un YN also Google und Yahoo! NewsUnd wohin das ganze hinführt, zeigen die aktuellen Alexa und Google-Trend-Statistiken.Leute bleibt einfach bei eure Nische und bringt endlich eigene Ideen auf den Markt, anstatt von anderen zu klauen.*kopfschüttelnd*

  3. (Bitte beachten Sie, dass das Posten gewerblicher Links nicht erwünscht sit. Die Redaktion /ft)

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