Portugal "Eine nationale Schande"Seite 2/2
Sofia Guredes, Mitorganisatorin der Abtreibungsgegener-Plattform "Nao obrigada"
Obwohl sich die Kirche zum Aufruf für das „Nein“ größtenteils auf die Gottesdienste beschränkt, stimmen Kleriker die streng katholischen Portugiesen gezielt auf das Referendum ein. Der Bischof von Braganca beschrieb die Abtreibung sogar als eine „Variante der Todesstrafe“ und erinnert daran, wie „alle entsetzt über die Hinrichtung von Saddam Hussein waren“. „In jedem Dorf gibt es eine Kirche und gerade auf dem Lande sind die Menschen noch sehr konservativ. Hier ist das, was der Dorfpfarrer oder der Dorfarzt sagen, noch Gesetz“, sagt Claudia Belchior.
Während Städt wie Lissabon oder Porto aber förmlich mit Anti-Abtreibungsplakaten zugeklebt sind, treten die Abtreibungsbefürworter kaum in Erscheinung. Sie legen moderate Töne an den Tag, um nicht in den Verdacht zu geraten, die Abtreibung generell legalisieren zu wollen.
„Die illegalen Abtreibungen sind eine nationale Schande. Portugal muss seine Rückständigkeit zu den anderen europäischen Ländern wettmachen“, empörte sich Portugals sozialistischer Ministerpräsident José Sócrates, der sich jedoch nicht traute, die Abtreibungsgesetze mit seiner Mehrheit im Parlament einfach zu ändern. Ein solche Schritt könnte ihn bei den nächsten Parlamentswahlen den Sieg kosten.
Die Abtreibungsdebatte spaltet portugiesische Gesellschaft jenseits der klassischen politischen Differenzen. Die Parteien wagen daher nicht, all zu kämpferisch in die Kampagne einzusteigen. Ihre Abgeordneten sind für das Referendum von der Parteidisziplin berfreit. Allein die rechts-konservative Partido Popular wirbt für ein „Nein“. Die konservative Oppositionspartei PSD bezieht dagegen keine offizielle Position und auch unter den regierenden Sozialisten ist das Thema umstritten. Ob sich ungewollt Schwangere bald mehr Freiheiten haben oder weiterhin im Zwiespalt zwischen Gesetz und der Entscheidung über ihre eigene Zukunft gefangen bleiben, bleibt dem Volk überlassen.
- Datum 10.02.2007 - 06:08 Uhr
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- Quelle ZEIT online
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Zölibat ist Mord am ungezeugten Leben.
traurig, wie welk die nelken geworden sind.
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