Downloads Ein bisschen RevolutionSeite 2/2
Warum aber fordert Steve Jobs nun insbesondere europäische Nutzer auf, sich an die großen vier der Plattenindustrie (Universal, EMI, Sony BMG und Warner) zu wenden und die Abschaffung der digitalen Restriktionsmechanismen zu erbitten?
Dafür gibt es eine einfache und eine sachliche Begründung. Die erste ist, dass Steve Jobs an das Gute im Menschen glaubt und für ihn nicht jeder Internetnutzer ein potenzieller Musikdieb ist. Die zweite ist ungleich komplexer: Je weiter sich digitale Musik verbreitet, desto mehr hartnäckige Hacker wollen den Kopierschutz knacken. Gegenmaßnahmen bedeuten für Apple einen enormen und immer stärker wachsenden Aufwand. Und da Apple selbst auf seine Lieferanten, die Plattenfirmen, angewiesen ist, kann die Firma selbst keinen direkten Druck auf die Labels ausüben. Daher ruft Steve Jobs die Nutzer zum Protest auf.
Am erfolgversprechendsten ist aber ein anderer Weg, der Jobs weniger zusagen dürfte. Download-Freunde müssten auf den Kauf von Musikstücken mit DRM verzichten. Denn erst den Wink mit der Kreditkarte verstehen auch große Konzerne vom Schlage Bertelsmanns. Im ersten Halbjahr 2006 gingen allein in Deutschland mehr als 10 Millionen Stücke über die digitale Ladentheke. Auch für Apples Music Store wäre ein DRM-Boykott somit ein herber Schlag. Kein Wunder, dass Steve Jobs diesen Weg nicht propagiert.
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- Datum 07.02.2007 - 08:33 Uhr
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...kann man nur materielle Dinge.
Das Kopieren von Information verringert weder die zur Verfügung stehende Ausgangsmenge, noch verlagert sie sie.
Insofern ist es unsinnig, im Zusammenhang mit dem Kopieren von Information gleich welcher Art von 'Diebstahl' oder 'Raub' zu reden.
Das Phänomen des reichen Künstlers ist ein Phänomen, das erst durch den technischen Fortschritt der menschlichen Gesellschaft, durch die massenhafte Reproduzierbarkeit von Information, Büchern, Tonträgern, zuletzt sogar Filmen, geschaffen wurde - bis zum 19. Jahrhundert waren Dichter, Sänger, Komponiste, Schauspieler fast immer arm, an der untersten Ebene der sozialen Leiter, und nur die besten konnten überhaupt ihren Lebensunterhalt bestreiten, oder fanden fürstliche Förderer. Und DENNOCH gab es immer Künstler, Schriftsteller, Maler und Schauspieler. Und nicht mal schlechtere als heute, möchte ich meinen.
Nun frißt der technische Fortschritt seine eigenen Kinder, die 'Plattenmilliardäre' - die Maschinen zur Informationsvervielfältigung sind in den Händen der Massen angelangt.
Na und?
Die Versuche der nicht mal 100 Jahre alten 'Rechte'industrie, ihre Pfründen gegenüber der Gesellschaft analog dem Motto 'Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!' zu sichern, wirkt moralisch so obsolet wie die Wiedereinführung der Leibeigenschaft.
Offensichtlich sieht zumindest Steve Jobs ein, dass DRM nicht auf lange Sicht erfolgreich sein kann: gegen das Heer der 'Hacker', die aus den unterschiedlichsten Gründen die DRM-Beschränkungen zu hacken versuchen kann auf die Dauer keine Softwareschmiede bestehen.
Vielleicht sind die Menschen, zumal die, die Musik lieben, gar nicht so schlecht (im Mitel), und man kann tatsächlich relativ Verlustfrei auf so schlechte Scherze wie DRM verzichten. Meines Erachtens könnte man stattdessen viel eher die unterschiedlichen Qualtitätsansprüche der Nutzer befriedigen: möchte ich Musik auf einer High-End-HiFi-Anlage genießen, oder nur zum Joggen den Großstadtlärm aussperren - beides muss ich gleich teuer bezahlen...
@ QUOTE: Der Zustand des Künstlers als armer Schlucker ist aber wohl auch kaum wieder erstrebenswert: Es ist doch wirklich abgrundtief Schade, dass es eigentlich kein Spätwerk von z.B. Mozart gibt... Von mir aus kann man auch anonyme Tauschbörsen verbieten - aber mit meinen Freunden und bekannten werde ich immer Musik austauschen, da hilft eben auch kein DRM...
'... bis zum 19. Jahrhundert waren Dichter, Sänger, Komponiste, Schauspieler fast immer arm, an der untersten Ebene der sozialen Leiter, und nur die besten konnten überhaupt ihren Lebensunterhalt bestreiten, oder fanden fürstliche Förderer.'
Das alles gilt heute noch genauso. DRM ist keine Erfindung irgendwelcher Plattemilliardäre, sondern von Medienkonzernen. Und deren Ziel ist Gewinnmaximierung.
Der Verkauf von Musik nach dem Sharewareprinzip funktioniert weltweit für tausende von Musikern, obwohl ich bezweifle, dass davon irgendjemand reich geworden wäre. Aber darum geht es ja nicht. Es geht um den Überlebenskampf der Kultur gegen die Medienkonzerne und die von ihnen gekauften Politiker.
v.
Nun, nachdem wir hier alle Facetten der Ansichten abgespeist haben - von philosophisch bis einfach nur dämlich -, halte ich einfach einmal ein paar Fakten fest:
1. Wer DRM als eine Verletzung seines Rechts auf freie Persönlichkeitsentfaltung sieht, sollte vor dem Verfassungsgericht klagen - oder einfach CD's kaufen.
2. Wenn Steve Jobs mit seinem iTunesStore die Wurzel allen Übels ist, sollte man ihm (Steve Jobs) nahelegen, mal ein paar Millionen im Kampf gegen Krankheiten auszugeben ... andere Personen, die früher mal im Softwaresegment tätig waren und nun zum Weltenheiler (mit Nebenjob Chairman bei Microsoft) aufgestiegen sind, scheinen sich ja nun in den Gedanken der Menschen reingewaschen zu haben.
3. Leute die sich Musik im iTunesStore kaufen (darum geht es ja offensichtlich nur) sollten sich mal zuhause die XBoX ansehen und sich fragen, warum sich die alten SNES-Kassetten dort nicht abspielen lassen.
4. Das die statistisch errechneten 3% DRM-beschmutzen Lieder, die sich auf dem iPod befinden, eine solche Welle des Leids auslösen können, ist mit gesundem Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar. Mich würde eher stören, dass ich die Lieder im iTunesStore nicht Lossless kaufen kann, sondern auf fast lächerlich wirkende 128kBit /s herunterkomprimiert.
Alles im allen kann es den Menschen in Deutschland wirklich nicht schlecht gehen, wenn wir solche Probleme haben. Gehen wir also wieder ein wenig Apple-Bashing betreiben.
Und r0ll0 wünsche ich Gute Besserung.
muahahahaa...muUuaAAAhAAAAAAhaaa.....MUAHAHAHAAAAARRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRR....ehehe
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