Bundesliga "Parkhaus ist schon gruselig"Seite 2/2

Wen würden Sie lieber treffen, Osama Bin Laden oder George W. Bush?
Beide. (+++)

Was würden Sie sie fragen?
Bin Laden würde ich fragen, warum er so viel Gewalt in die Welt bringt, warum er so viele Menschen töten lässt. Das sollte er mir mal erklären.

Und Bush?
Den würde ich dasselbe fragen. Und warum er, nach meinem Eindruck, immer nur Krieg führt, wenn es um amerikanische Interessen geht. Die USA setzen sich aber nie ein, wenn es um Kriege oder um Menschenrechte in Afrika geht.

Was war Ihr außergewöhnlichstes Erlebnis im Fußball?
Das war mein erstes Mal bei der ghanaischen Nationalmannschaft, ein Qualifikationsspiel zum Afrika-Cup. Ich war sehr stolz, als ich in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Vor allem, weil meine ganze Familie auf der Tribüne saß und sich mit mir gefreut hat. (+)

Eigentlich hätten wir gedacht, dass Sie ein anderes außergewöhnliches Ereignis nennen.
Welches denn?

Die Sache mit Herrn Löring und Herrn Schumacher.
Oh ja, stimmt, das war auch ziemlich stark. Das war zu meiner Zeit bei Fortuna Köln. Wir hatten ein Heimspiel und waren wieder mal ziemlich schlecht. Am Ende der Saison sind wir ja auch aus der Zweiten Liga abgestiegen. In der Halbzeit passierte es dann.

Bitte erzählen Sie.
Unser Trainer Toni Schumacher hatte gerade mit seiner Ansprache angefangen, als unser Präsident Jean Löring in die Kabine kam. Löring sagte zu Schumacher: "So, du kannst jetzt gehen!" Herr Schumacher bekam das aber zunächst gar nicht mit. Herr Löring wiederholte es und schubste Schumacher weg, der dann hinausging. Er wurde tatsächlich in der Halbzeitpause gefeuert. In der Kabine war es totenstill. Löring gab dann noch ein paar Anweisungen und wechselte auch noch Spieler aus, aber es ist ja wohl klar, dass wir in dem Spiel kein Bein mehr auf den Boden bekamen.

Es soll damals sehr laut geworden sein, sogar einige Schimpfworte sollen gefallen sein.
Laut ist es geworden, ja. Löring hat immer für den Fußball gelebt.

Was ist das schlimmste Schimpfwort, das Sie kennen?
Hurensohn vielleicht. (++)

Das ist ja nicht so schlimm.
Nein? Sagen Sie das beispielsweise mal zu einem Südländer und warten Sie auf seine Reaktion. Der nimmt das ein bisschen anders wahr.

Wird beim VfL Wolfsburg im Mannschaftsbus gesungen?
Bei uns? Nein. Da hat jeder seinen iPod und steckt sich die Kopfhörer ins Ohr. Auf längeren Auswärtsfahrten ist auch ein Laptop dabei, mit dem man Filme schauen kann. Nein, dass in Deutschland im Bus gesungen wird, kommt selten vor. In Ghana ist das ganz anders. Da singen wir schon. Wenn wir mit der Nationalmannschaft gewonnen haben, dann geht im Bus die Post ab. Da tanzen wir auf den Gängen.

Kennen Sie Ihren IQ?
Nein, ich würde aber gerne mal so einen Intelligenztest machen. Das wäre sicher schwer. Viele im Fußball gehen früh von der Schule ab und haben dann nichts mehr mit Mathematik oder so etwas zu tun. Da ist es nach zehn Jahren ziemlich schwer, wieder reinzukommen.

Haben Sie in letzter Zeit einen Telefonstreich gespielt?
Ich habe bei einem Freund, der verlobt ist, angerufen und mich am Telefon als seine heimliche Geliebte ausgegeben. Anschließend habe ich noch eine SMS geschickt, so ungefähr mit dem Inhalt "Hallo Schatz, wann sehen wir uns wieder?" Da hing der Haussegen schon einigermaßen schief. Ich habe dann später noch mal angerufen, um ihn wieder geradezubiegen. Mein Freund war ganz schön in Erklärungsnot und ist ins Schwitzen gekommen.

Fazit: Nach anfänglichen Schwindelversuchen erkannte Hans Sarpei schnell, dass sich der Polygraf nicht überlisten ließ. Von da an entwickelte sich ein ehrliches Gespräch zwischen Mensch und Maschine. Der eine erzählte offen und freimütig, der andere piepste hin und wieder dazwischen. Es scheint, als bahne sich zwischen dem 30-Jährigen und dem Lügendetektor eine Freundschaft an.

Das Interview erscheint in der Februar-Ausgabe des Fußballmagazins RUND »

 
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