Verkehr Null PromilleSeite 2/2

Letzteres berücksichtigt das neue Gesetz allerdings. Zwar gilt rein nominell künftig ein „absolutes Alkoholverbot" während der zweijährigen Probezeit von Führerscheinneulingen. Im Gesetzestext wird aber wohlweißlich keine Promille-Grenze genannt. Bei künftigen Kontrollen wird davon ausgegangen, dass Alkohol im Blut ab einem Wert von 0,2 Promille wirksam wird.

Wer in der Probezeit künftig gegen die Neuregelung verstößt, den erwarten mindestens 125 Euro Bußgeld und zwei Punkte in Flensburg. Nach zwei Jahren Fahrpraxis ist dann die bisherige Grenze von 0,5 Promille verbindlich.

Die neue Regelung gilt unabhängig vom Alter für alle Fahranfänger. Schließlich sind auch Führerscheinneulinge, die nicht schon mit 18, sondern etwa erst mit 28 oder 38 Jahren den Führerschein erhalten, verhältnismäßig häufig an Alkohol-Unfällen beteiligt. Erhebungen zeigen: Lebenserfahrung schützt weder vor Alkohol noch vor Unfällen.

An diesem Punkt setzen Kritiker an, die der Bundesregierung ein einseitiges Problembewusstsein vorwerfen. Der rheinland-pfälzische Sprecher der Grünen für Jugendpolitik Kai Gehring etwa sagt: „Wer konsequent sein will, müsste null Promille für alle Fahrer fordern." Statt ein „populistisches Sonderrecht" für junge Fahrer zu schaffen, sollte im Straßenverkehr lieber mehr und schärfer kontrolliert werden.

Auch der Automobilclub Deutschland (AvD) warnt vor einem falschen Signal: Eine Regelung ausschließlich für Fahranfänger lasse den Umkehrschluss zu, erfahrene Kraftfahrer könnten auch mit Alkohol sicher fahren. „Das sei aber falsch", so ein AvD-Sprecher. Auch vermeintlich routinierte Fahrer würden ihre Fahrkünste regelmäßig nach Alkoholkonsum überschätzen.

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Leser-Kommentare
  1. Man könnte genauso gut die Minus-1-Promillegrenze beschließen - helfen würde es nix, solange man den Kontrolldruck nicht entscheidend erhöht.

    Ich fahre seit über dreißig Jahren in Hamburg Auto und bin noch nicht ein einziges Mal auf Alkohol kontrolliert worden!

    Jeder, also auch die Polizei, kennt zahllose Orte, an denen jeden Freitag und Samstag Hunderte von Führerscheinen fällig wären (einschlägige Discos, praktisch jeder Sportverein zu Trainings- und Spielzeiten etc) - doch offenbar fehlt der politische Wille.

    Wenn die Betroffenen ernsthaft damit rechnen müßten, dort regelmäßig erwischt zu werden, würde sich etwas ändern (nicht nur bei Fahranfängern).

    So bleibt die Neuregelung, wie so oft in der Politik, blinder Aktionismus...

    R.Jonasson, Hamburg

    • klaeff
    • 14.02.2007 um 17:27 Uhr

    Ja fahren den über 30-jährige besser besoffen Auto? Konsequent wäre die 0,0 Promillegrenze für alle gelten zu lassen. Dann wäre wenigsten klar, wer fährt trinkt Apfelsaftschorle. Oder wer Bier trinkt, der fährt nicht Auto. Aber nicht dieses andauernde gehadere mit sich selbst, ... noch'n kleines Helles, dann wirds sicher noch unter 0,x reichen... und nachts kommen den Radfahrern die saufenden Fahrer auf den Feldwegen entgegengeschlichen.

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